Eine Thrombose entsteht, wenn sich in einem Blutgefäß ein Blutgerinnsel bildet und den Blutfluss behindert oder verschließt. Sie kann in Venen oder Arterien auftreten. Besonders häufig ist die tiefe Venenthrombose (TVT) in den Beinen oder im Becken. Löst sich ein Gerinnsel und gelangt in die Lunge, kann eine lebensbedrohliche Lungenembolie entstehen.
Thrombose: Welche Symptome sind möglich?
Eine Thrombose verursacht nicht immer Beschwerden. Mögliche Anzeichen treten häufig einseitig an einem Bein oder Arm auf:
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Schwellung oder ein plötzliches Schweregefühl
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Schmerzen, Ziehen oder Druckempfindlichkeit
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Rötung oder bläuliche Verfärbung der Haut
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Überwärmung der betroffenen Stelle
Die Beschwerden können unterschiedlich stark ausfallen und anderen Ursachen ähneln, etwa einer Muskelverletzung oder Entzündung. Lass solche Symptome deshalb ärztlich abklären, statt sie selbst einzuordnen.
Warnzeichen einer Lungenembolie
Plötzliche Atemnot, Brustschmerzen, ein sehr schneller Herzschlag oder Husten, möglicherweise mit Blut, können auf eine Lungenembolie hindeuten. Wähle in diesem Fall sofort den Notruf 112. Das gilt auch bei einer raschen Verschlechterung des Zustands.
Wie entsteht eine Thrombose?
Bei der Entstehung wirken oft mehrere Faktoren zusammen. Die sogenannte Virchow-Trias beschreibt drei grundlegende Mechanismen:
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Ein verlangsamter Blutfluss, etwa durch langes Sitzen oder Liegen
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Eine Schädigung der Gefäßwand, beispielsweise durch Verletzungen oder Entzündungen
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Eine veränderte Blutzusammensetzung mit erhöhter Gerinnungsneigung
Zu den möglichen Risikofaktoren gehören höheres Alter, Übergewicht, Rauchen, Schwangerschaft, längere Immobilität nach einer Operation oder auf Reisen sowie eine familiäre oder genetische Veranlagung. Auch bestimmte Medikamente, darunter hormonelle Präparate, einige Krebsmedikamente und Hormontherapien, können das Risiko beeinflussen. Erkrankungen wie Krebs, Herzschwäche, Vorhofflimmern oder entzündliche Darmerkrankungen können ebenfalls eine Rolle spielen.
Oberflächliche und tiefe Thrombose
Bei einer oberflächlichen Thrombose ist eine Vene direkt unter der Haut betroffen. Die Stelle kann schmerzen, gerötet und entzündet sein. Eine tiefe Venenthrombose betrifft dagegen tiefer liegende Venen, meist im Bein oder Becken. Sie ist besonders relevant, weil sich das Gerinnsel lösen und eine Lungenembolie verursachen kann.
Wie wird eine Thrombose diagnostiziert?
Am Anfang stehen das Gespräch über Beschwerden und Risikofaktoren sowie die körperliche Untersuchung. Bei Verdacht auf eine tiefe Venenthrombose wird häufig eine Ultraschalluntersuchung eingesetzt. Die Doppler-Sonografie zeigt zusätzlich, wie schnell das Blut durch die Gefäße fließt und ob der Blutstrom beeinträchtigt ist.
Ein Bluttest kann den Wert der sogenannten D-Dimere bestimmen. Erhöhte Werte können auf Gerinnsel hinweisen, treten aber auch bei anderen Umständen auf, zum Beispiel bei Entzündungen oder in der Schwangerschaft. Der Test reicht daher nicht allein für eine Diagnose aus. Je nach Verdacht und betroffener Körperregion können außerdem CT oder MRT erforderlich sein. Die Phlebografie mit Kontrastmittel wird heute seltener eingesetzt.
Welche Behandlung kommt infrage?
Die Behandlung richtet sich nach der Art, Lage und Ausdehnung der Thrombose sowie nach deinem individuellen Risiko. Häufig werden gerinnungshemmende Medikamente, sogenannte Antikoagulanzien, eingesetzt. Dazu gehören je nach Situation Spritzen, Infusionen oder Tabletten. Sie sollen verhindern, dass das Gerinnsel wächst, und das Risiko einer Lungenembolie verringern. Die Auswahl und Dosierung müssen ärztlich erfolgen; dabei kann unter anderem die Nierenfunktion berücksichtigt werden.
Bei bestimmten schweren oder ausgedehnten Befunden kommen weitere Verfahren infrage. Bei einer Thrombektomie wird ein Gerinnsel mithilfe eines Katheters oder operativ aus dem Gefäß entfernt. Eine Lysetherapie versucht, das Gerinnsel mit Medikamenten aufzulösen. Wegen des Blutungsrisikos wird sie nur in ausgewählten Fällen eingesetzt.
Nach der Akutbehandlung können Nachsorge, Bewegung und gegebenenfalls Kompression eine Rolle spielen. Ob Kompressionsstrümpfe sinnvoll sind, wie stark sie sein sollen und wie lange du sie trägst, sollte mit deinem Arzt abgestimmt werden. Falsch sitzende Strümpfe können Beschwerden verursachen oder die Durchblutung beeinträchtigen.
Mögliche Folgen und Komplikationen
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Die wichtigste akute Komplikation einer tiefen Venenthrombose ist die Lungenembolie. Langfristig kann sich ein postthrombotisches Syndrom entwickeln. Dabei können Venenwände oder Venenklappen geschädigt werden. Mögliche Folgen sind anhaltende Schwellungen, Schmerzen, Krampfadern, Hautveränderungen und Geschwüre am Unterschenkel. Auch wiederkehrende Thrombosen sind möglich, insbesondere wenn Risikofaktoren oder bestimmte Erkrankungen bestehen.
Thrombose vorbeugen
Du kannst nicht alle Risikofaktoren beeinflussen. Regelmäßige Bewegung hilft jedoch, lang andauernden Blutstau zu vermeiden. Unterbrich langes Sitzen oder Stehen immer wieder, bewege die Beine und stehe auf, wenn es die Situation erlaubt. Auf längeren Reisen können regelmäßige Bewegungspausen und ausreichend alkoholfreie Flüssigkeit sinnvoll sein. Ob du Kompressionsstrümpfe brauchst, klärst du am besten vorab medizinisch.
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Bewege dich regelmäßig, zum Beispiel durch Spaziergänge, Radfahren, Schwimmen oder moderates Training.
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Vermeide möglichst lange Phasen ohne Bewegung, besonders nach Operationen und bei Bettlägerigkeit.
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Sprich bei erhöhtem Risiko, etwa vor einer Operation, in der Schwangerschaft oder bei einer früheren Thrombose, mit deinem Arzt über geeignete Vorbeugung.
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Rauchst du, kann ein Rauchstopp die Gefäßgesundheit unterstützen.
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Eine ausgewogene Ernährung und ein gesundes Körpergewicht gehören zu einem insgesamt günstigen Lebensstil, ersetzen aber keine medizinische Thromboseprophylaxe.
Nach Operationen oder bei längerer Immobilität kann eine medikamentöse Prophylaxe notwendig sein. Solche Mittel darfst du nur nach ärztlicher Anweisung anwenden.
Was tun bei Verdacht?
Bei neu auftretender einseitiger Schwellung, Schmerzen, Rötung oder Überwärmung solltest du zeitnah medizinische Hilfe suchen. Bei Atemnot, Brustschmerzen, schnellem Herzschlag oder blutigem Husten rufst du sofort 112. Nimm keine gerinnungshemmenden Medikamente auf eigene Faust ein und verändere eine bestehende Therapie nicht ohne ärztliche Rücksprache.
Nach einer bestätigten Thrombose sind die verordnete Behandlung, Kontrolltermine und Hinweise zur Nachsorge wichtig. Auch psychische Belastungen wie Angst vor einer erneuten Thrombose oder einer Lungenembolie sind ernst zu nehmen. Sprich darüber mit deinem Arzt und hole dir bei Bedarf zusätzliche Unterstützung.
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