Immer mehr Eltern stehen vor der Frage, wie sie ihre Kinder optimal und kostengünstig über die Krankenversicherung absichern können. Die neue Gesetzgebung ab 2025 bringt nicht nur höhere Einkommensgrenzen, sondern auch mehr Klarheit über die Bedingungen zur Familienversicherung sowie die Rechte und Pflichten von Eltern und Jugendlichen.
Wichtigste Erkenntnisse
- Kostenlose Mitversicherung gilt für Kinder bis 23 Jahre (bzw. 25 bei Studium/Ausbildung)
- Strikte Einkommensgrenzen: Übersteigt das Einkommen (inkl. Minijobs, Kapitalerträge) die jeweilige Grenze, endet die kostenlose Mitversicherung
- Familienversicherung bleibt günstiger als separate Policen
Wer kann ein Kind beitragsfrei versichern?
Die Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bietet den Vorteil, dass Kinder – und in bestimmten Fällen auch Ehe- und Lebenspartner – kostenlos mitversichert werden können. Voraussetzung ist, dass das Kind in Deutschland wohnt, nicht hauptberuflich selbstständig ist, nicht verbeamtet ist und selbst kein zu hohes regelmäßiges Einkommen erzielt. Für privat versicherte Eltern gelten abweichende Regelungen.
Einkommensgrenzen und Altersgrenzen ab 2025
Für die beitragsfreie Familienversicherung gilt 2025 eine Einkommensobergrenze von 535 Euro pro Monat (bzw. 556 Euro bei Minijobs). Ab 2026 steigen die Werte auf 565 Euro bzw. 603 Euro für Minijobber an. Das Gesamteinkommen wird nach Steuerrecht berechnet und umfasst auch Kapitaleinkünfte sowie Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung. Wird diese Grenze regelmäßig überschritten, endet die beitragsfreie Absicherung.
Kinder sind bis zum 23. Geburtstag mitversichert, sofern sie nicht berufstätig sind. Studierende und Auszubildende profitieren bis zum 25. Geburtstag. Freiwillige Übergangsjahre sowie spezielle Dienste wie Bundesfreiwilligendienst können die Mitversicherung aussetzen.
Was ändert sich ab der Volljährigkeit?
Mit dem 18. Geburtstag des Kindes sollten Eltern prüfen, ob weiterhin eine Familienversicherung möglich ist. Bleibt das Kind Schüler oder beginnt ein Studium, besteht der Schutz fort. Bei Unterbrechungen – etwa ein Vollzeitjob zwischen Schule und Studium – ist oft eine eigene Versicherung notwendig. Nach Ende der Familienversicherung müssen Kinder einen eigenen Tarif wählen, etwa eine vergünstigte studentische Krankenversicherung.
Was tun bei Überschreiten der Grenzen?
Wird das Einkommen des Kindes zu hoch, fordert die Krankenkasse Nachweise und kann rückwirkend Beiträge anfordern. Die Nachversicherung erfolgt dann freiwillig, meist zu höheren Beiträgen. Es ist ratsam, alle Einkünfte jederzeit im Blick zu behalten und bei Änderungen rasch den Kontakt mit der Krankenkasse zu suchen. Auch Steuerbescheide und Einkommensprognosen sind wichtig, um Anspruch auf Familienversicherung nachzuweisen.
Welche Versicherungsalternativen gibt es?
Privatversicherte Eltern müssen für jedes Kind eine eigene Police abschließen. Die staatliche Förderung und steuerlichen Zuschüsse gelten vorrangig für die GKV. Sonderfälle wie Stief- und Enkelkinder, die im gleichen Haushalt leben, sind seit 2019 ebenfalls abgesichert, sofern eine dauerhafte häusliche Gemeinschaft besteht.
Quellen
- Verdienstgrenze für kostenlose Familienversicherung beachten, Steuertipps.
- Mein Kind wird 18: Was ändert sich bei Versicherungen?, Verbraucherzentrale.de.
- Familienversicherung – Gesamteinkommen, Unterhalt und Einkommensgrenzen, Verband der Ersatzkassen (vdek).
- Krankenversicherung: Wer zahlt für die Kinder? – Wirtschaft, SZ.de.
- Familienversicherung 2022: So versichern Sie die Familie kostenlos, WirtschaftsWoche.
