Die geplante Gesundheitsreform zur Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) wird kurz vor der parlamentarischen Verabschiedung spürbar nachgebessert. Um die finanzielle Belastung für Haushalte abzufedern, hat die Koalition aus Union und SPD zentrale Punkte des Entwurfs angepasst. Ziel bleibt es, trotz steigender Ausgaben die Beitragssätze bis 2028 stabil zu halten.
Wichtige Eckpunkte der Reform
- Der Beitrag für bisher kostenfrei mitversicherte Partner sinkt auf 2,5 Prozent statt der ursprünglich geplanten 3,5 Prozent.
- Eltern mit Kindern bis einschließlich elf Jahren bleiben von zusätzlichen Beiträgen für mitversicherte Partner befreit.
- Die Pharmaindustrie leistet durch erhöhte Herstellerabschläge von 15,5 Prozent einen größeren Beitrag zur Finanzierung.
- Der Bundeszuschuss für das Jahr 2027 wird um 1,4 Milliarden Euro aufgestockt, um das Defizit der Krankenkassen zu decken.
Entlastungen bei der Familienversicherung
Die Familienversicherung war einer der umstrittensten Punkte der Reform. Ursprünglich sollten Versicherte für ihre bisher beitragsfrei mitversicherten Ehe- oder Lebenspartner deutlich stärker zur Kasse gebeten werden. Durch den neuen Kompromiss wurde der Beitragssatz nun auf 2,5 Prozent des beitragspflichtigen Einkommens begrenzt. Besonders wichtig für Familien: Die Altersgrenze für Kinder, bei deren Betreuung Eltern von der neuen Abgabe befreit sind, wurde auf elf Jahre angehoben. Diese Anpassung soll verhindern, dass Familien mit Kindern in der kritischen Wachstumsphase durch die Gesundheitsreform übermäßig belastet werden.
Finanzielle Stabilität durch neue Einnahmequellen
Um die Finanzlücke der Krankenkassen zu schließen, die für 2027 auf mindestens 18,8 Milliarden Euro geschätzt wird, setzt die Politik auf eine Kombination aus Sparmaßnahmen und Mehreinnahmen. Ein wesentlicher Hebel ist die Pharmaindustrie: Der gesetzliche Herstellerabschlag für Medikamente wird von sieben auf 15,5 Prozent mehr als verdoppelt. Gleichzeitig wird der Bund stärker in die Pflicht genommen. Finanzminister Lars Klingbeil stellt zusätzliche Mittel für die Gesundheitsversorgung von Grundsicherungsempfängern bereit, um die GKV dauerhaft zu entlasten und die Beitragssätze für Arbeitnehmer und Arbeitgeber bei insgesamt 17,5 Prozent zu stabilisieren.
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Quellen
- Nina Warken strickt ihre Gesundheitsreform um – weniger Belastungen für Versicherte, FAZ.
- Diese neuen Regeln betreffen Familien, Berliner Morgenpost.
- Warken will Wegfall der Familienversicherung abmildern, Versicherungsjournal Deutschland.
- GKV-Finanzreform: Nina Warken ändert Krankenkassen-Sparpaket, DIE ZEIT.
