BU Versicherung Leistungsausschlüsse – Diese Risiken sind nicht versichert!

Deutsche Krankenversicherungskarte mit medizinischen Dokumenten im Hintergrund.

BU Versicherung Leistungsausschlüsse – Diese Risiken sind nicht versichert!

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Ein Leistungsausschluss in der Berufsunfähigkeitsversicherung bedeutet: Für ein bestimmtes Risiko oder eine bestimmte Ursache zahlt der Versicherer im Leistungsfall nicht. Häufig stehen Vorerkrankungen, risikoreiche Hobbys oder berufliche Belastungen dahinter. Ein Ausschluss muss aber nicht die einzige Lösung sein. Je nach Versicherer und Einzelfall kommen auch ein Risikozuschlag, eine präzisere Klausel oder eine spätere Überprüfung infrage.

Was ist ein Leistungsausschluss in der BU?

Vor dem Abschluss prüft der Versicherer dein gesundheitliches, berufliches und teilweise auch dein sportliches Risiko. Dazu gehören die Angaben aus den Gesundheitsfragen, dein Beruf und relevante Freizeitaktivitäten. Erkennt der Versicherer ein erhöhtes Risiko, kann er deinen Antrag zu besonderen Bedingungen annehmen.

Bei einem Leistungsausschluss bleibt der Vertrag grundsätzlich bestehen, bestimmte Ursachen der Berufsunfähigkeit sind jedoch nicht versichert. Ein Ausschluss für die Wirbelsäule kann beispielsweise bedeuten, dass bei einer Berufsunfähigkeit aufgrund einer entsprechenden Erkrankung keine BU-Rente gezahlt wird. Ob andere Ursachen – etwa ein Unfall – weiterhin versichert sind, hängt von der konkreten Klausel ab.

Risikozuschlag oder Ausschluss?

  • Risikozuschlag: Du zahlst einen höheren Beitrag, der Versicherungsschutz bleibt für das betreffende Risiko grundsätzlich bestehen.
  • Leistungsausschluss: Der Beitrag wird nicht oder weniger stark erhöht, dafür ist ein bestimmtes Risiko nicht mitversichert.

Ein Zuschlag kann vor allem dann interessant sein, wenn sich das Risiko nicht klar auf eine einzelne Erkrankung oder Körperregion begrenzen lässt. Welche Variante für dich besser ist, solltest du anhand der konkreten Bedingungen und nicht allein anhand des Beitrags entscheiden.

Warum Versicherer Ausschlüsse vereinbaren

Vorerkrankungen

Zu den häufigsten Gründen gehören frühere oder bestehende Erkrankungen. Dazu zählen unter anderem:

  • chronische Erkrankungen wie Asthma, Diabetes oder Bluthochdruck,
  • psychische Beschwerden oder frühere Behandlungen,
  • Rücken- und Gelenkprobleme,
  • schwere Erkrankungen oder Operationen in der Vergangenheit.

Der Versicherer bewertet dabei nicht nur eine Diagnose, sondern auch deren Verlauf, Behandlung und aktuelle Bedeutung. Je nach Einschätzung kann er einen Zuschlag verlangen, einen Ausschluss formulieren oder den Antrag ablehnen. Eine pauschale Aussage, welche Entscheidung getroffen wird, ist deshalb nicht möglich.

Risikoreiche Hobbys

Auch Fallschirmspringen, bestimmte Formen des Kletter- oder Mountainbikesports und Kampfsport können die Risikoprüfung beeinflussen. Möglich sind Ausschlüsse für Berufsunfähigkeit infolge einer Verletzung bei der jeweiligen Aktivität. Entscheidend sind die genaue Sportart, die Häufigkeit, die Ausübung im Training oder Wettkampf und die Angaben im Antrag.

Beschreibe dein Hobby deshalb präzise. Gelegentliches Bouldern ist nicht automatisch gleich zu bewerten wie regelmäßiges Klettern in anspruchsvollen Routen oder die Teilnahme an Wettkämpfen. Ob eine differenzierte Bewertung möglich ist, entscheidet der Versicherer.

Berufliche Belastungen

Körperlich belastende Tätigkeiten können mit einem erhöhten Risiko für Rücken- und Gelenkerkrankungen verbunden sein. Bei hoher Lärm- oder Chemikalienbelastung können außerdem Gehör-, Haut- oder Atemwegserkrankungen eine Rolle spielen. Deshalb solltest du im Antrag nicht nur deine Berufsbezeichnung nennen, sondern deine tatsächlichen Tätigkeiten möglichst genau beschreiben.

So kannst du Ausschlüsse vermeiden oder begrenzen

Gesundheitsfragen vollständig beantworten

Unvollständige oder falsche Angaben können später zu erheblichen Problemen führen, insbesondere wenn die Berufsunfähigkeit mit einer nicht angegebenen Vorerkrankung zusammenhängt. Beantworte die Fragen daher innerhalb der jeweils geforderten Zeiträume und orientiere dich an deinen Behandlungsunterlagen. Wenn du dich an Diagnosen oder Arztbesuche nicht sicher erinnerst, kannst du deine Patientenakte prüfen oder dir Informationen von behandelnden Ärzten geben lassen.

Rate Diagnosen nicht selbst und verschweige auch vermeintlich harmlose Beschwerden nicht. Maßgeblich ist, was die konkrete Gesundheitsfrage verlangt. Bei unklaren Formulierungen solltest du vor dem Antrag nachfragen.

Anonyme Risikovoranfrage nutzen

Wenn Vorerkrankungen, Behandlungen oder risikoreiche Hobbys vorliegen, kann eine anonyme Risikovoranfrage sinnvoll sein. Dabei werden die relevanten Angaben zunächst ohne einen regulären persönlichen Antrag an mehrere Versicherer übermittelt. Du erhältst so eine erste Einschätzung, ob ein Vertrag mit Zuschlag, Ausschluss oder anderen Bedingungen möglich ist.

Das Verfahren ersetzt keine vollständige Antragstellung und bietet keine Garantie für eine spätere Annahme. Die Angaben müssen auch bei einer anschließenden Antragstellung vollständig und korrekt übernommen werden. Lass dir außerdem erklären, wie die Voranfrage durchgeführt und dokumentiert wird.

Frühzeitig prüfen

Ein Abschluss in einer Phase ohne aktuelle Beschwerden kann die Risikoprüfung erleichtern. Ob und zu welchen Bedingungen du versichert wirst, hängt trotzdem von deiner individuellen Gesundheits- und Berufshistorie ab. Warte mit der Prüfung nicht unbedingt, bis neue Beschwerden oder Behandlungen hinzukommen.

Worauf du bei der Ausschlussklausel achten solltest

Lies nicht nur die Überschrift des Ausschlusses. Entscheidend ist der vollständige Wortlaut. Ein Ausschluss wegen „Rückenbeschwerden“ kann weiter reichen als eine Klausel, die sich auf eine konkrete Bandscheibenoperation oder eine bestimmte Diagnose bezieht. Auch die Frage, ob Unfallfolgen, andere Erkrankungen oder nur eine bestimmte Ursache ausgeschlossen sind, ergibt sich aus der Formulierung.

  • Welche Krankheit, Körperregion oder Tätigkeit ist genau genannt?
  • Gilt der Ausschluss für jede Berufsunfähigkeit oder nur für bestimmte Ursachen?
  • Sind Unfallfolgen oder andere Krankheitsursachen ausdrücklich eingeschlossen?
  • Ist die Klausel zeitlich befristet oder kann eine Nachprüfung beantragt werden?

Bewahre den Versicherungsschein, die Bedingungen und die Dokumentation zur Risikoprüfung auf. Im Zweifel solltest du dir die Klausel vor Vertragsabschluss verständlich erklären lassen.

Kann ein bestehender Ausschluss aufgehoben werden?

Manche Versicherer sehen eine spätere Überprüfung vor. Das ist jedoch keine automatische Option und hängt vom Vertrag sowie deiner aktuellen Situation ab. Eine Anfrage kann sich insbesondere lohnen, wenn sich dein Gesundheitszustand nachweislich verbessert hat, Beschwerden über längere Zeit nicht mehr aufgetreten sind oder die ursprüngliche Einschätzung auf inzwischen überholten Informationen beruht.

Für eine Prüfung können aktuelle ärztliche Berichte oder andere medizinische Unterlagen erforderlich sein. Stelle den Antrag auf Überprüfung direkt beim Versicherer und prüfe vorher, welche Voraussetzungen in deiner Police genannt sind. Bei einer Nachversicherung oder einem neuen Antrag kann ebenfalls eine neue Risikoprüfung erfolgen; ein bestehender Ausschluss wird dabei nicht automatisch entfernt.

Wann professionelle Unterstützung sinnvoll ist

Die Auswahl des Versicherers und die Vorbereitung des Antrags sind bei Vorerkrankungen oder risikoreichen Hobbys besonders wichtig. Ein qualifizierter Versicherungsmakler kann Gesundheitsangaben strukturieren, unterschiedliche Versicherer anfragen und die Reichweite angebotener Ausschlüsse vergleichen. Dabei darf es nicht darum gehen, Angaben günstiger erscheinen zu lassen. Entscheidend bleiben vollständige Informationen und eine korrekte Darstellung deiner Situation.

Hole dir möglichst vor der regulären Antragstellung Unterstützung, wenn mehrere Diagnosen, psychische Behandlungen, längere Arbeitsunfähigkeiten, wiederkehrende Beschwerden oder gefährliche Hobbys vorliegen. So lässt sich eher beurteilen, ob ein Risikozuschlag, ein begrenzter Ausschluss oder ein anderer Tarif in Betracht kommt.

Wichtige Punkte auf einen Blick

  • Leistungsausschlüsse können durch Gesundheit, Beruf oder Freizeitaktivitäten entstehen.
  • Ein Risikozuschlag kann teurer sein, erhält aber möglicherweise einen umfassenderen Schutz.
  • Beantworte die Gesundheitsfragen vollständig und prüfe bei Unsicherheit deine Unterlagen.
  • Eine anonyme Risikovoranfrage kann vor dem Antrag verschiedene Einschätzungen sichtbar machen.
  • Prüfe Ausschlussklauseln anhand ihres genauen Wortlauts und nicht nur anhand der Kurzbezeichnung.
  • Eine spätere Aufhebung ist unter Umständen möglich, aber vom Vertrag und Einzelfall abhängig.

Versicherungsausschlüsse und Risiken im Detail
Person hält Dokument mit besorgtem Gesichtsausdruck

Autor & Experte

Ronny Knorr
Zertifizierter Sachverständiger

Experte für gesundheitliche Absicherung und Risikovorsorge

Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität: Alle Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Beratung. Für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität übernehmen wir keine Gewähr. Eine Haftung ist – soweit gesetzlich zulässig – ausgeschlossen. Solltest du Fragen haben, schreib unserem Support.

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Steven

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