Gesundheitslexikon

Schilddrüsenvergrößerung: Symptome, Ursachen und Behandlungen im Check

Schilddrüsenvergrößerung: Symptome, Ursachen und Behandlungen im Check

6 Min. Lesezeit
Kontrast
Schrift

Fakt: 87% sind nicht auf den med. Notfall vorbereitet!

Im Notfall zählt jede Sekunde. Mit deinem Nothilfepass hast du alle lebenswichtigen Daten griffbereit – ob Allergien, Medikamente oder Notkontakte. Erstelle jetzt kostenlos deinen digitalen Nothilfepass und gib dir und deinen Liebsten ein Stück mehr Sicherheit im Alltag! Mehr erfahren

Eine Schilddrüsenvergrößerung wird auch Struma oder Kropf genannt. Sie kann sichtbar oder tastbar sein, aber auch ohne deutliche Beschwerden auftreten. Die Schilddrüse kann dabei normal funktionieren, zu viele oder zu wenige Hormone bilden. Deshalb richten sich Symptome und Behandlung nicht allein nach ihrer Größe, sondern vor allem nach der Ursache und der Schilddrüsenfunktion.

Symptome einer Schilddrüsenvergrößerung

Schilddrüsenvergrößerung: Patient und Arzt in einer modernen Arztpraxis.

Eine Vergrößerung fällt manchmal durch eine Schwellung am Hals oder einen sichtbaren Halsumfang auf. Möglich sind außerdem ein Druck- oder Fremdkörpergefühl, Beschwerden beim Schlucken sowie ein Engegefühl. Bei einer sehr großen Schilddrüse kann die Luftröhre beeinträchtigt werden. Auch Knoten können Teil einer vergrößerten Schilddrüse sein.

Welche weiteren Beschwerden auftreten, hängt davon ab, ob die Schilddrüse zu viele oder zu wenige Hormone produziert:

  • Bei einer Überfunktion: Herzrasen oder unregelmäßiger Herzschlag, Nervosität, Reizbarkeit, ungewollter Gewichtsverlust, vermehrtes Schwitzen, Hitzeempfindlichkeit und Schlafstörungen.

  • Bei einer Unterfunktion: Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Gewichtszunahme, Kälteempfindlichkeit, trockene Haut und Haare sowie Verstopfung.

Schilddrüsenerkrankungen können sich außerdem auf Stimmung und Konzentration auswirken. Angst, depressive Verstimmung oder Reizbarkeit sollten deshalb bei der ärztlichen Abklärung erwähnt werden. Bei Frauen können Zyklusveränderungen, bei Männern Potenzprobleme auftreten. Diese Beschwerden haben jedoch auch andere mögliche Ursachen.

Eine tastbare Schwellung, ein Knoten oder mehrere passende Symptome sind Gründe für eine ärztliche Untersuchung. Bei Atemnot, zunehmenden Schluckbeschwerden oder rasch wachsender Schwellung solltest du zeitnah medizinische Hilfe suchen.

Mögliche Ursachen

Eine Schilddrüsenvergrößerung kann verschiedene Auslöser haben. Zu den möglichen Ursachen gehören:

  • Jodmangel: Jod wird für die Bildung von Schilddrüsenhormonen benötigt. Bei einer unzureichenden Versorgung kann die Schilddrüse wachsen, um ihre Hormonproduktion aufrechtzuerhalten.

  • Autoimmunerkrankungen: Bei Morbus Basedow stimulieren Antikörper die Schilddrüse. Das kann eine Überfunktion und eine Vergrößerung auslösen. Bei Hashimoto-Thyreoiditis greift das Immunsystem die Schilddrüse an. Im Verlauf kann sich eine Unterfunktion entwickeln.

  • Knoten und autonome Bereiche: Einzelne oder mehrere Bereiche der Schilddrüse können unabhängig von der normalen Steuerung Hormone bilden. Ob ein Knoten unauffällig ist oder genauer untersucht werden muss, lässt sich nicht allein durch Tasten beurteilen.

  • Familiäre Veranlagung: Schilddrüsenerkrankungen können familiär gehäuft auftreten. Eine familiäre Vorbelastung bedeutet jedoch nicht, dass du zwangsläufig erkrankst.

  • Medikamente und weitere Faktoren: Bestimmte Medikamente können die Schilddrüsenfunktion beeinflussen. Welche Rolle sie im Einzelfall spielen, sollte ärztlich geprüft werden.

Ein erhöhtes Risiko kann unter anderem bei familiärer Vorbelastung, bekannten Autoimmunerkrankungen oder früheren Schilddrüsenproblemen bestehen. Nicht jede Schwellung am Hals stammt allerdings von der Schilddrüse; auch vergrößerte Lymphknoten, Zysten oder andere Veränderungen kommen infrage.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Zu Beginn fragt der Arzt nach deinen Beschwerden, Vorerkrankungen, Medikamenten und familiären Risiken. Bei der körperlichen Untersuchung wird der Hals betrachtet und die Schilddrüse abgetastet. So lassen sich Vergrößerungen und manche Knoten erkennen.

Blutuntersuchung

Im Blut werden meist zunächst TSH sowie die freien Schilddrüsenhormone fT4 und fT3 bestimmt. Die Werte zeigen, ob eine Über- oder Unterfunktion vorliegt. Antikörper können Hinweise auf Autoimmunerkrankungen wie Hashimoto-Thyreoiditis oder Morbus Basedow geben.

Ultraschall und weitere Untersuchungen

Eine Ultraschalluntersuchung zeigt Größe, Struktur und mögliche Knoten. Sie ist schmerzfrei und kommt ohne Strahlenbelastung aus. Eine Schilddrüsenszintigrafie kann ergänzend darstellen, wie aktiv einzelne Bereiche arbeiten. Dabei werden unter anderem „heiße“ und „kalte“ Knoten unterschieden. Bei einer sehr großen oder in den Brustraum reichenden Schilddrüse können je nach Situation weitere bildgebende Untersuchungen wie CT oder Röntgen erforderlich sein.

Behandlung der Schilddrüsenvergrößerung

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache, der Schilddrüsenfunktion, der Größe der Struma und dem Befund möglicher Knoten. Eine kleine, unauffällige Vergrößerung ohne Funktionsstörung kann zunächst kontrolliert werden.

Medikamente

Bei einer Überfunktion können antithyreoidale Medikamente die Bildung von Schilddrüsenhormonen bremsen. Thiamazol ist ein häufig eingesetzter Wirkstoff. Beta-Blocker können vorübergehend Beschwerden wie Herzrasen, Zittern und Nervosität lindern, behandeln aber nicht die Ursache.

Bei einer Unterfunktion wird meist Levothyroxin eingesetzt, um den Hormonmangel auszugleichen. Die Dosis wird anhand von Beschwerden und Blutwerten angepasst. Während der Behandlung sind regelmäßige Kontrollen wichtig. Wenn du ungewöhnliche Beschwerden oder mögliche Nebenwirkungen bemerkst, solltest du sie ärztlich besprechen und Medikamente nicht eigenständig verändern.

Operation

Eine Operation kann infrage kommen, wenn die Schilddrüse stark vergrößert ist und auf Luftröhre oder Speiseröhre drückt, wenn Knoten verdächtig sind oder eine Überfunktion anders nicht ausreichend behandelt werden kann. Je nach Befund wird ein Teil der Schilddrüse oder das gesamte Organ entfernt. Mögliche Operationsrisiken sind Blutungen, Infektionen, eine Verletzung der Stimmbandnerven mit Heiserkeit sowie eine Beeinträchtigung der Nebenschilddrüsen mit Auswirkungen auf den Kalziumhaushalt. Nach vollständiger Entfernung werden in der Regel dauerhaft Schilddrüsenhormone benötigt.

Radiojodtherapie

Bei der Radiojodtherapie nimmt die Schilddrüse radioaktives Jod auf. Die Strahlung wirkt vor allem in den Schilddrüsenzellen und kann die Hormonproduktion sowie die Größe der Drüse reduzieren. Sie wird unter anderem bei Morbus Basedow oder hormonbildenden autonomen Knoten eingesetzt. Eine mögliche langfristige Folge ist eine Unterfunktion, die mit Schilddrüsenhormonen behandelt werden kann. Ob diese Therapie geeignet ist, hängt von deinem Befund ab.

Was du bei Ernährung und alternativen Methoden beachten solltest

Eine ausgewogene Ernährung ist grundsätzlich sinnvoll. Jodiertes Speisesalz, Fisch und Milchprodukte können zur Jodversorgung beitragen. Einen vermuteten Mangel solltest du jedoch nicht auf eigene Faust mit hoch dosierten Präparaten behandeln: Zu viel Jod kann die Schilddrüse ebenfalls beeinflussen. Auch Selen, Zink und andere Nahrungsergänzungsmittel solltest du nur nach ärztlicher Rücksprache einnehmen.

Für spezielle Diäten oder Homöopathie gibt es bei Schilddrüsenvergrößerungen keinen allgemein belegten Ersatz für die medizinische Behandlung. Entspannungstechniken können das Wohlbefinden unterstützen, beseitigen aber nicht die Ursache der Vergrößerung.

Kontrollen und besondere Situationen

Schilddrüsenvergrößerung: Patient und Arzt in einer hellen Arztpraxis.

Nach einer Behandlung kontrolliert der Arzt regelmäßig die Schilddrüsenwerte und passt die Therapie bei Bedarf an. Ultraschall oder weitere Untersuchungen können notwendig sein, wenn sich die Größe, Struktur oder Beschwerden verändern.

Wenn du schwanger bist, schwanger werden möchtest oder stillst, solltest du eine bekannte Schilddrüsenerkrankung frühzeitig ärztlich begleiten lassen. In dieser Zeit können sich der Hormonbedarf und die Anforderungen an die Behandlung verändern. Auch im höheren Alter können Beschwerden wie Müdigkeit, Gewichtsveränderungen oder Herzprobleme weniger eindeutig sein und mit anderen Erkrankungen verwechselt werden.

Eine Schilddrüsenvergrößerung ist nicht automatisch ein Zeichen für Krebs. Knoten und Schwellungen sollten trotzdem abgeklärt werden. Je früher die Ursache erkannt wird, desto gezielter kann die Behandlung geplant und die Schilddrüsenfunktion überwacht werden.

Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität: Alle Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Beratung. Für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität übernehmen wir keine Gewähr. Eine Haftung ist – soweit gesetzlich zulässig – ausgeschlossen. Solltest du Fragen haben, schreib unserem Support.

Gesetzliche Krankenkasse

Vielleicht zahlst du zu viel - oder bekommst zu wenig.

Gesetzliche Krankenkasse

Wie groß sind die Unterschiede zwischen den Krankenkassen wirklich?

Tipp: Tarife ohne Gesundheitsfragen

Schnell abgesichert – auch mit Vorerkrankungen. Erfahre, welche Lösungen wirklich Sinn machen.

Befristete Aktionen

Sichere dir Mega-Rabatte, Sonderdeals und vieles mehr. Jetzt zuschlagen

Kostenlose Finanz-App

Starte jetzt mit der Finanzapp und behalte einen Überblick über deine Verträge.

Steven

Wendewerk Support