Ein Arbeitsrechtsschutz kann dich bei Konflikten mit deinem Arbeitgeber vor hohen finanziellen Risiken schützen. Entscheidend ist, welche Kosten dein Tarif übernimmt und welche Voraussetzungen gelten. Maßgeblich sind immer die Versicherungsbedingungen.
Welche Kosten übernimmt der Arbeitsrechtsschutz?
Der Arbeitsrechtsschutz ist ein Baustein der Rechtsschutzversicherung. Er greift typischerweise bei rechtlichen Auseinandersetzungen aus dem Arbeitsverhältnis, etwa bei Kündigungen, Abmahnungen, Streitigkeiten über Arbeitszeugnisse oder Konflikten wegen Mobbing und Diskriminierung.
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Anwaltskosten: Die Versicherung übernimmt die vertraglich vereinbarten Gebühren, in der Regel nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz.
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Gerichtskosten: Dazu können Gerichtsgebühren und Gebühren für den Gerichtsvollzieher gehören.
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Weitere Verfahrenskosten: Je nach Tarif können Zeugengelder und erforderliche Gutachterkosten abgedeckt sein.
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Außergerichtliche Lösungen: Einige Tarife übernehmen Kosten für Mediation oder Schlichtungsverfahren.
Auch Kosten der Gegenseite können zum Leistungsumfang gehören, wenn dies im Vertrag vorgesehen ist. Prüfe deshalb vor einer Beauftragung, ob du eine Deckungszusage brauchst und welche Kostenobergrenzen oder Eigenanteile gelten.
Welche Besonderheit gilt im Arbeitsrecht?
In der ersten Instanz vor dem Arbeitsgericht trägt jede Partei ihre eigenen Anwaltskosten – unabhängig davon, wie der Prozess ausgeht. Ein Anspruch auf Erstattung der gegnerischen Anwaltskosten besteht dort grundsätzlich nicht. In der zweiten Instanz kann die unterlegene Partei zusätzlich die Kosten des gegnerischen Anwalts tragen. Gerichtskosten, Gutachten, Zeugengelder und eine vereinbarte Selbstbeteiligung solltest du daher bei der Einschätzung deines finanziellen Risikos berücksichtigen.
Wann greift der Versicherungsschutz?
Nach dem Vertragsabschluss gilt für den Arbeitsrechtsschutz in der Regel eine Wartezeit von drei Monaten. Entsteht der Konflikt bereits vorher oder war er bei Abschluss schon absehbar, besteht häufig kein Versicherungsschutz. Schließe den Vertrag daher nicht erst ab, wenn eine Kündigung, Abmahnung oder ein anderer Streit bereits konkret bevorsteht.
Eine telefonische Erstberatung kann je nach Tarif auch bei allgemeinen Fragen angeboten werden. Sie ersetzt jedoch nicht automatisch die Kostenübernahme für einen späteren Rechtsstreit.
Was ist häufig nicht abgedeckt?
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Allgemeine Beratung: Fragen zu Urlaub, einer Versetzung oder der Zulässigkeit einer Änderung des Arbeitsorts gelten nicht zwingend als Versicherungsfall.
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Vorsätzlich herbeigeführte Streitigkeiten: Wer einen Konflikt absichtlich provoziert oder bewusst gegen geltendes Recht beziehungsweise den Arbeitsvertrag verstößt, kann den Versicherungsschutz verlieren.
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Allgemeine betriebliche Regelungen: Streitigkeiten zur betrieblichen Mitbestimmung oder zu Regelungen, die nicht unmittelbar deine eigene Rechtsposition betreffen, sind je nach Vertrag ausgeschlossen.
Auch der Unterschied zum Berufsrechtsschutz ist wichtig: Arbeitsrechtsschutz bezieht sich vor allem auf dein Verhältnis zum Arbeitgeber. Berufsrechtsschutz kann je nach Ausgestaltung weitere berufliche Streitigkeiten, etwa mit Kunden oder Geschäftspartnern, umfassen. Die Begriffe werden nicht in jedem Tarif gleich verwendet.
Worauf solltest du beim Abschluss achten?
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Vergleiche den konkreten Deckungsumfang und die Ausschlüsse.
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Prüfe Wartezeit, Versicherungssumme, Selbstbeteiligung und mögliche Kostenbegrenzungen.
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Informiere dich, ob Mediation, außergerichtliche Einigungen und telefonische Beratung eingeschlossen sind.
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Berücksichtige bestehenden Schutz durch eine Gewerkschaft. Gewerkschaften bieten ihren Mitgliedern häufig rechtliche Unterstützung an.
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Vergleiche mehrere Anbieter und achte neben dem Beitrag auf Erreichbarkeit und Bearbeitungszeiten. Mögliche Rabatte können die Beitragskosten beeinflussen.
Bei der Kostenberechnung spielen außerdem der Streitwert und das Anwaltskosten auslösende Verfahren eine Rolle. Die Gebühren können sich am Streitwert orientieren, der im Arbeitsrecht unter anderem vom Gegenstand des Verfahrens und den wirtschaftlichen Umständen abhängen kann. Ein konkreter Kostenbetrag lässt sich deshalb nicht allgemein nennen.
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Kannst du Beiträge steuerlich absetzen?
Ob und in welchem Umfang du Beiträge steuerlich geltend machen kannst, hängt von den geltenden steuerlichen Voraussetzungen und der konkreten Ausgestaltung der Versicherung ab. Bewahre Versicherungsvertrag, Rechnungen und Zahlungsnachweise auf. Bei gemischten privaten und beruflichen Leistungen kann eine Aufteilung erforderlich sein. Im Zweifel hilft dir ein Steuerberater.
Arbeitsrechtsschutz kann besonders bei Kündigungsschutzklagen und anderen kostenintensiven Streitigkeiten eine finanzielle Absicherung bieten. Ob sich der Schutz für dich lohnt, hängt von deinem Arbeitsverhältnis, einer möglichen Gewerkschaftsmitgliedschaft und den Bedingungen des Tarifs ab. Lies die Vertragsbedingungen sorgfältig und hole vor einer kostenpflichtigen Beauftragung die erforderliche Deckungszusage ein.
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Weitere Informationen zu einzelnen Kosten findest du unter Anwaltskosten, Gerichtskosten und zur Berufsrechtsschutz. Eine Deckungszusage klärt, ob der Versicherer den konkreten Fall übernimmt. Informationen zu möglichen Folgen eines Arbeitsrechtsschutz-Falls sollten ebenfalls anhand des Vertrags geprüft werden.

