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Paroxysmale nächtliche Hämoglobinurie: Symptome, Ursachen und Behandlungen

Paroxysmale nächtliche Hämoglobinurie: Symptome, Ursachen und Behandlungen

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Die paroxysmale nächtliche Hämoglobinurie (PNH) ist eine seltene, erworbene Erkrankung des blutbildenden Systems. Dabei werden rote Blutkörperchen vorzeitig zerstört. Diese Hämolyse kann zu Blutarmut, dunklem Urin, Müdigkeit und weiteren Beschwerden führen. Außerdem besteht ein erhöhtes Risiko für Blutgerinnsel und Organschäden.

Der Name ist historisch bedingt: Die Beschwerden treten nicht zwangsläufig nachts auf. Wenn du Symptome bemerkst, die zu PNH passen könnten, solltest du sie ärztlich abklären lassen. Für die Diagnose und Behandlung ist in der Regel eine hämatologische Fachpraxis zuständig.

Was ist PNH?

Paroxysmale nächtliche Hämoglobinurie entsteht durch eine erworbene genetische Veränderung in einer blutbildenden Stammzelle. Häufig betrifft die Mutation das PIGA-Gen. Dadurch können bestimmte Schutzproteine nicht richtig an der Oberfläche von Blutzellen befestigt werden.

Ohne diese Schutzmechanismen sind die betroffenen Zellen dem körpereigenen Komplementsystem stärker ausgesetzt. Das Komplementsystem gehört zum Immunsystem und kann die betroffenen roten Blutkörperchen zerstören. Die Erkrankung wird nicht von den Eltern vererbt und ist nicht auf eine bestimmte Alters- oder Geschlechtsgruppe beschränkt.

PNH ist sehr selten. Für Großbritannien und Frankreich wurden etwa 16 Betroffene pro eine Million Menschen sowie ungefähr 1,3 Neuerkrankungen pro eine Million Einwohner und Jahr geschätzt. Die tatsächliche Häufigkeit kann je nach Datengrundlage und Diagnosemöglichkeiten abweichen.

Welche Symptome kann PNH verursachen?

Die Beschwerden unterscheiden sich deutlich. Nicht jeder Mensch mit PNH entwickelt alle Symptome, und die Ausprägung kann im Verlauf schwanken.

  • Hämoglobinurie: Beim Zerfall roter Blutkörperchen gelangt Hämoglobin in den Urin. Dadurch kann er dunkelrot, braun oder teefarben erscheinen. Eine dunkle Urinfärbung hat jedoch auch andere mögliche Ursachen und sollte ärztlich abgeklärt werden.

  • Anämie: Durch die Hämolyse kann eine Blutarmut entstehen. Typisch sind Müdigkeit, Schwäche, verminderte Belastbarkeit, Blässe und Atemnot, besonders bei körperlicher Anstrengung.

  • Bauchschmerzen: Sie können durch die Erkrankung selbst oder durch eine Thrombose in Gefäßen der Bauchorgane entstehen.

  • Erektionsstörungen: Bei Männern können Durchblutungsstörungen zu diesem Symptom führen.

  • Weitere Beschwerden: Kopfschmerzen, Schluckbeschwerden oder allgemeine Leistungsminderung können ebenfalls vorkommen.

Ursachen und mögliche Zusammenhänge

Die Mutation entsteht zufällig in einer einzelnen blutbildenden Stammzelle. Aus ihr kann sich ein Zellklon entwickeln, dessen Zellen die genannten Schutzproteine nicht ausreichend tragen. PNH ist daher eine erworbene Erkrankung und keine klassische Erbkrankheit.

PNH kann gemeinsam mit anderen Erkrankungen des Knochenmarks auftreten, unter anderem mit einer Knochenmarkerkrankungen, einer Aplastische Anämie, einem myelodysplastischen Syndrom oder einer akuten myeloischen Leukämie. Ein eindeutiger äußerer Auslöser ist nicht bekannt.

Wie wird PNH diagnostiziert?

paroxysmale nächtliche Hämoglobinurie: Doctor and patient in a bright clinic discussing health.

Am Anfang stehen das Gespräch über deine Beschwerden, die Krankengeschichte und eine körperliche Untersuchung. Blut- und Urinuntersuchungen liefern wichtige Hinweise:

  • Der Hämoglobinwert kann eine Anämie anzeigen.

  • Retikulozyten geben Hinweise darauf, wie stark das Knochenmark neue rote Blutkörperchen bildet.

  • Ein erhöhter LDH-Wert kann auf eine verstärkte Zellzerstörung hindeuten.

  • Im Urin lässt sich unter Umständen Hämoglobin nachweisen.

Das zentrale Verfahren zum Nachweis von PNH-Zellen ist die Durchflusszytometrie. Sie untersucht, ob bestimmte Schutzproteine auf Blutzellen fehlen. Je nach Befund können weitere Untersuchungen notwendig sein, um andere Formen der Anämie, Autoimmunerkrankungen oder andere hämatologische Erkrankungen abzugrenzen. Ein Gentest auf eine PIGA-Mutation ist nicht der alleinige Standardnachweis; die konkrete Diagnostik legt die behandelnde Fachpraxis fest.

Verlauf und mögliche Komplikationen

Der Verlauf ist individuell. Manche Betroffene haben über längere Zeit milde Beschwerden, bei anderen treten ausgeprägte Hämolyse oder Blutbildveränderungen auf. Regelmäßige Kontrollen helfen, Veränderungen frühzeitig zu erkennen.

Besonders wichtig ist das erhöhte Risiko für Thrombosen. Blutgerinnsel können auch an ungewöhnlichen Stellen entstehen, etwa in Gefäßen der Bauchorgane oder im Gehirn. Sie können unter anderem einen Schlaganfall oder eine Lungenembolie auslösen. Auch die Nieren können durch die wiederholte Belastung mit freiem Hämoglobin geschädigt werden. Müdigkeit, Schmerzen, Unsicherheit und die Sorge vor Komplikationen können zudem die psychische und soziale Lebensqualität beeinträchtigen.

Plötzlich starke Bauch- oder Kopfschmerzen, Atemnot, Brustschmerzen, einseitige Lähmungs- oder Sprachstörungen sowie eine rasche Verschlechterung sind medizinische Notfälle. In diesen Situationen solltest du unverzüglich den Notruf wählen oder eine Notaufnahme aufsuchen.

Wie wird PNH behandelt?

Die Therapie richtet sich nach Krankheitsaktivität, Symptomen, Blutwerten, Komplikationen und deiner persönlichen Situation. Die Behandlung sollte durch eine erfahrene hämatologische Fachpraxis geplant und regelmäßig angepasst werden.

Komplementhemmung

Komplementhemmer greifen in den Mechanismus ein, der zur Zerstörung der betroffenen Blutzellen beiträgt. Eculizumab wurde als etablierte Therapie genannt. Die Behandlung kann die Hämolyse verringern und den Bedarf an Bluttransfusionen reduzieren. Ob dieses oder ein anderes Medikament geeignet ist, hängt vom individuellen Befund ab.

Unterstützende Behandlung

Je nach Ausprägung können Bluttransfusionen bei einer ausgeprägten Anämie, eine Behandlung von Eisenmangel und eine gezielte Therapie von Schmerzen oder anderen Beschwerden notwendig sein. Medikamente zur Vorbeugung oder Behandlung von Thrombosen kommen abhängig vom persönlichen Risiko infrage. Eine Stammzelltransplantation kann in ausgewählten schweren Fällen geprüft werden, ist jedoch mit erheblichen Risiken verbunden.

Eine Palliativmedizin kann bei schwerer Erkrankung oder belastenden Komplikationen zusätzlich helfen, Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität zu erhalten. Sie ist nicht auf eine bestimmte Krankheitsphase beschränkt.

Alltag, Nachsorge und Unterstützung

Regelmäßige Blut- und Nierenkontrollen sind ein wichtiger Bestandteil der Versorgung. Sprich mit deinem Behandlungsteam über neue Beschwerden, Infekte, geplante Reisen, körperliche Belastung und deine berufliche Situation. Eine ausgewogene Ernährung und Bewegung im Rahmen deiner Belastbarkeit können das allgemeine Wohlbefinden unterstützen, ersetzen aber keine PNH-Therapie. Eine spezielle Diät ist im Ausgangstext nicht belegt.

Die Diagnose kann psychisch stark belasten. Psychologische Unterstützung, Gespräche mit vertrauten Menschen und der Austausch in einer Selbsthilfegruppe können dir helfen, mit Unsicherheit und Einschränkungen umzugehen. Informationen aus Online-Foren solltest du kritisch prüfen und Therapieentscheidungen nicht ohne ärztliche Beratung treffen.

paroxysmale nächtliche Hämoglobinurie: Patient und Arzt im hellen medizinischen Praktikum.

Die Forschung untersucht weitere Komplementhemmer, neue Diagnoseverfahren und andere Therapieansätze. Welche Möglichkeiten für dich infrage kommen, hängt von der aktuellen medizinischen Bewertung ab. Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Untersuchung oder persönliche Therapieempfehlung.

Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität: Alle Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Beratung. Für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität übernehmen wir keine Gewähr. Eine Haftung ist – soweit gesetzlich zulässig – ausgeschlossen. Solltest du Fragen haben, schreib unserem Support.

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