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Mesenterialinfarkt: Symptome, Ursachen und Behandlungen im Check

Mesenterialinfarkt: Symptome, Ursachen und Behandlungen im Check

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Ein Mesenterialinfarkt, auch Darminfarkt genannt, entsteht, wenn die Blutversorgung des Darms plötzlich oder fortschreitend unterbrochen ist. Betroffen ist häufig der Dünndarm. Ohne rasche Behandlung kann Darmgewebe absterben. Das macht den Mesenterialinfarkt zu einem medizinischen Notfall.

Wenn du plötzlich starke Bauchschmerzen bekommst, Blut im Stuhl bemerkst oder Zeichen eines Schocks auftreten, wähle sofort den Notruf 112. Warte nicht ab und fahre bei starken Beschwerden nicht selbst ins Krankenhaus.

Mesenterialinfarkt: typische Symptome

Das wichtigste Symptom ist ein plötzlich einsetzender, meist sehr starker Bauchschmerz. Er kann zunächst stärker sein, als es der Tastbefund am Bauch vermuten lässt. Häufig liegt der Schmerz im Bereich um den Bauchnabel. Im Verlauf können weitere Beschwerden hinzukommen:

  • Übelkeit und Erbrechen

  • Durchfall oder Verstopfung

  • Blähungen und ein geblähter Bauch

  • Blut im Stuhl oder blutiges Erbrechen

  • Fieber

  • Schwäche, kalter Schweiß, schneller Puls oder Verwirrtheit

Die Schmerzen können vorübergehend nachlassen. Das ist kein Entwarnungszeichen: Wenn Darmgewebe geschädigt wird, können Nerven ihre Funktion verlieren. Später drohen eine Bauchfellentzündung, eine Blutvergiftung und ein Kreislaufschock.

Bei älteren Menschen oder Personen mit mehreren Vorerkrankungen können die Beschwerden weniger eindeutig sein. Auch allgemeine Schwäche, Appetitlosigkeit, Übelkeit oder unklare Bauchbeschwerden sollten deshalb ernst genommen werden.

Ursachen und Risikofaktoren

Die Blutversorgung des Darms kann auf verschiedene Weise gestört werden. Bei einem Gefäßverschluss bildet sich ein Blutgerinnsel direkt in einer Darmarterie. Bei einer Embolie wird ein Gerinnsel aus einem anderen Körperbereich, häufig aus dem Herzen, mit dem Blutstrom in ein Darmgefäß transportiert und bleibt dort stecken.

Eine weitere Form ist die nicht-okklusive mesenteriale Ischämie (NOMI). Dabei liegt kein direkter Verschluss vor. Stattdessen wird der Darm zum Beispiel bei einem ausgeprägten Kreislaufversagen oder einer schweren Herzerkrankung nicht ausreichend durchblutet.

Zu den wichtigen Risikofaktoren gehören:

  • Gefäßerkrankungen: Arteriosklerose beziehungsweise Atherosklerose, Bluthochdruck und erhöhte Blutfettwerte können die Gefäße schädigen oder verengen.

  • Herzerkrankungen: Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern, Herzschwäche oder ein vorausgegangener Herzinfarkt können die Bildung von Blutgerinnseln begünstigen.

  • Blutgerinnungsstörungen: Eine erhöhte Gerinnungsneigung steigert das Risiko für Thrombosen und Embolien.

  • Weitere Erkrankungen: Diabetes und Nierenerkrankungen können den Verlauf und das Gefäßrisiko beeinflussen.

  • Lebensstil: Rauchen, Bewegungsmangel und eine unausgewogene Ernährung fördern Gefäßschäden und weitere kardiovaskuläre Risikofaktoren.

Auch das Alter und die persönliche Krankengeschichte spielen eine Rolle. Medikamente solltest du nicht eigenständig absetzen oder verändern. Wenn du wegen einer Erkrankung oder einer Behandlung um dein Risiko besorgt bist, besprich das mit deinem Arzt oder deiner Ärztin.

Wie wird ein Mesenterialinfarkt diagnostiziert?

Diagnoseverfahren bei Mesenterialinfarkt: Doctor and patient in a bright medical office.

Zu Beginn stehen Fragen zu Schmerzbeginn, Schmerzverlauf, Vorerkrankungen und Medikamenten sowie eine körperliche Untersuchung. Die Beschwerden können jedoch anfangs unspezifisch sein. Deshalb darf bei einem passenden Verdacht die weitere Abklärung nicht verzögert werden.

Die wichtigste bildgebende Untersuchung ist meist eine CT-Angiographie. Sie kann die Gefäße, mögliche Verschlüsse und Zeichen einer Darmischämie darstellen. Je nach Situation kommen Ultraschall, eine Magnetresonanztomographie oder eine konventionelle Angiographie infrage. Die Angiographie kann dabei nicht nur der Darstellung, sondern in geeigneten Fällen auch einer endovaskulären Behandlung dienen.

Blutuntersuchungen liefern zusätzliche Hinweise. Untersucht werden unter anderem Entzündungswerte, Leukozyten, Laktat und der Säure-Basen-Haushalt. Laborwerte allein reichen jedoch nicht aus: Auch unauffällige Werte schließen einen Mesenterialinfarkt nicht sicher aus.

Andere Ursachen akuter Bauchschmerzen, etwa eine Blinddarmentzündung, Divertikulitis oder ein Darmverschluss, müssen ebenfalls berücksichtigt werden. Die endgültige Einschätzung erfolgt im Krankenhaus durch das behandelnde Team.

Behandlung: Es zählt jede Minute

Die Therapie richtet sich nach der Ursache, dem Ausmaß der Durchblutungsstörung und dem Zustand des Darms. Zunächst stabilisiert das Behandlungsteam den Kreislauf, gibt Flüssigkeit über die Vene und überwacht wichtige Körperfunktionen. Je nach Befund können Antibiotika, Schmerzmittel und gerinnungshemmende Medikamente eingesetzt werden.

Bei einem Gerinnsel oder einer Embolie muss die Durchblutung möglichst schnell wiederhergestellt werden. Dafür kommen operative oder endovaskuläre Verfahren infrage. Bei einer Operation kann das Gerinnsel entfernt und das Gefäß rekonstruiert werden. Ist Darmgewebe bereits abgestorben, muss der betroffene Abschnitt entfernt werden.

Endovaskulär kann ein Gefäß über einen Katheter aufgedehnt werden. In geeigneten Fällen wird zusätzlich ein Stent eingesetzt. Bei einer NOMI steht dagegen die Behandlung der zugrunde liegenden Kreislauf- oder Herzerkrankung im Vordergrund. Ob eine Operation, ein Kathetereingriff oder eine Kombination erforderlich ist, entscheidet das spezialisierte Behandlungsteam.

Nachsorge und mögliche Folgen

Nach einem Mesenterialinfarkt sind regelmäßige Kontrollen wichtig. Dabei werden die Gefäßsituation, die Grunderkrankungen, die Medikamenteneinnahme und die Darmfunktion überprüft. Je nachdem, wie viel Darm entfernt wurde und wie die Heilung verläuft, können Verdauungsbeschwerden, Verwachsungen, Engstellen oder eine eingeschränkte Nährstoffaufnahme auftreten. Eine erneute Durchblutungsstörung ist ebenfalls möglich.

Die Ernährung wird nach der Behandlung schrittweise angepasst. Manche Menschen vertragen zunächst mehrere kleine, leichte Mahlzeiten besser. Ob und wann Ballaststoffe, bestimmte Lebensmittel oder Nahrungsergänzungen geeignet sind, hängt vom individuellen Verlauf ab. Lass dich dazu von deinem Behandlungsteam oder einer qualifizierten Ernährungsfachkraft beraten, statt allgemeine Empfehlungen ungeprüft zu übernehmen.

Auch psychische Belastungen wie Angst, depressive Stimmung oder Unsicherheit im Alltag können nach dem Notfall auftreten. Wenn dich die Erkrankung länger belastet, sprich mit deinem Arzt oder deiner Ärztin über psychologische Unterstützung oder eine Selbsthilfegruppe.

Risiko senken

Nicht jeder Mesenterialinfarkt lässt sich verhindern. Du kannst dein Risiko für Gefäß- und Gerinnungserkrankungen jedoch beeinflussen, indem du:

  • nicht rauchst oder Unterstützung bei der Rauchentwöhnung annimmst,

  • Blutdruck, Blutzucker und Blutfette regelmäßig kontrollieren und behandeln lässt,

  • dich im Rahmen deiner Möglichkeiten regelmäßig bewegst,

  • auf eine ausgewogene Ernährung achtest und

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie andere Vorerkrankungen konsequent behandeln lässt.

Wenn du zu einer Risikogruppe gehörst, kläre mit deinem Arzt, welche Vorsorge und welche Medikamente für dich sinnvoll sind. Angehörige können helfen, Arzttermine, Medikamentenpläne und Warnzeichen im Blick zu behalten.

Das Wichtigste im Überblick

Plötzliche, starke Bauchschmerzen sind ein Warnsignal und müssen sofort medizinisch abgeklärt werden. Der Mesenterialinfarkt kann durch Thrombosen, Embolien, Gefäßerkrankungen oder eine zu geringe Durchblutung ohne direkten Gefäßverschluss entstehen. Eine schnelle Bildgebung, meist eine CT-Angiographie, ist für die Abklärung entscheidend. Die Behandlung kann Medikamente, eine Gefäßtherapie und eine Operation umfassen. Je früher die Durchblutung wiederhergestellt und geschädigtes Gewebe behandelt wird, desto besser lassen sich schwere Komplikationen vermeiden.

Mesenterialinfarkt und seine gesellschaftliche Relevanz: Doctor and patient in a bright medical office.

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