Fischereibetriebe: Firmenversicherung für Fischereibetriebe – Boot, Fang, Verarbeitung

Smiling fisherman on a sunny boat deck.

Fischereibetriebe: Firmenversicherung für Fischereibetriebe – Boot, Fang, Verarbeitung

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Ein Fischereibetrieb trägt Risiken auf See, beim Fang und an Land. Schäden am Fischereifahrzeug, verlorene Ausrüstung, verdorbener Fang oder ein Ausfall der Verarbeitungsanlage können die laufenden Einnahmen und die Existenz des Betriebs belasten. Eine passende Firmenversicherung sollte deshalb zu deinem Schiff, deinem Fahrtgebiet, deinen Fangmethoden und einer möglichen Verarbeitung passen.

Welche Risiken du im Fischereibetrieb absichern solltest

Zu den wichtigsten Risikobereichen gehören Wetterextreme, technische Defekte, Kollisionen, Grundberührungen, Strandungen, Brand und Explosion. Hinzu kommen Diebstahl und Vandalismus, Schäden an Fang- und Navigationsausrüstung sowie Unfälle der Besatzung. In der Verarbeitung entstehen zusätzliche Risiken durch Maschinenstillstände, Stromausfälle, Hygieneprobleme und eine unterbrochene Kühlkette.

Auch behördliche Fangquoten, Schonzeiten oder andere Einschränkungen können den Betrieb wirtschaftlich treffen. Ob und unter welchen Voraussetzungen solche Ereignisse versicherbar sind, hängt vom konkreten Produkt und den Vertragsbedingungen ab. Eine schlechte Fangmenge allein ist nicht automatisch ein versicherter Schaden.

Versicherungsschutz für Fischereifahrzeug und Ausrüstung

Kaskoversicherung für Fangboote

Die Kaskoversicherung schützt dein eigenes Fischereifahrzeug. Je nach Vertrag können unter anderem Schäden durch Kollisionen, Grundberührungen, Strandungen, Sturm, Brand, Explosion, Vandalismus oder technische Ereignisse eingeschlossen sein. Auch der Totalverlust des Bootes kann zum versicherten Risiko gehören. Entscheidend ist, welche Gefahren die Police tatsächlich nennt und welche Ausschlüsse gelten.

Das Schiff ist dabei nicht auf den Rumpf beschränkt. Fangausrüstung, Navigations- und Kommunikationssysteme, Maschinen sowie weiteres fest eingebautes oder mitgeführtes Zubehör müssen in der Versicherungssumme berücksichtigt werden. Prüfe außerdem, ob Bergungs-, Abschlepp- oder Aufräumkosten eingeschlossen sind.

Haftpflichtversicherung für Fischereifahrzeuge

Die Haftpflichtversicherung greift, wenn du Dritten einen Personen- oder Sachschaden zufügst. Das kann bei einer Kollision mit einem anderen Schiff, bei Schäden an Hafenanlagen oder bei einem Unfall mit Personen an Bord relevant werden. Gerade auf See können Haftungsforderungen hohe Summen erreichen. Achte deshalb auf die Deckungssumme, den räumlichen Geltungsbereich und besondere Bedingungen für dein Fahrtgebiet.

Fang, Ertrag und Waren absichern

Ertragsausfall und Betriebsunterbrechung

Wenn dein Boot nach einem versicherten Schaden ausfällt, kann neben den Reparaturkosten auch der entgangene Ertrag zum Problem werden. Eine Ertragsausfall- oder Betriebsunterbrechungsversicherung kann je nach Vertrag den finanziellen Ausfall und bestimmte weiterlaufende Kosten abfedern. Prüfe insbesondere Wartezeiten, Haftungszeiten, versicherte Ursachen und die Berechnung des Ausfalls.

Fangverluste und Wetterrisiken

Netzrisse, der Verlust von Fanggerät oder ein verlorener Fang können direkte Einbußen verursachen. Ob der Fang selbst, das Fanggerät oder der daraus erwartete Ertrag versichert ist, muss ausdrücklich aus dem Vertrag hervorgehen. Wetterbedingte Ausfälle, Eisgang und andere natürliche Einflüsse sind ebenfalls nicht automatisch gedeckt.

Fangquoten, Schonzeiten und behördliche Beschränkungen solltest du gesondert prüfen. Viele Policen schließen reine Markt-, Bestands- oder Behördenrisiken aus oder versichern sie nur unter besonderen Voraussetzungen.

Versicherungsschutz in der Fischverarbeitung

Betriebs- und Produkthaftpflicht

In der Verarbeitung schützt die Betriebshaftpflicht vor Ansprüchen Dritter wegen Personen- oder Sachschäden, die aus dem Betriebsablauf entstehen. Die Produkthaftpflicht ist besonders wichtig, wenn du Fischprodukte herstellst, verpackst oder vertreibst. Sie kann bei Schäden durch verunreinigte oder fehlerhaft gelagerte Lebensmittel relevant werden. Rückrufkosten und reine Vermögensschäden müssen häufig gesondert vereinbart werden.

Maschinen, Gebäude und Kühlkette

Eine Maschinenversicherung kann Reparatur- oder Ersatzkosten nach einem versicherten Defekt an Verarbeitungsanlagen abdecken. Die Gebäudeversicherung betrifft beispielsweise Schäden an Hallen durch Feuer, Sturm oder Leitungswasser, soweit diese Gefahren eingeschlossen sind.

Fällt die Kühlung wegen eines Stromausfalls oder eines Defekts aus, kann Ware verderben. Eine spezielle Kühlgut- oder Kühlkettenversicherung kann den Warenverlust und je nach Vertrag weitere Kosten abdecken. Dokumentiere Temperaturen, Wartungen und Abläufe, damit sich der Schaden nachvollziehbar feststellen lässt.

Besatzung, Sozialversicherung und Arbeitsschutz

Für deine Besatzung gelten neben dem privaten Versicherungsschutz die Regeln der gesetzlichen Sozialversicherung. Unfall-, Kranken-, Renten- und Arbeitslosenversicherung können je nach Flagge des Schiffes, Wohnsitz, Nationalität, Beschäftigungsort und Sozialversicherungsabkommen unterschiedlich geregelt sein. Für Seeleute aus EU- oder EWR-Staaten kann eine A1-Bescheinigung nachweisen, dass weiterhin das Sozialversicherungssystem des Herkunftsstaats gilt. Bei Drittstaaten sind die jeweiligen Abkommen und nationalen Vorschriften zu prüfen.

Die BG Verkehr ist für die gesetzliche Unfallversicherung und bestimmte Prüf- und Überwachungsaufgaben im maritimen Bereich eine zentrale Stelle. Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung können unter anderem medizinische Behandlung, Rehabilitation, Verletztengeld, berufliche Wiedereingliederung und bei dauerhaften Folgen Rentenleistungen umfassen.

Versicherungsschutz ersetzt jedoch keine Prävention. Führe eine regelmäßige Gefährdungsbeurteilung durch, halte Rettungs- und Erste-Hilfe-Ausrüstung einsatzbereit und unterweise die Crew zu Notfallabläufen, Maschinen, persönlicher Schutzausrüstung und Arbeiten über oder am Wasser. Wartungsnachweise, Schulungsprotokolle und Sicherheitsübungen helfen zugleich bei der Schadenvermeidung und bei der späteren Schadenbearbeitung.

Heuervertrag und Dokumentation

Der Heuervertrag sollte unter anderem Tätigkeit, Schiff, Einsatz, Vergütung, Arbeits- und Ruhezeiten, Urlaub, Krankheit und Beendigung des Vertrags regeln. Bei Fischereifahrzeugen können Angaben zum Schiff, zum Fischereikennzeichen und zur geplanten Reise relevant sein. Ob Festheuer oder Fanganteil vereinbart ist, sollte eindeutig beschrieben werden.

Bei ausländischer Flagge können zusätzlich die Vorschriften des Flaggenstaats und internationale Regelungen gelten. Das kann Auswirkungen auf Arbeitsbedingungen, Sozialversicherung und Haftung haben. Bewahre Policen, Nachträge, Bescheinigungen, Wartungsunterlagen, Fang- und Temperaturaufzeichnungen sowie die Kommunikation mit dem Versicherer geordnet auf.

Fischereiarbeitszeugnis und Kontrollen

Für größere Fischereifahrzeuge, die länger als drei Tage auf See sind, kann ein Fischereiarbeitszeugnis erforderlich sein. Im Ausgangstext werden hierfür Schiffe ab 24 Metern Länge oder mit regelmäßigen Einsätzen mehr als 200 Seemeilen von der Küste genannt. Dort wird außerdem eine Gültigkeit von vier Jahren und die Zuständigkeit der BG Verkehr beschrieben. Nicht zeugnispflichtige kleinere Schiffe sollen demnach alle drei Jahre überprüft werden.

Da Anforderungen vom Schiff und den geltenden Vorschriften abhängen, solltest du vor Fahrtantritt klären, welche Dokumente, Prüfungen und Nachweise für dein Fahrzeug gelten. Fehlende oder ungültige Unterlagen können den Betrieb beeinträchtigen und bei einem Schaden versicherungsrechtlich relevant werden.

Versicherungsschutz systematisch prüfen

Fischerboot auf dem Meer mit Netzen

Beginne mit einer Bedarfsanalyse: Welche Boote, Anlagen, Waren und Ausrüstungsgegenstände besitzt du? Welche Tätigkeiten übst du aus, in welchen Gebieten fährst du und welche Schäden könntest du aus eigener Kraft tragen? Berücksichtige auch Personal, Verarbeitung, Lagerung, Transporte und mögliche Betriebsunterbrechungen.

  • Vergleiche Versicherer mit Erfahrung in der Fischerei und beschreibe deinen Betrieb vollständig.

  • Prüfe Versicherungssummen, Selbstbeteiligungen, Ausschlüsse, Wartezeiten und Obliegenheiten.

  • Melde Änderungen wie neue Fanggebiete, Umbauten, zusätzliche Verarbeitung oder andere Nutzung des Schiffs.

  • Lege für Schäden Ansprechpartner, Meldefristen und notwendige Nachweise fest.

  • Überprüfe den Schutz regelmäßig, insbesondere nach Investitionen, Flottenänderungen oder gesetzlichen Änderungen.

Sicherheitsmaßnahmen können das Schadenrisiko senken und sich auf die Prämie auswirken. Ob ein Versicherer dafür Nachlässe gewährt, hängt vom jeweiligen Angebot ab. Ein auf Fischereibetriebe spezialisierter Makler oder Berater kann dir helfen, die Risiken zu strukturieren und die Bedingungen mehrerer Anbieter zu vergleichen.

Versicherungsschutz an neue Risiken anpassen

Fischerboot auf dem Meer mit Netzen an Deck.

Digitalisierte Navigation, vernetzte Maschinen und elektronische Betriebsabläufe schaffen zusätzliche Angriffsflächen. Wenn du digitale Systeme nutzt, solltest du prüfen, ob Cyberrisiken, Datenverlust und Betriebsunterbrechungen separat abgesichert werden müssen. Auch neue Fanggebiete, veränderte Wetterbedingungen, internationale Lieferketten und zusätzliche Tätigkeiten wie Angeltourismus oder Offshore-Arbeiten können eine Anpassung des Versicherungsschutzes erfordern.

Die passende Firmenversicherung besteht daher selten aus einer einzigen Police. Sie sollte Boot und Ausrüstung, Haftungsrisiken, Fang und Ertrag, Verarbeitung, Waren, Besatzung und betriebliche Abläufe gemeinsam betrachten. Lass die Bedingungen vor Abschluss fachlich prüfen und gleiche sie regelmäßig mit deinem tatsächlichen Betrieb ab.

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