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Gelenkersatz Hüfte & Knie: Ablauf und Vorteile der Endoprothese

Arzt lächelt vor heller medizinischer Kulisse

Gelenkersatz Hüfte & Knie: Ablauf und Vorteile der Endoprothese

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Wenn Schmerzen und Bewegungseinschränkungen durch Arthrose, Verletzungsfolgen oder entzündliche Gelenkerkrankungen trotz konservativer Behandlung anhalten, kann eine Hüft- oder Knieendoprothese infrage kommen. Ein künstliches Gelenk soll Schmerzen lindern und die Funktion im Alltag verbessern. Ob ein Gelenkersatz sinnvoll ist, hängt vom Befund, deinem Gesundheitszustand und deinen persönlichen Zielen ab.

Wann kommt ein Gelenkersatz infrage?

Bei der Hüfte handelt es sich um ein Kugelgelenk, beim Knie um ein komplexes Gelenk mit mehreren Gelenkflächen und stabilisierenden Bändern. Ist der schützende Knorpel weitgehend abgebaut, können Schmerzen, Fehlstellungen und eine zunehmende Einschränkung der Beweglichkeit entstehen. Häufige Ursachen sind primäre oder sekundäre Arthrose, frühere Verletzungen, rheumatische Erkrankungen und angeborene Fehlstellungen.

Vor einer Operation werden Beschwerden, Beweglichkeit, Achsenstellung, Muskelkraft und mögliche Begleiterkrankungen untersucht. Röntgenaufnahmen zeigen meist das Ausmaß des knöchernen Verschleißes; je nach Fragestellung können CT oder MRT hinzukommen. Zusätzlich werden Medikamente, Vorerkrankungen und mögliche Risiken für Narkose und Operation berücksichtigt. Ein Gelenkersatz wird in der Regel erst empfohlen, wenn nichtoperative Maßnahmen wie angepasste Bewegung, Physiotherapie oder Medikamente nicht ausreichend helfen.

Vorbereitung und Ablauf der Operation

Europäischer Arzt lächelt in heller medizinischer Umgebung

Vor dem Eingriff besprichst du mit dem behandelnden Team den Prothesentyp, die Implantatgröße, den Operationszugang, die Verankerung und die Narkose. Möglich sind eine Regionalanästhesie, eine Vollnarkose oder eine Kombination mit Sedierung. Welche Variante geeignet ist, entscheidet das Anästhesieteam nach deiner individuellen Situation.

Hüftprothese

Bei der Hüftoperation werden die geschädigten Gelenkflächen entfernt und durch künstliche Komponenten ersetzt. Eine Hüftprothese besteht typischerweise aus Hüftschaft, Hüftkopf und einer künstlichen Pfanne. Die Verankerung kann zementfrei erfolgen, sodass der Knochen in die Implantatoberfläche einwächst, oder zementiert mit einem speziellen Knochenzement. Nach der Kontrolle von Sitz und Beweglichkeit werden die Weichteile und die Haut verschlossen. Die Mobilisation und Schmerzbehandlung beginnen anschließend nach dem Behandlungsplan der Klinik.

Knieprothese

Beim Knieersatz werden die geschädigten Gelenkflächen von Ober- und Unterschenkelknochen präzise vorbereitet und durch Metallkomponenten mit einer Kunststoff-Gleitfläche ersetzt. Bei einer Knie-Totalendoprothese werden die betroffenen Gelenkanteile umfassend ersetzt. Eine Schlittenprothese kann eine Option sein, wenn nur ein Bereich des Knies geschädigt ist und die wichtigen Bänder ausreichend stabil sind. Während der Operation werden Ausrichtung, Bandspannung und Bewegungsführung geprüft. Navigation oder andere computergestützte Verfahren können die Planung und Positionierung unterstützen.

Beidseitiger Gelenkersatz: mögliche Vorteile und Grenzen

Wenn beide Hüften oder Knie stark betroffen sind, kann unter bestimmten Voraussetzungen eine simultane beidseitige Versorgung erwogen werden. Ein möglicher Vorteil ist, dass du Operation, Krankenhausaufenthalt und Rehabilitationsphase nicht zweimal durchlaufen musst. Außerdem kann die Rehabilitation auf beide Seiten abgestimmt werden, ohne dass ein stark schmerzendes, nicht operiertes Gelenk die Bewegung zusätzlich erschwert.

Diese Vorteile stehen einer höheren Belastung durch die längere Operation und einer anspruchsvolleren frühen Rehabilitation gegenüber. Dadurch können unter anderem Blutverlust und andere Komplikationsrisiken zunehmen. Die Entscheidung hängt deshalb nicht allein vom Gelenkverschleiß ab, sondern auch von deiner körperlichen Verfassung, relevanten Herz- und Lungenerkrankungen, dem Infektions- und Gerinnungsrisiko sowie deiner Unterstützung im Alltag. Eine beidseitige Operation ist keine Standardlösung für jede Person.

Risiken und mögliche Spätfolgen

Zu den allgemeinen Risiken gehören Infektionen, Blutungen, Thrombosen, Narkosekomplikationen, Wundheilungsstörungen und Verletzungen von Nerven oder Gefäßen. Nach einer Hüftoperation kann sich die Prothese ausrenken oder eine Beinlängendifferenz verbleiben. Nach einer Knieoperation können Schmerzen, Instabilität oder eine eingeschränkte Streckung beziehungsweise Beugung bestehen bleiben.

Eine Infektion kann oberflächlich oder tief am Implantat auftreten und gegebenenfalls eine erneute Operation erforderlich machen. Blutgerinnseln wird unter anderem durch frühe Mobilisation und eine ärztlich verordnete Thromboseprophylaxe vorgebeugt. Auch eine zunächst gut funktionierende Prothese kann sich im Laufe der Jahre lockern oder durch Abrieb verschleißen. Moderne Prothesen werden häufig mit einer Haltbarkeit von 15 bis 20 Jahren oder länger angegeben; das hängt unter anderem von Implantat, Knochen, Belastung und individuellen Faktoren ab.

Rehabilitation und Schmerzbehandlung

Nach der Operation erhältst du einen individuellen Plan zur Schmerzbehandlung. Dazu können Medikamente, lokale oder regionale Verfahren, Kälteanwendungen und physiotherapeutische Maßnahmen gehören. Melde stärkere oder ungewöhnliche Schmerzen, statt die Medikation selbstständig zu verändern.

Die Physiotherapie beginnt häufig früh nach dem Eingriff. Du übst zunächst das Aufstehen, Gehen und den sicheren Umgang mit Gehhilfen. Danach stehen Beweglichkeit, Muskelkraft, Koordination und ein möglichst gleichmäßiges Gangbild im Mittelpunkt. Nach einer Hüftprothese können je nach Operationszugang bestimmte Bewegungen vorübergehend eingeschränkt sein, um eine Ausrenkung zu vermeiden. Nach einer Knieprothese liegt ein Schwerpunkt auf der vollständigen Streckung und einer ausreichenden Beugung.

  • Kräftigung der Bein-, Gesäß- und Oberschenkelmuskulatur
  • Beweglichkeitsübungen für Hüfte oder Knie
  • Gang-, Gleichgewichts- und Koordinationstraining
  • Ergotherapeutische Unterstützung bei Anziehen, Treppen und anderen Alltagstätigkeiten

Die intensive Rehabilitation dauert je nach Eingriff, Gesundheitszustand und Fortschritt unterschiedlich lange. Regelmäßige Übungen, angepasste Belastung und Nachuntersuchungen unterstützen das langfristige Ergebnis. Bei Fieber, zunehmender Rötung oder Schwellung, Wundsekret, neu auftretender Atemnot oder starken Wadenschmerzen solltest du sofort medizinische Hilfe suchen.

Alternativen und Nachsorge

Arzt lächelt neben Hüft- und Knieprothese

Je nach Befund können zunächst Bewegungstherapie, Physiotherapie, Muskelaufbau, Gewichtsreduktion, Medikamente oder Injektionen eingesetzt werden. Bei begrenzten Schäden kommen am Knie teilweise eine Schlittenprothese oder andere gelenkerhaltende Verfahren infrage. Arthroskopie, Knorpel- oder Knochenknorpelverfahren sind nur für ausgewählte Schadensbilder geeignet und ersetzen bei fortgeschrittenem Verschleiß nicht zuverlässig ein künstliches Gelenk.

Nach dem Gelenkersatz sind Kontrolluntersuchungen wichtig, um Sitz, Verschleiß und mögliche Lockerungen frühzeitig zu erkennen. Wenn eine Prothese versagt, kann ein Wechsel erforderlich werden. Eine Wechseloperation ist meist komplexer als die Erstimplantation und kann mit längerer Heilung und höheren Risiken verbunden sein. Welche Sportarten, Bewegungen und Belastungen für dich geeignet sind, solltest du mit deinem behandelnden Team klären.

Was du vor der Entscheidung klären solltest

  • Welche Ursache haben deine Beschwerden und wie stark ist der Gelenkschaden?
  • Welche nichtoperativen und gelenkerhaltenden Möglichkeiten gibt es?
  • Welche Prothese, Verankerung und Narkose sind für dich vorgesehen?
  • Welche Vorteile und zusätzlichen Risiken hätte eine beidseitige Versorgung?
  • Wie sehen Mobilisation, Reha, Nachsorge und Belastungsgrenzen aus?

Ein Gelenkersatz kann Schmerzen reduzieren und die Beweglichkeit verbessern, ist aber kein vollständig neues, natürliches Gelenk. Eine realistische Aufklärung, sorgfältige Vorbereitung und aktive Mitarbeit in der Rehabilitation sind entscheidend. Die konkrete Empfehlung kann nur nach persönlicher Untersuchung und gemeinsamer Entscheidung mit dem ärztlichen Team erfolgen.

Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität: Alle Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Beratung. Für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität übernehmen wir keine Gewähr. Eine Haftung ist – soweit gesetzlich zulässig – ausgeschlossen. Solltest du Fragen haben, schreib unserem Support.

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