Am 1. Januar 2026 treten wichtige Änderungen bei der privaten Krankenversicherung (PKV) und den Arbeitgeberzuschüssen für Angestellte in Kraft. Besonders für Gutverdiener und potenzielle Wechsler von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) lohnt sich ab sofort ein genauer Blick auf die neuen Grenzwerte und Tarife.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Beitragsbemessungsgrenzen und Arbeitgeberzuschuss steigen 2026 erneut
- Wechsel in die PKV ab einem Jahresbrutto von 77.400 Euro möglich
- Arbeitgeberzuschuss für die PKV beträgt künftig maximal 508,59 Euro für Kranken- und 104,63 Euro für Pflegeversicherung
- Anspruch auf Zuschuss bleibt auch in der PKV bestehen, Familienmitglieder profitieren unter Umständen davon
Neue Grenzwerte und wer wechseln darf
2026 erhalten Angestellte mit einem Bruttojahreseinkommen über 77.400 Euro die Möglichkeit, ihre Krankenversicherung frei zu wählen. Überschreitet das Gehalt diese sogenannte Jahresarbeitsentgeltgrenze, entfällt die Versicherungspflicht in der GKV. Damit steht der Wechsel in die PKV offen – jedoch ist ein Wechsel meist nur zum Jahresbeginn möglich. Zuwendungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld zählen mit, einmalige Prämien allerdings nicht.
Mehr Geld vom Arbeitgeber: Der Zuschuss 2026
Arbeitnehmer in der PKV erhalten vom Arbeitgeber den gleichen Zuschuss wie gesetzlich Versicherte – jedoch bis zu einer Obergrenze. Ab 2026 sind das maximal 508,59 Euro monatlich für die Krankenversicherung (entsprechend 8,75 % vom Limit der Beitragsbemessungsgrenze) und 104,63 Euro (bzw. 75,56 Euro in Sachsen) für die Pflegeversicherung. Das ergibt einen möglichen Gesamtzuschuss von 613,22 Euro im Monat.
Bekommen Familienmitglieder wie Ehepartner oder Kinder keine eigene eigene Versicherung, kann der nicht ausgeschöpfte Zuschuss anteilig auf sie übertragen werden – sofern sie die Voraussetzungen erfüllen, z.B. beim Einkommen.
Die besten PKV-Tarife 2026 im Überblick
Laut aktuellen Vergleichen bieten im Komfortschutz besonders die Arag, Continentale und der Deutsche Ring sehr gute Leistungen ab ca. 593 Euro monatlich (inkl. Selbstbehalt). Im Bereich Premiumschutz schneiden die Bayerische Beamtenkrankenkasse, UKV und Hallesche mit monatlichen Beiträgen um 721 Euro besonders gut ab.
| Anbieter | Tarif (Premium) | Monatsbeitrag inkl. Selbstbehalt | Note |
|---|---|---|---|
| Bayerische Beamtenkrankenkasse | GesundheitVario, VARIO AmbulantPlus, VARIO KlinikPlus | 721,99 € | Sehr gut |
| UKV Union Krankenversicherung | GesundheitVario, VARIO ZahnPlus, VARIO KlinikPlus | 721,99 € | Sehr gut |
| Hallesche | NK.select XL Bonus, URZ | 760,93 € | Sehr gut |
Worauf Wechselwillige achten sollten
- Die PKV-Beiträge richten sich nicht nach dem Einkommen, sondern nach Tarif, Gesundheitszustand und Alter – sie steigen im Laufe des Lebens weiter.
- Ohne eigene Altersrückstellungen wird die PKV im Rentenalter meist teurer als die GKV.
- Familienversicherung gibt es in der PKV nicht: Für jeden Angehörigen ist ein eigener Vertrag notwendig.
- Rückkehr in die GKV ist unter 55 Jahren möglich, wenn das Gehalt wieder unter die Versicherungspflichtgrenze sinkt.
Fazit: Mehr Flexibilität, aber auch mehr Verantwortung
2026 bringt bessere Zuschüsse und einen deutlichen Vorteil für Angestellte, die mit dem PKV-Wechsel liebäugeln. Dennoch sollten Interessierte den Schritt genau kalkulieren: Die private Krankenversicherung bietet komfortable Tarife und medizinische Extras, verlangt aber solide Planung – besonders für die Zeit nach dem Berufsleben.
Quellen
- Diese Beträge gibt es 2026, Handelsblatt.
- Die besten PKVs für Angestellte 2026, Handelsblatt.
