BU Versicherung bei psychischen Erkrankungen – Wichtige Infos für dich!

Versicherungsberater spricht mit Kunde in hellem Büro

BU Versicherung bei psychischen Erkrankungen – Wichtige Infos für dich!

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Eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) kann auch trotz psychischer Vorerkrankungen grundsätzlich möglich sein. Die Risikoprüfung fällt dann jedoch häufig genauer aus. Entscheidend sind unter anderem die Diagnose, der Verlauf, die Art und Dauer der Behandlung, der Zeitpunkt der letzten Beschwerden und dein aktueller Gesundheitszustand.

Wie psychische Vorerkrankungen die BU beeinflussen

Versicherer prüfen bei psychischen Vorerkrankungen nicht nur, ob eine Diagnose vorlag. Sie betrachten auch, wie schwer die Beschwerden waren, ob eine ambulante oder stationäre Behandlung stattgefunden hat, ob Medikamente eingesetzt wurden und wie lange du beschwerdefrei bist.

Je nach individueller Situation und Versicherer sind verschiedene Ergebnisse möglich:

  • Der Antrag wird zu normalen Bedingungen angenommen.
  • Der Versicherer verlangt einen Risikozuschlag, wodurch der Beitrag steigt.
  • Psychisch bedingte Berufsunfähigkeit wird durch eine Ausschlussklausel vom Versicherungsschutz ausgenommen.
  • Der Antrag wird zunächst zurückgestellt, etwa bis eine Behandlung abgeschlossen ist.
  • Der Versicherer lehnt den Antrag ab.

Die Bewertung unterscheidet sich zwischen Anbietern. Eine einmalige psychologische Unterstützung nach einer belastenden Lebenssituation kann anders eingeordnet werden als eine länger andauernde oder wiederkehrende Erkrankung. Auch eine abgeschlossene Therapie wird häufig anders bewertet als eine laufende Behandlung. Eine bestimmte Annahmeentscheidung lässt sich daraus aber nicht ableiten.

Gesundheitsfragen vollständig und wahrheitsgemäß beantworten

Bei einem BU-Antrag musst du die Gesundheitsfragen genau anhand des jeweiligen Wortlauts beantworten. Verschweige auch scheinbar unwichtige oder länger zurückliegende Beschwerden nicht, wenn sie vom Abfragezeitraum erfasst sind. Das gilt ebenso für psychologische Beratungen, Therapien, Diagnosen, Krankenhausaufenthalte und Medikamente, sofern danach gefragt wird.

Unvollständige oder falsche Angaben können später zu erheblichen Problemen führen. Im Leistungsfall kann der Versicherer prüfen, ob die vorvertraglichen Angaben korrekt waren. Unter Umständen kann die Leistung dann verweigert oder der Vertrag anderweitig rechtlich betroffen sein. Deshalb solltest du deine Angaben vor dem Antrag sorgfältig anhand ärztlicher und therapeutischer Unterlagen prüfen.

Die anonyme Risikovoranfrage als erster Schritt

Versicherungsberater spricht mit Kunde im Büro

Bevor du einen offiziellen BU-Antrag stellst, kann eine anonyme Risikovoranfrage sinnvoll sein. Dabei werden deine gesundheitlichen Angaben zunächst ohne deine persönlichen Daten an mehrere Versicherer übermittelt. Die Anbieter teilen mit, ob sie dich voraussichtlich versichern würden und ob sie dabei einen Zuschlag, einen Ausschluss oder andere Bedingungen vorsehen.

Das Vorgehen bietet dir mehrere Vorteile:

  • Du kannst verschiedene Risikoeinschätzungen vergleichen.
  • Du erfährst frühzeitig, ob bestimmte Vorerkrankungen problematisch sind.
  • Du vermeidest, vorschnell einen offiziellen Antrag mit möglicherweise ungünstigem Ausgang zu stellen.

Für die Voranfrage werden typischerweise Angaben zur Diagnose, zum Behandlungszeitraum, zur Therapieform, zu Medikamenten und zu deinem aktuellen Zustand benötigt. Je genauer die Informationen sind, desto besser kann der Versicherer das Risiko einschätzen. Die Voranfrage ist jedoch unverbindlich. Beim späteren Antrag musst du die Gesundheitsfragen erneut vollständig und korrekt beantworten.

Welche Unterlagen du vorbereiten solltest

Eine übersichtliche Dokumentation kann die Risikoprüfung erleichtern. Je nach Fall können folgende Unterlagen relevant sein:

  • Berichte von Psychiatern, Neurologen oder anderen behandelnden Fachärzten
  • Therapie- und Abschlussberichte
  • Unterlagen des Hausarztes
  • Angaben zu Medikamenten und deren Einnahmezeitraum
  • Informationen zu stationären Aufenthalten und Arbeitsunfähigkeitszeiten, sofern danach gefragt wird

Aus den Unterlagen sollte hervorgehen, wann die Beschwerden auftraten, wie sie behandelt wurden und wie sich dein Zustand entwickelt hat. Ein Abschlussbericht kann dabei hilfreich sein, wenn daraus ein stabiler Verlauf und das Ende der Behandlung hervorgehen. Eine ärztliche Stellungnahme kann zusätzliche Informationen liefern, ersetzt aber nicht die vollständigen Angaben im Antrag.

Worauf du bei vereinfachten Gesundheitsfragen achten musst

Manche Angebote werben mit verkürzten oder vereinfachten Gesundheitsfragen. Das kann den Antrag zunächst erleichtern, bedeutet aber nicht automatisch, dass der Versicherungsschutz gleichwertig ist. Prüfe insbesondere, welche Zeiträume abgefragt werden, welche Diagnosen und Behandlungen erfasst sind und ob besondere Einschränkungen gelten.

Bei solchen Tarifen können beispielsweise psychische Erkrankungen ausgeschlossen, die versicherbare Rentenhöhe begrenzt oder die Laufzeit verkürzt sein. Auch Nachversicherungsmöglichkeiten und andere Vertragsmerkmale können abweichen. Entscheidend ist deshalb nicht allein die Anzahl der Fragen, sondern der konkrete Leistungsumfang der Police.

BU mit Ausschluss oder andere Absicherung?

Eine BU mit Ausschluss psychischer Erkrankungen bietet keinen vollständigen Schutz. Sie kann dennoch eine Absicherung für andere Ursachen der Berufsunfähigkeit darstellen. Ob diese Lösung sinnvoll ist, hängt von deiner persönlichen Situation, deinem Beruf, deinem Einkommen und den konkreten Vertragsbedingungen ab.

Wenn eine klassische BU nicht zustande kommt, kommen je nach Tarif und Risikoprüfung weitere Produkte infrage:

  • Grundfähigkeitsversicherung: Sie leistet, wenn bestimmte körperliche oder geistige Grundfähigkeiten nach den Vertragsbedingungen verloren gehen. Einzelne Tarife berücksichtigen auch kognitive Fähigkeiten oder psychische Belastbarkeit.
  • Dread-Disease-Versicherung: Sie zahlt in der Regel eine vereinbarte Einmalzahlung, wenn eine im Vertrag definierte schwere Erkrankung diagnostiziert wird. Psychische Erkrankungen sind häufig nicht enthalten.
  • Multi-Risk-Versicherung: Sie verbindet mehrere festgelegte Risiken, etwa bestimmte Krankheiten oder Unfallfolgen. Welche Ereignisse versichert sind, hängt vollständig vom Tarif ab.

Diese Produkte funktionieren anders als eine BU. Eine BU knüpft die Leistung grundsätzlich daran, dass du deinen konkreten Beruf nicht mehr ausüben kannst. Alternative Versicherungen leisten dagegen nur bei den jeweils vertraglich definierten Krankheiten, Ereignissen oder Fähigkeitsverlusten. Vergleiche daher nicht nur Beiträge, sondern vor allem Auslöser, Ausschlüsse, Wartezeiten und Leistungsvoraussetzungen.

Versicherungsberater und Kunde im Gespräch im Büro

Kann ein Ausschluss später entfallen?

Ob eine Ausschlussklausel später überprüft oder aufgehoben werden kann, steht in den Bedingungen des jeweiligen Vertrags. Manche Verträge sehen eine Nachprüfung nach einem bestimmten Zeitraum vor, andere nicht. Häufig musst du selbst aktiv werden und geeignete Nachweise einreichen. Eine automatische Aufhebung solltest du nicht voraussetzen.

Wenn sich dein Gesundheitszustand verbessert hat, kann eine erneute Prüfung unter Umständen eine Möglichkeit sein. Ob der Versicherer den Ausschluss tatsächlich ändert, hängt jedoch von den Vertragsbedingungen und der individuellen Bewertung ab.

Das solltest du bei psychischen Vorerkrankungen beachten

  1. Prüfe deine Gesundheitsunterlagen und die abgefragten Zeiträume sorgfältig.
  2. Stelle vor einem offiziellen Antrag möglichst eine anonyme Risikovoranfrage bei mehreren Versicherern.
  3. Vergleiche Annahmebedingungen, Zuschläge, Ausschlüsse und Leistungsumfang.
  4. Beantworte den späteren Antrag vollständig und wahrheitsgemäß.
  5. Prüfe bei einer Ablehnung auch alternative Absicherungen, ohne deren Einschränkungen zu übersehen.

Eine psychische Vorerkrankung schließt eine BU nicht automatisch aus. Sie kann den Abschluss aber erschweren und zu abweichenden Bedingungen führen. Eine sorgfältige Vorbereitung und der Vergleich mehrerer Versicherer helfen dir, die verfügbaren Möglichkeiten realistisch einzuschätzen.

Autor & Experte

Ronny Knorr
Zertifizierter Sachverständiger

Experte für gesundheitliche Absicherung und Risikovorsorge

Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität: Alle Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Beratung. Für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität übernehmen wir keine Gewähr. Eine Haftung ist – soweit gesetzlich zulässig – ausgeschlossen. Solltest du Fragen haben, schreib unserem Support.

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Steven

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