Versicherungslexikon

Ombudsmann für Versicherungen: So bekommst du Hilfe!

Ombudsmann für Versicherungen: So bekommst du Hilfe!

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Der Ombudsmann für Versicherungen hilft dir, Streit mit deinem Versicherer außergerichtlich zu klären. Das Verfahren ist für dich kostenlos und bietet eine neutrale Prüfung. Die Entscheidung ist für Versicherungen bis zu einem Streitwert von 10.000 Euro bindend.

Wann ist der Ombudsmann zuständig?

Die Ombudsstelle für Versicherungen prüft Beschwerden von Verbrauchern und vermittelt zwischen dir und der Versicherung. Typische Streitfälle sind:

  • eine abgelehnte Versicherungsleistung,

  • Uneinigkeit über die Höhe einer Entschädigung,

  • Probleme mit einem Versicherungsvertreter oder -makler.

Die Schlichtung kann unter anderem Hausrat-, Gebäude-, Kfz-, Lebens-, Unfall-, Rechtsschutz-, Restschuld- und Berufsunfähigkeitsversicherungen betreffen. Beispiele sind Streit über Schäden durch Einbruch, Feuer, Leitungswasser oder Sturm sowie über die Regulierung eines Kfz-Schadens.

Voraussetzung ist, dass dein Versicherer Mitglied im Verein Versicherungsombudsmann ist. Außerdem solltest du zuerst selbst versuchen, die Angelegenheit mit dem Versicherer zu klären. Eine bindende Entscheidung ist grundsätzlich bis zu einem Streitwert von 10.000 Euro möglich. Bei höheren Beträgen ist die Entscheidung nicht bindend, kann dir aber dennoch eine unabhängige Einschätzung geben.

Wie läuft das Verfahren ab?

  1. Versicherung anschreiben: Beschreibe deinen Anspruch und bitte den Versicherer um eine nachvollziehbare Entscheidung.

  2. Beschwerde einreichen: Wenn keine Einigung gelingt, reichst du die Beschwerde schriftlich bei der Ombudsstelle ein. Laut dem beschriebenen Ablauf solltest du der Versicherung mindestens sechs Wochen Zeit für eine Reaktion geben.

  3. Prüfung und Stellungnahme: Die Ombudsperson prüft zunächst, ob die Beschwerde zulässig ist, und leitet sie an den Versicherer weiter. Dieser erhält anschließend drei Wochen für eine Stellungnahme.

  4. Entscheidung: Die Ombudsperson bewertet die Unterlagen und teilt dir das Ergebnis mit. Die Bearbeitung dauert in der Regel einige Wochen, abhängig von der Komplexität des Falls.

Für dich entstehen dabei keine Gebühren. Die Entscheidung bindet den Versicherer bis zu einem Streitwert von 10.000 Euro. Du kannst trotz der Entscheidung weiterhin ein Gericht anrufen, wenn du mit dem Ergebnis nicht einverstanden bist.

Welche Unterlagen brauchst du?

Bereite deine Beschwerde sachlich und möglichst vollständig vor. Lege insbesondere folgende Unterlagen bei:

  • Versicherungsvertrag und relevante Vertragsbedingungen,

  • Briefwechsel und E-Mails mit der Versicherung,

  • Rechnungen, Gutachten, Fotos oder andere Nachweise,

  • eine kurze Darstellung des Sachverhalts und deiner konkreten Forderung.

Formuliere klar, worüber du dich beschwerst und warum du die Entscheidung des Versicherers für falsch hältst. Halte Fristen ein und reiche angeforderte Unterlagen rechtzeitig nach. Eine Beschwerde kann je nach Angebot der Ombudsstelle online, per Post oder zur Klärung organisatorischer Fragen telefonisch eingereicht werden.

Welche Fälle sind ausgeschlossen?

Insurance advisor and client in a bright office setting.

Die Ombudsstelle für Versicherungen ist nicht für alle Streitigkeiten zuständig. Ausgeschlossen sind insbesondere:

  • Streitigkeiten über die private Kranken- und Pflegeversicherung; dafür gibt es die PKV-Ombudsperson,

  • Beschwerden zur privaten Krankenversicherung,

  • Ansprüche gegen die Versicherung eines Unfallgegners,

  • Fälle, die bereits gerichtlich behandelt wurden.

Die PKV-Ombudsperson ist auf private Kranken- und Pflegeversicherungen spezialisiert und vermittelt zwischen den Parteien. Ihre Empfehlungen sind laut Ausgangstext nicht bindend. Auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) ist keine Schiedsstelle und kann keine verbindliche Entscheidung in deinem Einzelfall treffen.

Was passiert nach der Entscheidung?

Ombudsmann entscheidet zu Gunsten eines Versicherungsnehmers.

Prüfe die Entscheidung und bewahre sie zusammen mit allen Unterlagen auf. Ist sie für den Versicherer bindend, muss dieser sie im Rahmen des Verfahrens beachten. Bei einem höheren Streitwert oder einer für dich ungünstigen Entscheidung bleibt die Möglichkeit, rechtlichen Rat einzuholen und Rechtsmittel beziehungsweise gerichtliche Schritte zu prüfen. Eine erneute Beschwerde ist nur sinnvoll, wenn neue Informationen oder Beweise vorliegen.

Die wichtigsten Vorteile

Berater hilft bei Versicherungsfragen.

  • Das Verfahren ist für dich kostenlos.

  • Eine neutrale Stelle prüft deinen Fall.

  • Die außergerichtliche Klärung kann schneller und einfacher sein als ein Gerichtsverfahren.

  • Bis zu einem Streitwert von 10.000 Euro ist die Entscheidung für die Versicherung bindend.

Prüfe vor der Einreichung die Zuständigkeit, kläre den Streit zunächst direkt mit deiner Versicherung und reiche die relevanten Unterlagen vollständig ein. So kann die Ombudsstelle deinen Fall möglichst nachvollziehbar bewerten.

Autor & Experte

Ronny Knorr
Zertifizierter Sachverständiger

Experte für gesundheitliche Absicherung und Risikovorsorge

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Steven

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