Die AOK Bayern und der Bayerische Hausärztinnen- und Hausärzteverband e.V. (BHÄV) haben ihren Hausarztvertrag erweitert, um die hausärztliche Versorgung in Bayern zukunftsfähig zu gestalten. Ziel ist es, durch mehr Arbeitsteilung und den Einsatz von Telemedizin die Versorgung zu verbessern und Praxen zu entlasten. Insgesamt stellt die AOK Bayern dafür jährlich vier Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung.
Wichtige Neuerungen im Hausarztvertrag
- Förderung des Einsatzes von akademisch ausgebildeten nichtärztlichen Fachkräften (Primary Care Manager).
- Finanzielle Unterstützung für Praxen zur Anschaffung telemedizinischer Geräte.
- Neue Vergütung für Hausbesuche durch geschultes nichtärztliches Personal.
Entlastung für Praxen und verbesserte Patientenversorgung
Die Erweiterung des Hausarztvertrags zielt darauf ab, die hausärztliche Versorgung in Bayern nachhaltig zu sichern. Ein zentraler Punkt ist die verstärkte Einbindung von akademisch ausgebildeten nichtärztlichen Fachkräften, sogenannten Primary Care Managern. Diese Fachkräfte können Ärztinnen und Ärzte bei Routineaufgaben und Hausbesuchen unterstützen, was zu einer spürbaren Entlastung der Praxen führt. Dies ermöglicht es den Hausärzten, sich stärker auf komplexe Fälle zu konzentrieren und gleichzeitig mehr Patienten mit gewohnt hoher Qualität zu versorgen.
Darüber hinaus werden Praxen bei der Finanzierung von telemedizinischen Geräten unterstützt. Diese ermöglichen die Erhebung von Gesundheitsdaten direkt beim Patienten vor Ort und deren sichere Übermittlung an die Hausarztpraxis. Dies ist insbesondere für ältere und chronisch kranke Menschen von Vorteil, da sie eine kontinuierliche Betreuung in ihrem Zuhause erfahren können.
Investition in die Zukunft der Primärversorgung
Dr. Irmgard Stippler, Vorstandsvorsitzende der AOK Bayern, betont die Bedeutung dieser Maßnahmen für eine verlässliche, wohnortnahe und qualitativ hochwertige Primärversorgung. Die Weiterentwicklung des Vertrags sei ein wichtiger Schritt hin zu einem Primärversorgungssystem, das auch gesundheitspolitisch diskutiert wird.
Dr. Wolfgang Ritter, Vorsitzender des BHÄV, hebt hervor, dass die neu verhandelten Leistungen das hausärztliche Betreuteam stärken. Die Vergütung delegativer Leistungen sei entscheidend, damit gerade Einzelpraxen im ländlichen Raum, die mit einem hohen Patientenaufkommen konfrontiert sind, eine wohnortnahe Versorgung auf gleichbleibend hohem Niveau gewährleisten können.
Beteiligung am Forschungsprojekt ReGeN
Parallel zu diesen vertraglichen Neuerungen beteiligt sich die AOK Bayern auch am Forschungsprojekt „ReGeN – Regionale Gesundheitsnetze und -regionen evaluieren und weiterentwickeln“. Dieses Projekt, das im Januar 2026 startet und über drei Jahre läuft, wird mit rund 1,8 Millionen Euro aus dem Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses gefördert. Ziel von ReGeN ist es, regionale Gesundheitsnetze systematisch zu untersuchen und weiterzuentwickeln, um die Koordination der Versorgung, die Zusammenarbeit zwischen Leistungserbringern und die Kontinuität für Patientinnen und Patienten zu verbessern. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, bestehende Versorgungsnetzwerke gezielt weiterzuentwickeln und die Versorgungsqualität langfristig zu verbessern.
