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NIPT-Tests in der Schwangerschaft: Zunehmende Nutzung und wachsende Debatte

NIPT-Tests in der Schwangerschaft: Zunehmende Nutzung und wachsende Debatte

Der nicht-invasive Pränataltest (NIPT) zur Untersuchung auf Trisomien wie das Down-Syndrom erfreut sich wachsender Beliebtheit bei Schwangeren. Seit der Kostenübernahme durch gesetzliche Krankenkassen im Juli 2022 steigt die Inanspruchnahme stetig an. Diese Entwicklung wirft jedoch auch ethische Fragen auf und führt zu kontroversen Diskussionen über den Einsatz des Tests.

Zunehmende Beliebtheit des NIPT

  • Im Jahr 2024 nutzten 44,8 Prozent der schwangeren Barmer-Versicherten den NIPT, ein deutlicher Anstieg von 34,4 Prozent im Vorjahr. Ältere Schwangere greifen demnach häufiger zu diesem Test, da das Risiko für Trisomien mit dem Alter der Mutter steigt.

Was ist der NIPT und wie funktioniert er?

Der NIPT ist ein Bluttest, der ab der zehnten Schwangerschaftswoche durchgeführt werden kann. Er analysiert kindliche DNA-Schnipsel im mütterlichen Blut, um das Risiko für Trisomien 13, 18 und 21 (Down-Syndrom) zu bestimmen. Im Gegensatz zu invasiven Verfahren wie der Fruchtwasseruntersuchung birgt der NIPT kein Fehlgeburtsrisiko. Die Aussagekraft des Tests ist bei negativen Ergebnissen sehr gut, bei positiven Ergebnissen jedoch geringer, was bedeutet, dass ein positives Ergebnis nicht zwangsläufig eine Trisomie bestätigt und weitere Untersuchungen erfordert.

Kostenübernahme und Indikationen

Seit Juli 2022 übernehmen gesetzliche Krankenkassen die Kosten für den NIPT, wenn Hinweise auf eine Trisomie vorliegen, beispielsweise durch auffällige Ultraschallbefunde, oder wenn die Schwangere gemeinsam mit ihrem Arzt zu dem Schluss kommt, dass der Test in ihrer persönlichen Situation notwendig ist. Das mütterliche Alter allein reicht jedoch nicht als alleinige Indikation aus.

Kontroverse und Kritik

Kritiker bemängeln, dass der NIPT zunehmend zu einer Routineuntersuchung wird, obwohl er nicht zu den allgemein empfohlenen Vorsorgeuntersuchungen zählt. Organisationen wie die Lebenshilfe befürchten, dass dies zu einer Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen führt und ein gesellschaftliches Signal sendet, dass Kinder mit Down-Syndrom vermieden werden sollen. Zudem wird kritisiert, dass die Rate falsch-positiver Ergebnisse höher ist als erwartet und die Zahl invasiver Tests trotz Einführung des NIPT nicht gesunken, sondern gestiegen ist. Es wird eine Überprüfung der Umsetzungspraxis gefordert, um sicherzustellen, dass der Test nicht als allgemeines Screening eingesetzt wird.

Quellen

Autor & Experte

Ronny Knorr
Zertifizierter Sachverständiger

Experte für Kranken- & Berufsunfähigkeitsversicherungen

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