Eine Mietausfallversicherung schützt dich als Vermieter vor finanziellen Folgen, wenn Mieten oder damit verbundene Zahlungen ausbleiben. Je nach Tarif können zusätzlich Sachschäden, Reparaturen, Kosten für die Wiederherstellung der Vermietbarkeit und rechtliche Auseinandersetzungen versichert sein. Der genaue Umfang, die Entschädigungsgrenzen und die Voraussetzungen unterscheiden sich jedoch deutlich zwischen den Anbietern.
Was ist eine Mietausfallversicherung?
Die Versicherung ersetzt dir im versicherten Fall ausstehende Mieteinnahmen. Häufig können auch nicht gezahlte Nebenkosten eingeschlossen sein. Das ist vor allem dann relevant, wenn du auf die Mieteinnahmen angewiesen bist, um Darlehen, Instandhaltung oder laufende Ausgaben zu finanzieren.
Die Mietausfallversicherung ist nicht mit einer Wohngebäudeversicherung gleichzusetzen. Eine Wohngebäudeversicherung schützt das Gebäude beispielsweise gegen bestimmte Schäden durch Feuer, Leitungswasser, Sturm oder Hagel. Die Mietausfallversicherung konzentriert sich dagegen auf finanzielle Verluste aus ausbleibenden Mietzahlungen und – abhängig vom Tarif – auf Folgen problematischer Mietverhältnisse.
Welche Risiken und Leistungen können versichert sein?
![]()
Typische versicherbare Risiken sind die Zahlungsunfähigkeit des Mieters, Mietausfälle nach einem versicherten Schaden sowie Schäden, die während des Mietverhältnisses entstehen. Welche Ursache anerkannt wird, steht in den Versicherungsbedingungen.
-
Ersatz von Mietausfällen: Ausstehende Mieten können innerhalb der vereinbarten Grenzen ersetzt werden.
-
Nebenkosten: Je nach Vertrag können auch bestimmte nicht gezahlte Betriebskosten berücksichtigt werden.
-
Sachschäden: Möglich sind Leistungen für notwendige Reparaturen oder Instandsetzungen, etwa bei beschädigten Türen, Wänden, Böden oder Sanitäranlagen.
-
Wiederherstellung der Vermietbarkeit: Kosten für Reinigung, Renovierung, Desinfektion, Schädlingsbekämpfung oder die Entsorgung zurückgelassener Gegenstände können eingeschlossen sein.
-
Rechtskosten: Manche Tarife übernehmen Anwalts-, Gerichts- oder Gerichtsvollzieherkosten bei Streitigkeiten mit dem Mieter.
Gerade bei sogenannten Mietnomaden können mehrere dieser Risiken zusammenkommen: ausbleibende Mieten, Vermüllung, Verwahrlosung und erhebliche Schäden. Ob ein solcher Fall gedeckt ist, hängt von der Definition im Vertrag und den jeweiligen Ausschlüssen ab.
Welche Sachschäden sind möglich?
![]()
Versicherte Sachschäden können sowohl durch fahrlässiges Verhalten als auch durch Beschädigungen entstehen, die der Tarif ausdrücklich einschließt. Dazu können zerstörte Türen, Fenster, Wände, Böden oder sanitäre Einrichtungen gehören. Auch starke Verschmutzung, Verwahrlosung, Ungezieferbefall und notwendige Desinfektionsmaßnahmen werden bei entsprechenden Tarifen genannt.
Normale Abnutzung ist davon zu unterscheiden. Gebrauchsspuren wie abgenutzte Teppiche oder verblasste Wandfarben gehören grundsätzlich zum gewöhnlichen Mietgebrauch und sind nicht automatisch ein Versicherungsfall. Prüfe deshalb genau, welche Schäden als versichert gelten und welche Nachweise verlangt werden.
Wie funktioniert die Schadensmeldung?
Nach einem Mietausfall oder Schaden solltest du deinen Versicherer möglichst schnell informieren und die vertragliche Meldefrist einhalten. Bereite insbesondere folgende Unterlagen vor:
-
Mietvertrag
-
Nachweise über ausstehende Zahlungen
-
Schriftliche Mahnungen und relevanten Schriftverkehr
-
Belege über bereits eingeleitete Schritte zur Mietereintreibung
-
Fotos, Protokolle, Rechnungen oder gegebenenfalls Gutachten zu Sachschäden
Dokumentiere den Zustand der Wohnung und den Ablauf des Schadens möglichst vollständig. Der Versicherer prüft anschließend, ob die Voraussetzungen des Vertrags erfüllt sind. Je nach Fall kann eine Besichtigung oder Begutachtung erforderlich sein. Eine Erstattung erfolgt nur im Rahmen der vereinbarten Versicherungssumme, abzüglich einer möglichen Selbstbeteiligung und unter Beachtung der Vertragsbedingungen.
Welche Ausschlüsse und Einschränkungen gibt es?
![]()
Eine Mietausfallversicherung bietet keinen uneingeschränkten Schutz. Häufig relevant sind:
-
Selbstbeteiligung: Einen vereinbarten Teil des Schadens trägst du selbst.
-
Wartezeiten: Der Schutz kann erst nach Ablauf einer vertraglich festgelegten Frist beginnen.
-
Versicherungssumme und Leistungsgrenzen: Mietausfälle, Reparaturen und weitere Kosten sind meist begrenzt.
-
Leerstand: Längere Zeiträume ohne vermietete Immobilie können vom Schutz ausgeschlossen sein.
-
Normale Abnutzung: Übliche Gebrauchsspuren gelten nicht als versicherter Schaden.
-
Vorsatz und Obliegenheiten: Vorsätzlich herbeigeführte Schäden oder die Verletzung von Pflichten können die Leistung ausschließen oder mindern.
Auch Naturgefahren, Krieg, Terrorismus oder bestimmte Schadensursachen können ausgeschlossen sein oder eine separate Absicherung erfordern. Lies deshalb nicht nur die Leistungsübersicht, sondern auch die Ausschlüsse und Pflichten im Vertrag.
Wann lohnt sich die Versicherung?
Sinnvoll kann sie sein, wenn du stark von regelmäßigen Mieteinnahmen abhängig bist, mehrere Immobilien vermietest oder hohe finanzielle Verpflichtungen aus dem Objekt bedienen musst. Auch das Risiko umfangreicher Schäden nach einem problematischen Mietverhältnis kann für einen Abschluss sprechen.
Eine Versicherung ersetzt jedoch keine sorgfältige Vermietung. Bonitätsprüfung, nachvollziehbare Unterlagen, eine geeignete Kaution, ein klarer Mietvertrag und die regelmäßige Instandhaltung der Immobilie können helfen, Mietausfälle und Schäden zu vermeiden.
Was beeinflusst die Kosten?
Die Prämie hängt unter anderem von der Versicherungssumme, dem gewünschten Leistungsumfang, der Miethöhe, dem Mietobjekt, der Selbstbeteiligung und der Vertragslaufzeit ab. Zusätzliche Leistungen wie Sachschadenschutz oder Rechtsschutz können den Beitrag erhöhen. Eine höhere Selbstbeteiligung kann den Beitrag senken, erhöht aber deine Belastung im Schadensfall.
Vergleiche mehrere Angebote nicht nur nach dem Preis. Entscheidend sind die versicherten Risiken, die maximale Entschädigung, Wartezeiten, Selbstbeteiligung, Meldefristen, Kündigungsbedingungen und die konkrete Definition von Mietausfall und Sachschaden. Aussagen zur steuerlichen Behandlung solltest du für deinen Einzelfall mit einer steuerlichen Beratung klären.
Worauf solltest du beim Vergleich achten?
![]()
-
Welche Mietzahlungen und Nebenkosten werden ersetzt?
-
Sind Schäden durch Verwahrlosung, Vermüllung, Vandalismus, Desinfektion oder Schädlingsbefall eingeschlossen?
-
Werden Anwalts-, Gerichts- und Räumungskosten übernommen?
-
Wie hoch sind Versicherungssumme und Selbstbeteiligung?
-
Welche Wartezeiten, Ausschlüsse und Obliegenheiten gelten?
-
Wie musst du einen Schaden melden und welche Nachweise sind erforderlich?
-
Welche Laufzeit und Kündigungsfristen sieht der Vertrag vor?
Je nach Bedarf kann eine Mietausfallversicherung mit anderen Absicherungen ergänzt werden, etwa einer Wohngebäudeversicherung, einer Vermieterhaftpflicht oder einem Vermieterrechtsschutz. Diese Versicherungen decken jedoch jeweils andere Risiken ab.
Fazit
Eine Mietausfallversicherung kann dich vor ausbleibenden Mieten und den finanziellen Folgen eines problematischen Mietverhältnisses schützen. Je nach Tarif kommen Nebenkosten, Sachschäden, Reinigungs- und Entsorgungskosten sowie Rechtskosten hinzu. Weil Leistungen, Grenzen und Ausschlüsse stark variieren, solltest du deinen Bedarf ermitteln und die Bedingungen mehrerer Angebote sorgfältig vergleichen.
