Berufsunfähigkeitsversicherung für Selbstständige – So schützt du dein Business!

Berater und Selbstständiger im Gespräch im Büro

Berufsunfähigkeitsversicherung für Selbstständige – So schützt du dein Business!

7 Min. Lesezeit
Kontrast
Schrift

Berufsunfähigkeitsversicherung für Selbstständige: Warum sie wichtig ist

Als Selbstständiger hängt dein Einkommen oft unmittelbar von deiner eigenen Arbeitskraft ab. Fällst du wegen einer Krankheit oder eines Unfalls länger aus, können Aufträge ausbleiben, während private und betriebliche Kosten weiterlaufen. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) zahlt bei entsprechender Berufsunfähigkeit die vereinbarte monatliche Rente und kann damit deine finanzielle Grundlage stabilisieren.

Die BU schützt in erster Linie dein persönliches Einkommen. Je nach Höhe der vereinbarten Rente und deiner Unternehmensstruktur kann sie außerdem dabei helfen, laufende Kosten wie Büro- oder Werkstattmiete, Leasingraten oder Gehälter zu finanzieren. Betriebskosten sind jedoch nicht automatisch mitversichert. Du musst sie bei der Festlegung deines Absicherungsbedarfs berücksichtigen und die Vertragsbedingungen genau prüfen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Als Selbstständiger bist du nicht automatisch in gleichem Umfang wie ein Angestellter gegen Berufsunfähigkeit abgesichert.
  • Die BU-Rente soll deinen privaten Lebensunterhalt sichern und kann je nach Höhe auch finanzielle Spielräume für dein Unternehmen schaffen.
  • Wichtige Vertragsmerkmale sind unter anderem der Verzicht auf die abstrakte Verweisung, eine passende Definition des Berufs und flexible Anpassungsmöglichkeiten.
  • Beiträge und Leistungen haben steuerliche Folgen, die von deiner persönlichen Situation, dem Vertrag und der Rechtsform abhängen.
  • Je früher du dich mit dem Thema beschäftigst, desto eher kommen bei guter Gesundheit und passendem Eintrittsalter günstige Bedingungen infrage.

Welche Risiken bestehen für Selbstständige?

Berater und Kunde im Gespräch im Büro

Viele Selbstständige sind stark auf ihre persönliche Leistung angewiesen. Das gilt für Handwerker, die selbst Aufträge ausführen, ebenso wie für Berater, Kreative, Freiberufler und Geschäftsführer. Auch wenn einzelne Aufgaben delegiert werden können, bleiben Kundenbeziehungen, Fachwissen und unternehmerische Entscheidungen häufig an deine Person gebunden.

Die gesetzliche Absicherung reicht nicht immer aus

Die gesetzliche Rentenversicherung greift bei Selbstständigen nicht automatisch und nicht in jedem Fall. Wer Ansprüche auf eine Erwerbsminderungsrente hat, muss zudem andere Voraussetzungen erfüllen als bei einer privaten BU. Die Erwerbsminderungsrente knüpft grundsätzlich daran an, ob du noch irgendeiner Tätigkeit nachgehen kannst. Eine private BU betrachtet dagegen den versicherten zuletzt ausgeübten Beruf nach den Bedingungen des Vertrags.

Auch die gesetzliche Unfallversicherung besteht für Selbstständige nicht automatisch. Ob und in welchem Umfang eine Absicherung besteht, hängt unter anderem von der Berufsgruppe und einer möglichen freiwilligen Versicherung ab. Verlasse dich deshalb nicht auf eine staatliche Leistung, ohne deine konkrete Situation zu prüfen.

Was passiert bei einem längeren Ausfall?

Ohne laufendes Einkommen musst du zunächst auf Rücklagen zurückgreifen. Gleichzeitig können Miete, Kredite, Versicherungen und Lebenshaltungskosten weiterlaufen. Im Betrieb kommen beispielsweise Kosten für Räume, Fahrzeuge, Material oder Mitarbeiter hinzu. Kunden warten möglicherweise nicht unbegrenzt, und laufende Projekte können ins Stocken geraten.

Die BU-Rente ersetzt nicht automatisch den Umsatz deines Unternehmens. Sie schafft aber eine planbare private Einnahme, wenn die vereinbarten Leistungsvoraussetzungen erfüllt sind. Dadurch kannst du deine Lebenshaltung sichern und je nach Absicherung finanzielle Mittel für die Stabilisierung deines Betriebs freihalten.

Worauf solltest du beim BU-Vertrag achten?

Berater und Selbstständiger im Gespräch im Büro

Verzicht auf die abstrakte Verweisung

Bei einer abstrakten Verweisung kann der Versicherer prüfen, ob du theoretisch noch eine andere Tätigkeit ausüben könntest. Eine gute BU sollte auf dieses Recht verzichten. Dann ist entscheidend, ob du deinen konkret ausgeübten und versicherten Beruf noch ausüben kannst, nicht ob es theoretisch eine andere Tätigkeit mit ähnlichem Einkommen gibt.

Gerade bei Selbstständigen ist eine präzise Tätigkeitsbeschreibung wichtig. Dein Beruf besteht möglicherweise nicht nur aus praktischer Arbeit, sondern auch aus Organisation, Kundenakquise, Personalführung und kaufmännischen Aufgaben. Bei Vertragsabschluss solltest du deine tatsächlichen Tätigkeiten vollständig und wahrheitsgemäß angeben.

Passende Rentenhöhe und Laufzeit

Ermittele zunächst deine privaten Fixkosten, die Versorgung deiner Familie, bestehende Verpflichtungen und deine Vorsorge. Ergänze anschließend den finanziellen Bedarf, der bei einem Ausfall in deinem Unternehmen entstehen kann. Die vereinbarte BU-Rente sollte zu diesem Bedarf und zu deiner wirtschaftlichen Situation passen.

Achte außerdem darauf, ob sich die Rente später an steigende Einnahmen oder veränderte Lebensumstände anpassen lässt. Eine Nachversicherungsgarantie kann es ermöglichen, die Rente bei bestimmten Ereignissen ohne erneute Gesundheitsprüfung zu erhöhen. Je nach Tarif können dazu beispielsweise Heirat, die Geburt eines Kindes, eine deutliche Einkommenssteigerung oder eine Unternehmensumstrukturierung gehören. Welche Ereignisse gelten, bis zu welcher Höhe erhöht werden darf und welche Fristen einzuhalten sind, steht in den Bedingungen.

Dynamik und finanzielle Flexibilität

Eine Beitrags- oder Leistungsdynamik kann helfen, den Versicherungsschutz an steigende Lebenshaltungskosten anzupassen. Prüfe auch, ob der Vertrag bei finanziellen Engpässen Möglichkeiten wie eine Beitragsstundung oder zeitweise Reduzierung vorsieht. Solche Optionen können für Selbstständige mit schwankenden Einnahmen relevant sein, sollten aber nicht dazu führen, dass der Schutz unbemerkt dauerhaft sinkt.

Was leistet die BU im Ernstfall?

Die BU zahlt die vereinbarte monatliche Rente, wenn die im Vertrag festgelegten Voraussetzungen erfüllt sind. Dazu gehört häufig eine bestimmte Einschränkung der beruflichen Leistungsfähigkeit über den vereinbarten Zeitraum. Maßgeblich sind immer die konkreten Versicherungsbedingungen.

Teilweise Berufsunfähigkeit

Eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit kann auch bei Selbstständigen erhebliche Folgen haben. Du kannst vielleicht noch einzelne Aufgaben übernehmen, aber nicht mehr in bisherigem Umfang arbeiten oder keine ausreichenden Einnahmen erzielen. Ob und ab wann eine anteilige Leistung gezahlt wird, hängt vom Tarif und der vertraglichen Definition ab. Prüfe daher, wie der Versicherer mit teilweiser Berufsunfähigkeit und einer stufenweisen Rückkehr in den Beruf umgeht.

Private und betriebliche Kosten getrennt betrachten

Plane die BU-Rente nicht nur anhand deines bisherigen Umsatzes. Entscheidend ist, welchen privaten Bedarf du tatsächlich absichern musst und welche Kosten im Unternehmen unabhängig von deiner persönlichen Arbeitsleistung weiterlaufen. Für betriebliche Risiken können zusätzlich andere Versicherungen oder eine gesonderte Vorsorge sinnvoll sein. Eine BU ersetzt keine Betriebsunterbrechungs-, Krankentagegeld- oder Unternehmensversicherung.

Steuern und weitere Absicherungen

Beiträge steuerlich prüfen

Beiträge zu einer selbstständigen Berufsunfähigkeitsversicherung können steuerlich berücksichtigt werden. Die genaue Einordnung hängt unter anderem davon ab, wie der Vertrag gestaltet ist, in welcher Rechtsform du arbeitest und welche weiteren Vorsorgeaufwendungen bestehen. Eine pauschale Aussage zur tatsächlichen Steuerersparnis ist deshalb nicht möglich. Sammle die Beitragsnachweise und kläre die Behandlung mit deinem Steuerberater.

Sinnvolle Ergänzungen und Alternativen

  • Krankentagegeld: Es kann bei einer vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit eine vereinbarte Zahlung leisten und damit die Zeit bis zu einer möglichen BU-Leistung überbrücken. Beginn und Höhe richten sich nach dem Vertrag.
  • Dread-Disease-Versicherung: Sie zahlt bei bestimmten vertraglich definierten schweren Krankheiten eine vereinbarte Einmalsumme. Die Leistung hängt nicht zwingend davon ab, ob du berufsunfähig wirst.
  • Unfallversicherung: Sie konzentriert sich auf Unfallfolgen und deckt daher nicht alle Ursachen einer Berufsunfähigkeit ab.
  • Erwerbsunfähigkeitsversicherung: Sie kann günstiger sein, leistet aber typischerweise erst, wenn du überhaupt keiner Tätigkeit mehr nachgehen kannst. Sie ist deshalb kein gleichwertiger Ersatz für eine BU, die an deinen konkreten Beruf anknüpft.

Wann solltest du eine BU abschließen?

Der passende Zeitpunkt hängt von deinem Alter, Gesundheitszustand, Beruf und Einkommen ab. Ein früher Abschluss kann bei guter Gesundheit zu besseren Bedingungen führen. Warte möglichst nicht, bis dein Unternehmen groß ist oder bereits gesundheitliche Einschränkungen bestehen: Dann kann der Schutz teurer werden oder nur mit Ausschlüssen, Zuschlägen oder gar nicht erhältlich sein.

Auch nach der Gründung solltest du deine Absicherung regelmäßig überprüfen. Steigen deine Einnahmen, ändern sich deine privaten Verpflichtungen oder stellst du Mitarbeiter ein, kann eine bisher passende BU-Rente zu niedrig sein. Nutze vorhandene Anpassungs- und Nachversicherungsrechte innerhalb der geltenden Fristen.

Fazit: Deine Arbeitskraft ist ein zentraler Unternehmenswert

Als Selbstständiger trägst du das Risiko eines längeren Ausfalls in vielen Fällen selbst. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung kann dein persönliches Einkommen absichern und dir finanzielle Stabilität geben, wenn du deinen Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben kannst. Prüfe besonders die Definition deines Berufs, den Verzicht auf abstrakte Verweisung, die Leistung bei teilweiser Berufsunfähigkeit sowie Nachversicherung und Dynamik.

Beziehe private Lebenshaltungskosten und betriebliche Verpflichtungen getrennt in deine Planung ein. Ergänzungen wie Krankentagegeld oder eine Dread-Disease-Versicherung können weitere Lücken schließen. Lass die Vertragsbedingungen und steuerliche Behandlung prüfen, bevor du dich entscheidest.

Autor & Experte

Ronny Knorr
Zertifizierter Sachverständiger

Experte für gesundheitliche Absicherung und Risikovorsorge

Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität: Alle Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Beratung. Für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität übernehmen wir keine Gewähr. Eine Haftung ist – soweit gesetzlich zulässig – ausgeschlossen. Solltest du Fragen haben, schreib unserem Support.

Tipp: Tarife ohne Gesundheitsfragen

Schnell abgesichert – auch mit Vorerkrankungen. Erfahre, welche Lösungen wirklich Sinn machen.

Befristete Aktionen

Sichere dir Mega-Rabatte, Sonderdeals und vieles mehr. Jetzt zuschlagen

Kostenlose Finanz-App

Starte jetzt mit der Finanzapp und behalte einen Überblick über deine Verträge.

Steven

Wendewerk Support