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Zeckenenzephalitis: Symptome, Ursachen und Behandlungen im Check

Zeckenenzephalitis: Symptome, Ursachen und Behandlungen im Check

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Zeckenenzephalitis ist die umgangssprachliche Bezeichnung für die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Die Virusinfektion wird überwiegend durch den Stich infizierter Zecken übertragen. Sie verläuft oft ohne Beschwerden, kann aber auch das Gehirn, die Hirnhäute oder das Rückenmark betreffen. Die Erkrankung ist deshalb ernst zu nehmen.

Wie wird FSME übertragen?

Das FSME-Virus gehört zur Familie der Flaviviren. Zecken nehmen es beim Blutsaugen an infizierten Tieren, vor allem kleinen Nagetieren, auf und können es beim nächsten Stich weitergeben. Eine Übertragung über den Zeckenstich kann früh erfolgen. Deshalb solltest du eine Zecke trotzdem sofort entfernen, auch wenn dadurch eine FSME-Infektion nicht sicher verhindert wird.

Selten ist eine Infektion durch nicht pasteurisierte Milch oder Rohmilchprodukte infizierter Tiere möglich. Von Mensch zu Mensch wird FSME im Alltag in der Regel nicht übertragen.

Das Risiko hängt stark vom Aufenthaltsort ab. In Deutschland liegen bekannte Risikogebiete vor allem in Teilen von Bayern und Baden-Württemberg, außerdem gibt es betroffene Regionen in anderen Bundesländern sowie in Österreich, der Schweiz, dem Baltikum und Teilen Ost- und Nordeuropas. Die Einstufung kann sich ändern. Vor Ausflügen und Reisen solltest du aktuelle Informationen des Robert Koch-Instituts prüfen.

Diagnose der Zeckenenzephalitis: Doctor consulting with a patient about tick-borne encephalitis.

FSME-Symptome

Nach einer Ansteckung können zunächst mehrere Tage bis etwa zwei Wochen vergehen, bevor Beschwerden auftreten. Die erste Krankheitsphase ähnelt häufig einer Grippe:

  • Fieber

  • Kopfschmerzen

  • Muskel- und Gliederschmerzen

  • Müdigkeit und allgemeines Krankheitsgefühl

Bei einem Teil der Betroffenen klingt diese Phase wieder ab. Nach einem beschwerdefreien Intervall kann sich jedoch eine Entzündung des Nervensystems entwickeln. Mögliche Anzeichen sind starke Kopfschmerzen, Nackensteife, Schwindel, Erbrechen, Bewusstseins- oder Orientierungsstörungen und ausgeprägte Müdigkeit. Auch Koordinationsstörungen (Ataxie), Lähmungen oder Krampfanfälle sind möglich.

Bei neurologischen Symptomen solltest du sofort ärztliche Hilfe holen. Besonders bei Bewusstseinsstörungen, Krampfanfällen, Lähmungen, starker Nackensteife oder sehr heftigen Kopfschmerzen ist ein Notruf angemessen. Bei Kindern können Fieber, Erbrechen, Bauchschmerzen, Reizbarkeit oder ungewöhnliche Schläfrigkeit im Vordergrund stehen.

Diagnose von FSME

Für die Diagnose sind die Beschwerden, ein möglicher Aufenthalt in einem Risikogebiet, ein Zeckenstich und der Impfstatus wichtige Hinweise. Viele Menschen bemerken den Stich nicht. Deshalb schließt ein fehlender Zeckenstich FSME nicht aus.

Ärztinnen und Ärzte untersuchen unter anderem Reflexe, Muskelkraft und andere neurologische Funktionen. Blutuntersuchungen können Antikörper gegen das FSME-Virus nachweisen. Bei neurologischen Beschwerden kann zusätzlich eine Lumbalpunktion erforderlich sein, um die Entzündungsreaktion im Nervenwasser zu untersuchen und andere Ursachen abzugrenzen. Je nach Verlauf kommen bildgebende Verfahren wie eine MRT hinzu.

Zu den möglichen Differenzialdiagnosen gehören unter anderem Borreliose, eine Herpes-Enzephalitis sowie andere virale oder bakterielle Infektionen des Nervensystems. Die Diagnose sollte daher nicht allein anhand eines Zeckenstichs oder unspezifischer Beschwerden gestellt werden.

Behandlung der Zeckenenzephalitis

Gegen das FSME-Virus gibt es keine etablierte spezifische antivirale Behandlung. Die Therapie richtet sich nach dem Schweregrad und konzentriert sich auf die Linderung der Beschwerden sowie die Behandlung von Komplikationen. Dazu können Überwachung, Flüssigkeitszufuhr, Fieber- und Schmerzbehandlung sowie bei Bedarf Medikamente gegen Krampfanfälle gehören. Bei schweren neurologischen Verläufen ist eine Behandlung im Krankenhaus erforderlich.

Welche Medikamente geeignet sind, hängt unter anderem von Alter, Vorerkrankungen und anderen Arzneimitteln ab. Nimm Schmerz- oder Fiebermittel deshalb nach ärztlicher Empfehlung ein. Hausmittel wie Wadenwickel können eine ärztliche Behandlung nicht ersetzen.

Nach einem schweren Verlauf kann eine Rehabilitation sinnvoll sein. Physiotherapie unterstützt Beweglichkeit und Kraft, Ergotherapie hilft bei Alltagsfähigkeiten. Bei Sprach- oder Schluckstörungen kann Logopädie eingesetzt werden. Auch Konzentrationsprobleme, Gedächtnisstörungen, chronische Kopfschmerzen oder psychische Belastungen solltest du ärztlich ansprechen.

FSME vorbeugen

Impfung

Die FSME-Impfung ist der wichtigste Schutz, wenn du in einem Risikogebiet lebst oder dich dort regelmäßig im Freien aufhältst. Sie wird in der Regel in mehreren Dosen aufgebaut und später aufgefrischt. Ob die Impfung für dich, dein Kind oder eine Reise sinnvoll ist, besprichst du am besten rechtzeitig mit einer Ärztin oder einem Arzt. Aktuelle Empfehlungen richten sich unter anderem nach Region, Alter, Aufenthaltsdauer und persönlichem Risiko.

Zeckenstiche vermeiden

  • Trage lange, möglichst helle Kleidung. Stecke Hosenbeine in die Socken, wenn du durch hohes Gras oder Unterholz gehst.

  • Bleibe möglichst auf befestigten Wegen und verwende ein geeignetes Zeckenabwehrmittel für Haut oder Kleidung nach Gebrauchsanweisung.

  • Suche deinen Körper nach jedem Aufenthalt im Freien ab. Achte besonders auf Achseln, Kniekehlen, Leisten, Haaransatz und schwer einsehbare Stellen.

  • Kontrolliere auch deine Haustiere nach Spaziergängen.

Zecke richtig entfernen

Fasse die Zecke mit einer feinen Pinzette oder Zeckenzange möglichst nah an der Haut und ziehe sie langsam und gerade heraus. Vermeide Öl, Klebstoff oder andere reizende Substanzen. Desinfiziere die Stichstelle anschließend und beobachte sie. Bei Fieber, starken Kopfschmerzen oder neurologischen Beschwerden informierst du die Arztpraxis über den Zeckenstich oder einen Aufenthalt in einem Risikogebiet.

Zeckenenzephalitis: Doctor consulting about tick-borne diseases with a tablet.

FSME auf Reisen

Informiere dich vor einer Reise, ob dein Ziel zu einem FSME-Risikogebiet gehört. Wenn eine Impfung empfohlen wird, solltest du die Impfserie möglichst frühzeitig planen, da der Schutz nicht unmittelbar vollständig besteht. Auch unterwegs helfen lange Kleidung, ein geeignetes Repellent und eine tägliche Körperkontrolle.

Zeckenenzephalitis und Reisen: Doctor consulting a patient about tick-borne encephalitis.

FSME ist nicht dasselbe wie Borreliose: FSME wird durch ein Virus verursacht und hat keine spezifische antivirale Standardtherapie, während Borreliose eine bakterielle Infektion ist. Nach einem Zeckenstich bedeutet Fieber oder Unwohlsein nicht automatisch FSME. Treten jedoch neurologische Beschwerden auf, brauchst du umgehend medizinische Abklärung.

Weitere Informationen zu FSME, aktuellen Risikogebieten und Impfempfehlungen findest du bei Gesundheitsbehörden wie dem Robert Koch-Institut. Eine persönliche Beratung ist besonders wichtig, wenn du in einem Risikogebiet lebst, häufig draußen arbeitest, verreist oder bereits neurologische Symptome hast.

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