Die biliopankreatische Diversion mit Duodenalswitch (BPD/DS) gehört zu den wirksamsten, aber auch komplexesten Operationen zur Behandlung starken Übergewichts. Sie kann zu deutlichem Gewichtsverlust beitragen und Begleiterkrankungen wie Typ-2-Diabetes verbessern. Gleichzeitig verändert sie dein Verdauungssystem dauerhaft. Deshalb sind eine sorgfältige Auswahl, ein erfahrenes Team und lebenslange Nachsorge unverzichtbar.
Was ist die BPD/DS?
Bei der BPD/DS werden zwei Verfahren kombiniert: Dein Magen wird stark verkleinert, meist in Form eines Schlauchmagens. Zusätzlich wird ein großer Teil des Dünndarms umgeleitet. Nahrung und Verdauungssäfte aus Leber und Bauchspeicheldrüse vermischen sich dadurch erst weiter unten im Darm.
Der kleinere Magen begrenzt die Nahrungsmenge und sorgt dafür, dass du früher satt wirst. Die Darmumleitung verringert die Aufnahme von Kalorien und Nährstoffen. Diese verminderte Aufnahme heißt Malabsorption. Sie trägt zur Wirksamkeit der Operation bei, erhöht aber zugleich das Risiko für Mangelerscheinungen. Die Operation ist im Allgemeinen nicht reversibel.
Bei sehr hohem Körpergewicht kann das Verfahren in zwei Schritten erfolgen. Zunächst wird ein Schlauchmagen angelegt, später folgt die Darmumleitung. Die BPD/DS kann minimalinvasiv durchgeführt werden, bleibt aber ein technisch anspruchsvoller Eingriff und sollte in einem spezialisierten Zentrum erfolgen.
Für wen kommt die Operation infrage?
Die BPD/DS wird nicht allein anhand des Gewichts entschieden. Im Ausgangstext gilt ein BMI von 50 oder mehr als typischer Richtwert. Bei einem BMI zwischen 40 und 49 kann die Operation ebenfalls erwogen werden, insbesondere wenn schwere Begleiterkrankungen bestehen.
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Typ-2-Diabetes
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Bluthochdruck
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Schwere Schlafapnoe
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Fettlebererkrankung oder metabolisches Syndrom
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Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Auch wenn andere Maßnahmen wie Ernährungsprogramme, Bewegung oder Medikamente keine nachhaltige Gewichtsabnahme bewirkt haben, kann die BPD/DS in Betracht kommen. In manchen Fällen wird eine frühere bariatrische Operation umgewandelt, etwa wenn ein Schlauchmagen langfristig nicht ausreichend wirkt. Die Entscheidung hängt jedoch immer von deiner Krankengeschichte, deinen Risiken und deiner Bereitschaft zur dauerhaften Mitarbeit ab.
Zur Einordnung von Adipositas und möglichen Begleiterkrankungen findest du weitere Informationen unter Fettleibigkeit.
Welche Vorteile und Risiken gibt es?
Im Vergleich zu einem Schlauchmagen oder Magenbypass führt die BPD/DS häufig zu einer stärkeren Gewichtsabnahme. Auch der Blutzucker kann sich deutlich verbessern. Wie groß der Effekt ausfällt, lässt sich für dich jedoch nicht sicher vorhersagen.
Der wichtigste Nachteil ist die ausgeprägte Malabsorption. Möglich sind unter anderem Mängel an Eisen, Kalzium, Vitamin D, Vitamin A, E und K sowie Vitamin B12. Auch eine zu geringe Eiweißzufuhr kann zu Proteinmangel und Muskelabbau führen. Verdauungsbeschwerden wie häufigerer oder übelriechender Stuhl, Durchfall und Blähungen kommen ebenfalls vor. Zudem bestehen die allgemeinen Operationsrisiken, etwa Blutungen und Infektionen. Langfristig können unter anderem Darmverschluss oder Gallensteine auftreten.
Warnzeichen wie starke oder anhaltende Schmerzen, ausgeprägte Schwäche, ungewöhnliche Blutungen oder Zeichen einer Austrocknung solltest du nicht abwarten, sondern umgehend medizinisch abklären lassen. Informationen zum Thema Eisenmangel können eine ärztliche Beratung nicht ersetzen.
Vorbereitung und Genesung
Vor der Operation stehen eine umfassende medizinische Untersuchung, Bluttests und je nach Situation weitere Untersuchungen wie ein EKG an. Eine psychologische Einschätzung kann helfen, Erwartungen, Essverhalten und die bevorstehenden Veränderungen zu besprechen. Außerdem solltest du vorab eine Ernährungsberatung erhalten und klären, welche Medikamente angepasst werden müssen. Rauchen und Alkohol können die Heilung beeinträchtigen; dein Behandlungsteam bespricht mit dir, was vor dem Eingriff gilt.
Nach der Operation bleibst du zunächst einige Tage im Krankenhaus. Dort werden unter anderem Schmerzen behandelt, die Flüssigkeitszufuhr aufgebaut und Maßnahmen gegen Blutgerinnsel getroffen. Zu Hause folgt ein schrittweiser Kostaufbau: von Flüssigkeiten über pürierte und weiche Speisen bis zu kleinen Portionen fester Nahrung. Leichte Bewegung ist meist früh erwünscht, während schweres Heben und intensive Belastung zunächst vermieden werden müssen. Wie schnell du wieder arbeiten oder Sport treiben kannst, richtet sich nach deinem Verlauf und deiner Tätigkeit.
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Ernährung und lebenslange Nachsorge
Nach der BPD/DS brauchst du eine dauerhaft proteinreiche Ernährung mit kleinen Mahlzeiten. Geeignete Eiweißquellen können – abhängig von deiner Verträglichkeit und dem Plan deines Teams – mageres Fleisch, Fisch, Eier, Milchprodukte und Hülsenfrüchte sein. Zuckerreiche Getränke und Lebensmittel können Beschwerden begünstigen und sollten nach den Empfehlungen deines Behandlungsteams gemieden werden.
Ausreichend zu trinken ist wichtig, um einer Dehydration vorzubeugen. Eine pauschale Trinkmenge oder einen Supplementplan solltest du jedoch nicht selbst festlegen. Wegen der eingeschränkten Nährstoffaufnahme musst du lebenslang Vitamin- und Mineralstoffpräparate einnehmen. Häufig kontrolliert werden unter anderem Eisen, Vitamin B12, Vitamin D und Kalzium; die tatsächlichen Untersuchungen und Dosierungen legt dein Arzt individuell fest.
Regelmäßige Bluttests und Kontrolltermine helfen, Mängel früh zu erkennen. Müdigkeit, Haarausfall, brüchige Nägel, Kribbeln oder andere neue Beschwerden solltest du ansprechen. Die Nachsorge umfasst neben Laborwerten auch Gewicht, Ernährung, Verdauung und gegebenenfalls psychologische Unterstützung.
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Wie unterscheidet sich die BPD/DS von anderen Verfahren?
Der Schlauchmagen verkleinert vor allem den Magen. Beim Roux-en-Y-Magenbypass werden ebenfalls Magen und Darm verändert, die Malabsorption ist jedoch in der Regel geringer als bei der BPD/DS. Die BPD/DS kann deshalb besonders bei sehr hohem BMI wirksam sein, stellt aber höhere Anforderungen an Ernährung, Supplementierung und Kontrollen. Mehr zum Magenbypass findest du in einem separaten Überblick.
Als Alternativen kommen je nach Ausgangslage ein Schlauchmagen, ein Magenbypass, Medikamente, konservative Programme oder endoskopische Verfahren infrage. Ein Magenband wird heute ebenfalls als mögliche Option genannt, bringt aber andere Anforderungen und Ergebnisse mit sich. Die passende Methode hängt unter anderem von BMI, Begleiterkrankungen, früheren Behandlungen und deinen Möglichkeiten zur Nachsorge ab. Auch eine Magenverkleinerung ist nicht mit der BPD/DS gleichzusetzen.
Was solltest du vor der Entscheidung klären?
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Wie erfahren ist das Zentrum mit BPD/DS und ihrer Nachsorge?
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Welche Gewichts- und Gesundheitsziele sind in deinem Fall realistisch?
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Welche Risiken bestehen aufgrund deiner Vorerkrankungen und Medikamente?
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Wie sehen dein individueller Ernährungs-, Supplement- und Kontrollplan aus?
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Wie werden Komplikationen oder anhaltende Verdauungsbeschwerden behandelt?
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Welche Kosten übernehmen Krankenkasse oder Versicherung, und welche Eigenkosten können für Kontrollen und Präparate entstehen?
Ein spezialisiertes, interdisziplinäres Team aus Chirurgie, Ernährungsberatung, Pflege und gegebenenfalls Psychologie begleitet dich idealerweise vor und nach der Operation. Die BPD/DS kann eine wirksame Behandlung für ausgewählte Menschen mit schwerer Adipositas sein, ist aber kein alleiniger Ersatz für die langfristige Mitarbeit. Besprich die Entscheidung ausführlich mit deinem bariatrischen Team. Ergänzende Informationen zu weiteren Verfahren findest du unter Biliopankreatische Diversion, zum Magenband und zum Magenballon. Das metabolische Syndrom kann dabei eine relevante Begleiterkrankung sein.
