Psoriasis, auch Schuppenflechte genannt, ist eine chronische, nicht ansteckende Hauterkrankung. Typisch sind gerötete, entzündete und schuppende Hautstellen, die jucken oder schmerzen können. Häufig betroffen sind Ellenbogen, Knie, Kopfhaut, Nägel, Handflächen, Fußsohlen und der Rücken. Die Erkrankung verläuft meist in Schüben. Eine Heilung ist in der Regel nicht möglich, die Beschwerden lassen sich aber oft deutlich lindern.
Welche Behandlung geeignet ist, hängt unter anderem vom Schweregrad, den betroffenen Körperstellen, möglichen Gelenkbeschwerden und deiner Lebensqualität ab. Lass Hautveränderungen deshalb ärztlich abklären: Auch Ekzeme, Pilzinfektionen und andere Hauterkrankungen können ähnlich aussehen.
Medizinische Behandlung von Psoriasis
Bei leichter Psoriasis beginnt die Behandlung häufig mit äußerlich angewendeten Präparaten. Dazu gehören entzündungshemmende Kortikosteroide, Vitamin-D-Analoga und weitere Wirkstoffe. Kortikosteroide können Rötung und Juckreiz wirksam verringern, sollten aber nur entsprechend der ärztlichen Empfehlung und nicht länger oder großflächiger als vorgesehen angewendet werden. Für empfindliche Körperstellen kommen je nach Befund andere Präparate infrage.
Wenn die Haut großflächig betroffen ist, die Beschwerden stark sind oder äußerliche Therapien nicht ausreichen, können systemische Medikamente eingesetzt werden. Sie wirken im gesamten Körper und beeinflussen gezielt Entzündungsprozesse des Immunsystems. Dazu zählen unter anderem immunmodulierende Wirkstoffe und Biologika, die bestimmte Botenstoffe blockieren. Die Auswahl erfolgt individuell und erfordert ärztliche Kontrollen.
Eine weitere Möglichkeit ist die Phototherapie unter medizinischer Aufsicht. Bei der UVB-Therapie wird UVB-Licht eingesetzt; die PUVA-Therapie kombiniert Psoralen mit UVA-Licht. Welche Methode infrage kommt, hängt von deiner Haut, der Ausprägung und den bisherigen Behandlungserfahrungen ab. Häufig werden mehrere Ansätze kombiniert.
Hautpflege als Grundlage
Regelmäßige Hautpflege unterstützt die Hautbarriere und kann Trockenheit, Spannungsgefühl und Juckreiz reduzieren. Trage eine rückfettende Creme, Salbe oder Lotion regelmäßig auf, besonders nach dem Waschen. Bei sehr trockener Haut sind reichhaltige Salben oft geeigneter als leichte Lotionen. Produkte mit Harnstoff können Feuchtigkeit binden und verhornte Haut aufweichen; auf stark entzündeten oder offenen Stellen können sie brennen.
Dusche lauwarm und kurz. Milde, rückfettende Reinigungsprodukte sind meist besser geeignet als aggressive Seifen. Vermeide stark parfümierte Produkte und Inhaltsstoffe, auf die du bereits empfindlich reagierst. Weiche, atmungsaktive Kleidung kann zusätzliche Reibung vermeiden. Bei Juckreiz helfen manchmal kühle Umschläge oder eine kühlende Lotion. Kratzen kann die Haut verletzen und neue Entzündungen begünstigen.
Hausmittel: nur als vorsichtige Ergänzung
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Hausmittel können einzelne Beschwerden vorübergehend lindern, ihre Wirkung bei Psoriasis ist jedoch unterschiedlich gut untersucht. Sie ersetzen keine ärztlich verordnete Behandlung. Teste ein neues Produkt zunächst an einer kleinen, unauffälligen Hautstelle und beobachte die Reaktion. Bei Brennen, stärkerer Rötung oder Juckreiz solltest du es sofort absetzen.
- Öle: Olivenöl, Mandelöl, Hanföl oder Kokosöl können trockene Haut geschmeidiger machen. Trage nur eine kleine Menge auf und prüfe vorher die Verträglichkeit. Eine sichere Wirkung gegen die Entzündung ist damit nicht garantiert.
- Aloe-Vera-Gel: Ein möglichst zusatzstoffarmes Gel kann kühlend und beruhigend wirken. Auch Aloe Vera kann Unverträglichkeiten auslösen.
- Apfelessig: Verwende ihn niemals unverdünnt. Bei offenen, rissigen oder stark entzündeten Stellen kann er brennen und die Haut zusätzlich reizen. Kontakt mit den Augen ist zu vermeiden.
- Wickel und Salzbäder: Kühle Umschläge oder ein nicht zu heißes Bad können Juckreiz vorübergehend lindern. Salz kann auf offenen Hautstellen schmerzhaft brennen. Pflege die Haut nach dem Bad mit einer geeigneten Creme.
- Ätherische Öle: Teebaumöl und andere ätherische Öle können Reizungen oder allergische Reaktionen verursachen. Verwende sie nicht unverdünnt; bei empfindlicher Haut ist ein Verzicht oft die sicherere Option.
Besonderheiten an Kopfhaut, Nägeln und Gelenken
Bei Psoriasis der Kopfhaut können spezielle Shampoos, Lotionen oder ärztlich verordnete Präparate helfen, Schuppen zu lösen und die Entzündung zu behandeln. Kokos- oder Olivenöl können Schuppen eventuell weicher machen, sind aber keine Alternative zur medizinischen Therapie. Apfelessig solltest du auch auf der Kopfhaut nur stark verdünnt und nicht bei verletzter Haut anwenden.
Nagelpsoriasis kann sich durch Verfärbungen, Verdickungen oder kleine Dellen zeigen und benötigt häufig eine längerfristige Behandlung. Treten Gelenkschmerzen, Schwellungen oder morgendliche Steifigkeit auf, kann eine Psoriasis-Arthritis vorliegen. Sprich dann zeitnah mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, weil eine frühe Behandlung wichtig sein kann.
Eine plötzlich sehr starke Rötung und Schuppung großer Hautflächen, starke Schmerzen, Pusteln oder ausgeprägtes Krankheitsgefühl erfordern rasche medizinische Abklärung. Seltene schwere Verlaufsformen wie die erythrodermische oder pustulöse Psoriasis können eine Behandlung im Krankenhaus notwendig machen.
Ernährung, Bewegung und Stress
Eine bestimmte Ernährung heilt Psoriasis nicht. Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten, Nüssen, Samen und gesunden Ölen kann deine allgemeine Gesundheit unterstützen. Fetter Seefisch wie Lachs, Makrele oder Hering liefert Omega-3-Fettsäuren. Zucker, stark verarbeitete Lebensmittel, Alkohol und Rauchen solltest du möglichst reduzieren, besonders wenn du einen Zusammenhang mit deinen Schüben bemerkst. Vermeide einseitige Ausschlussdiäten und besprich größere Ernährungsumstellungen mit einer ärztlichen oder ernährungsmedizinischen Fachperson.
Regelmäßige Bewegung kann Stress abbauen und die allgemeine Gesundheit sowie das Gewichtsmanagement unterstützen. Wähle eine Aktivität, die zu dir passt, und steigere die Belastung langsam. Bei Gelenkbeschwerden können ärztlich verordnete Physiotherapie und gelenkschonende Übungen sinnvoll sein.
Stress ist ein möglicher Auslöser oder Verstärker von Schüben. Entspannung, Atemübungen, Achtsamkeit, ausreichend Schlaf und der Austausch mit anderen können helfen, besser mit der Erkrankung umzugehen. Wenn dich Psoriasis psychisch stark belastet, ist professionelle psychologische Unterstützung sinnvoll.
Die Behandlung individuell abstimmen
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Es gibt keine Behandlung, die bei allen Betroffenen gleich gut wirkt. Dein Hautarzt berücksichtigt unter anderem die betroffene Körperfläche, die Lage der Hautstellen, den Verlauf, Begleiterkrankungen und die Belastung im Alltag. Auch deine Rückmeldung zu Wirkung, Nebenwirkungen und praktischer Umsetzbarkeit ist wichtig.
Führe bei Bedarf ein Tagebuch über Schübe, mögliche Auslöser, Pflegeprodukte und Behandlungen. So lassen sich persönliche Muster besser erkennen. Setze verordnete Medikamente nicht eigenständig ab und informiere deine Arztpraxis über Nahrungsergänzungsmittel oder pflanzliche Präparate, da Wechselwirkungen möglich sind. Regelmäßige Kontrollen helfen, die Therapie im Krankheitsverlauf anzupassen und Nebenwirkungen frühzeitig zu erkennen.
