Privatversicherte in Deutschland müssen sich erneut auf steigende Beiträge in der privaten Krankenversicherung (PKV) einstellen. Nach Angaben des PKV-Verbands sind deutliche Beitragsanpassungen für 2026 zu erwarten. Grund dafür sind vor allem die gestiegenen Leistungsausgaben der Versicherer, insbesondere in den Bereichen Arzneimittel und Krankenhausversorgung.
Gründe für die Beitragserhöhungen
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Steigende Gesundheitskosten, insbesondere bei Arzneimitteln und Krankenhausleistungen.
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Leistungsausgaben steigen stärker als Prämieneinnahmen.
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Anpassungsmechanismus bei Überschreitung von Leistungsausgaben-Schwellenwerten.
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Veränderungen bei den Rechnungszinsen beeinflussen die Prämienhöhe.
Die Leistungsausgaben in der PKV sind im vergangenen Jahr um 8,1 Prozent gestiegen, während die Prämieneinnahmen nur um 2,8 Prozent zulegten. Die Kosten für Krankenhausleistungen allein erhöhten sich um 13,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Diese Entwicklung setzt sich voraussichtlich fort und zwingt die Versicherer zu Anpassungen.
Der Mechanismus hinter den Beitragserhöhungen
Die PKV-Unternehmen können Beitragsanpassungen nicht willkürlich vornehmen. Gesetzlich vorgeschriebene Schwellenwerte, oft bei zehn Prozent oder mehr über den kalkulierten Leistungsausgaben, lösen eine Beitragsanpassung aus. Ein unabhängiger Treuhänder prüft diese Abweichungen. Wenn diese Schwellenwerte erreicht sind, müssen die Versicherer die Beiträge anpassen. Dabei werden auch andere Faktoren wie die Zinsentwicklung berücksichtigt. Dies kann zu sprunghaften Erhöhungen führen, die immer wieder Kritik von Verbrauchern und Politik hervorrufen.
Historische Beitragsentwicklungen und mögliche Lösungen
Beitragserhöhungen sind in der PKV keine Seltenheit. Auch in den Vorjahren gab es teils deutliche Anstiege. So waren beispielsweise 2022 teilweise drastische Erhöhungen zu verzeichnen, wobei einige Anbieter die Prämie um bis zu 45 % anpassten. Ursachen waren neben den Kostensteigerungen im Gesundheitssystem auch Änderungen bei den Rechnungszinsen infolge der Nullzinspolitik der EZB.
Für Versicherte, die Schwierigkeiten haben, die steigenden Beiträge zu zahlen, gibt es verschiedene Optionen:
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Tarifwechsel: Ein Wechsel in einen günstigeren Tarif innerhalb desselben Versicherers ist jederzeit möglich und erhält die Altersrückstellungen. Eine erneute Gesundheitsprüfung entfällt, wenn der Leistungsumfang nicht steigt.
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Leistungsreduzierung: Der Verzicht auf bestimmte Leistungen wie Einbettzimmer oder freie Arztwahl kann die Beiträge senken.
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Erhöhung der Selbstbeteiligung: Eine vereinbarte Selbstbeteiligung kann die monatlichen Beiträge reduzieren.
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Wechsel in die GKV: Unter bestimmten Voraussetzungen (Alter, Einkommen) ist ein Wechsel in die gesetzliche Krankenversicherung möglich.
Es ist ratsam, die eigenen Versicherungsbedingungen regelmäßig zu prüfen und bei Bedarf professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen, um die besten Optionen zu identifizieren.
Quellen
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PKV-Schutz wird 2025 deutlich teurer, Ärzte Zeitung.
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Handelsblatt, Handelsblatt.
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Private Krankenversicherung: Auch 2022 teils drastische Beitragserhöhungen, Steuertipps.
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PKV-Beitragserhöhungen 2021 wegen Corona – jetzt prüfen, hc consulting AG.
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SDK PKV Beitragserhöhung 2020 – Jetzt Tarif prüfen, hc consulting AG.

