Berufsunfähigkeitsversicherung – Bist du richtig geschützt?

Mann denkt über Berufsunfähigkeit nach

Berufsunfähigkeitsversicherung – Bist du richtig geschützt?

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Wenn du auf dein Einkommen angewiesen bist, kann eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) deine finanzielle Absicherung ergänzen. Sie zahlt eine vereinbarte monatliche Rente, wenn du deinen zuletzt ausgeübten Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben kannst. Entscheidend ist dabei nicht nur der Abschluss, sondern die konkrete Ausgestaltung des Vertrags.

Was leistet eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Berufsunfähigkeit bedeutet nicht, dass du nur vorübergehend krankgeschrieben bist. In vielen Bedingungen gilt sie, wenn du deinen Beruf voraussichtlich mindestens sechs Monate lang nicht ausüben kannst und die Einschränkung einen festgelegten Grad erreicht. Häufig wird dabei darauf abgestellt, ob du noch mindestens die Hälfte deiner bisherigen beruflichen Tätigkeit ausüben kannst. Maßgeblich ist jedoch immer die Definition in deinem Vertrag.

Arbeitsunfähigkeit und Berufsunfähigkeit sind voneinander zu unterscheiden. Eine Grippe oder eine andere Erkrankung kann dazu führen, dass du einige Wochen nicht arbeiten kannst. Dafür kommen zunächst beispielsweise die Entgeltfortzahlung und anschließend Krankengeld infrage. Eine BU betrifft dagegen eine längerfristige Einschränkung deiner beruflichen Tätigkeit.

Im Leistungsfall prüfen Versicherer, ob die vertraglichen Voraussetzungen erfüllt sind. Ärztliche Unterlagen sollen dabei dokumentieren, welche Einschränkungen vorliegen und wie sie sich konkret auf deine Arbeit auswirken. Bei schwer objektivierbaren Beschwerden kann die Prüfung besonders anspruchsvoll sein. Eine klare Beschreibung der beruflichen Tätigkeiten und ihrer gesundheitlichen Anforderungen ist deshalb wichtig.

Warum kann die Absicherung wichtig sein?

Wenn dein Einkommen wegfällt, laufen viele Ausgaben weiter: Miete oder Kreditraten, Lebensmittel, Versicherungen und andere laufende Kosten. Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente ist nicht mit einer Absicherung des konkreten bisherigen Berufs gleichzusetzen. Sie setzt eigene Voraussetzungen voraus und reicht häufig nicht aus, um den bisherigen Lebensstandard vollständig zu finanzieren.

Die BU prüft dagegen grundsätzlich, ob du deinen vertraglich maßgeblichen Beruf noch ausüben kannst. Ob und ab welchem Grad eine Leistung gezahlt wird, hängt von den Versicherungsbedingungen ab. Für Angestellte, Selbstständige und Menschen mit körperlicher oder überwiegend geistiger Arbeit kann der Verlust der Arbeitskraft erhebliche finanzielle Folgen haben. Besonders bei Selbstständigen kann der vollständige Wegfall des eigenen Arbeitseinkommens schwer wiegen.

Mann am Schreibtisch mit Dokument, besorgt blickend.

Für wen ist eine BU sinnvoll?

Relevant ist die Versicherung vor allem für dich, wenn du deinen Lebensunterhalt überwiegend aus deiner Arbeitskraft bestreitest und keine ausreichenden Rücklagen oder anderen Einkünfte hast. Das gilt unabhängig davon, ob du im Büro, im Handwerk oder selbstständig arbeitest. Auch junge Berufstätige können von einer frühen Prüfung profitieren: Alter und Gesundheitszustand beeinflussen in der Regel die Annahme und die Beitragshöhe. Eine spätere Erkrankung kann den Abschluss erschweren, zu Ausschlüssen führen oder die Kosten erhöhen.

Wie hoch sollte die BU-Rente sein?

Die passende Rentenhöhe hängt von deinen tatsächlichen Ausgaben und deiner weiteren Absicherung ab. Berücksichtige deine Wohnkosten, Lebenshaltung, Versicherungen, Kredite und regelmäßige Sparbeiträge. Auch Ausgaben, die im Leistungsfall weiterlaufen, gehören in die Rechnung.

Als Orientierung wird häufig eine Absicherung von etwa 60 Prozent des Bruttoeinkommens genannt. Das ist jedoch nur eine Faustregel und ersetzt keine individuelle Bedarfsermittlung. Prüfe außerdem, welche staatlichen Leistungen oder sonstigen Einnahmen im Ernstfall zur Verfügung stehen. Eine zu niedrige BU-Rente kann eine finanzielle Lücke lassen; eine zu hohe Absicherung kann unnötig teuer sein.

Achte auf die Kaufkraft der vereinbarten Rente. Eine Beitragsdynamik erhöht in der Anspar- beziehungsweise Vertragsphase regelmäßig Beitrag und versicherte Rente. Eine Rentensteigerung im Leistungsfall soll dagegen die laufende BU-Rente während des Leistungsbezugs anpassen. Beide Klauseln haben unterschiedliche Funktionen und sollten getrennt betrachtet werden.

Welche Laufzeit ist sinnvoll?

Eine zu kurze Laufzeit kann eine Versorgungslücke verursachen. Endet der Vertrag beispielsweise mit 60 Jahren und tritt die Berufsunfähigkeit kurz davor ein, endet die Leistung möglicherweise mehrere Jahre vor dem regulären Rentenbeginn. Deshalb wird häufig empfohlen, den Schutz bis zum gesetzlichen Renteneintrittsalter, meist bis 67, zu vereinbaren.

Das ist keine pauschale Vorgabe für jeden Vertrag. Prüfe, welches Endalter vereinbart wird und wie sich eine kürzere Laufzeit auf deine Versorgung auswirkt. Eine spätere Verlängerung ist nicht selbstverständlich und kann wegen eines höheren Alters oder eines veränderten Gesundheitszustands schwieriger oder teurer werden.

Worauf solltest du bei den Bedingungen achten?

  • Definition der Berufsunfähigkeit: Prüfe, ob der zuletzt ausgeübte Beruf maßgeblich ist und welche Anforderungen an den Grad und die voraussichtliche Dauer der Einschränkung gestellt werden. Achte auch darauf, ob eine Verweisung auf eine andere Tätigkeit möglich ist.
  • Nachversicherungsgarantie: Sie kann dir erlauben, die BU-Rente bei bestimmten Ereignissen wie Gehaltssteigerung, Heirat oder Geburt eines Kindes ohne erneute Gesundheitsprüfung zu erhöhen. Prüfe Fristen, Anlässe und Höchstbeträge.
  • Dynamik: Vergleiche die Bedingungen der Beitragsdynamik mit der Rentensteigerung im Leistungsfall. Die jeweiligen Erhöhungen, Grenzen und Widerspruchsmöglichkeiten stehen im Vertrag.
  • Geltungsbereich und Ausschlüsse: Wenn du im Ausland arbeitest oder leben möchtest, solltest du den weltweiten Versicherungsschutz und den Ort der Leistungsprüfung prüfen. Auch Regelungen zu grober Fahrlässigkeit, Obliegenheiten und Gesundheitsänderungen können entscheidend sein.
  • Meldeverfahren: Informiere dich, wann und in welcher Form du den Leistungsfall anzeigen musst und ob Leistungen unter bestimmten Voraussetzungen rückwirkend erbracht werden.

Welche Rolle spielen Gesundheitsfragen?

Vor dem Abschluss schätzt der Versicherer dein Risiko anhand eines Gesundheitsfragebogens ein. Beantworte die Fragen vollständig und wahrheitsgemäß. Relevant können je nach Abfragezeitraum unter anderem Vorerkrankungen, Behandlungen, Beschwerden und Arztbesuche sein. Unvollständige oder falsche Angaben können später zu Problemen bei der Leistung führen.

Wenn du dich an Diagnosen oder Behandlungen nicht sicher erinnerst, kannst du deine Unterlagen prüfen und bei den behandelnden Ärzten nachfragen. Eine anonyme Risikovoranfrage kann je nach Vorgehen dabei helfen, die Versicherbarkeit einzuschätzen, ohne sofort einen regulären Antrag zu stellen. Vorerkrankungen führen nicht automatisch zu einer Ablehnung. Möglich sind jedoch höhere Beiträge, Ausschlüsse oder andere Bedingungen.

Was passiert im Leistungsfall?

Melde den Leistungsfall möglichst frühzeitig und beachte die Vorgaben deines Vertrags. Häufig werden Formulare, ärztliche Atteste und Angaben zu deinem Tätigkeitsprofil benötigt. Je genauer du beschreibst, welche Aufgaben du nicht mehr ausüben kannst, desto besser lässt sich die Prüfung nachvollziehen.

Bei einer verspäteten Meldung kommt es auf die jeweiligen Bedingungen an. Manche Tarife sehen eine rückwirkende Leistung ab Beginn der Berufsunfähigkeit vor, andere knüpfen die Zahlung an den Eingang der Meldung oder enthalten besondere Fristen. Wenn die Prüfung schwierig wird oder der Versicherer die Leistung ablehnt, kann fachkundige Unterstützung durch eine Beratungsstelle oder einen spezialisierten Anwalt sinnvoll sein.

BU und Altersvorsorge getrennt betrachten

Berufsunfähigkeitsrente und Altersvorsorge planen

Die BU-Rente schützt dein Einkommen während der Berufsunfähigkeit, ersetzt aber nicht automatisch Beiträge zur gesetzlichen oder privaten Altersvorsorge. Wenn du längere Zeit nicht arbeitest, können dadurch Lücken in deiner späteren Altersversorgung entstehen. Prüfe daher zusätzlich, wie du während eines Leistungsbezugs für das Alter vorsorgen kannst und ob deine finanzielle Planung diese Situation berücksichtigt.

Bei der Auswahl zählen nicht nur Beitrag und Rentenhöhe. Entscheidend sind die Definition der Berufsunfähigkeit, die Laufzeit, Dynamik, Nachversicherungsmöglichkeiten, Gesundheitsangaben und das Verfahren im Leistungsfall. Vergleiche die Bedingungen sorgfältig und kläre offene Punkte, bevor du einen Vertrag abschließt.

Autor & Experte

Ronny Knorr
Zertifizierter Sachverständiger

Experte für gesundheitliche Absicherung und Risikovorsorge

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Steven

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