Pflege-Bahr ohne Gesundheitsfragen bis 600 € versichern

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Pflege-Bahr ohne Gesundheitsfragen bis 600 € versichern

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Der Pflege-Bahr ist eine staatlich geförderte Pflegezusatzversicherung ohne Gesundheitsfragen. Du kannst ihn daher auch mit Vorerkrankungen abschließen, sofern du die übrigen Voraussetzungen erfüllst. Je nach Pflegegrad sind im dargestellten Leistungsmodell monatlich bis zu 600 Euro möglich. Die Versicherung bietet damit eine zusätzliche finanzielle Absicherung, schließt die tatsächliche Versorgungslücke aber nicht automatisch vollständig.

Was ist der Pflege-Bahr?

Der Pflege-Bahr ergänzt die gesetzliche oder private Pflegepflichtversicherung. Diese übernimmt im Pflegefall nur einen Teil der Kosten. Die zusätzliche monatliche Leistung aus dem Pflege-Bahr kannst du grundsätzlich frei verwenden, etwa für Pflegeleistungen, Hilfsmittel, Wohnungsanpassungen, eine Haushaltshilfe oder zur Entlastung deiner Angehörigen. Einen Nachweis über die konkrete Verwendung musst du nach den dargestellten Bedingungen nicht erbringen.

Der wichtigste Unterschied zu vielen anderen Pflegezusatzversicherungen: Beim Pflege-Bahr werden keine Gesundheitsfragen gestellt. Vorerkrankungen führen deshalb nicht zu einer Ablehnung oder zu einem Risikozuschlag. Dafür gelten gesetzliche Vorgaben, unter anderem zur Förderung, zu den Mindestleistungen und zur Wartezeit.

Wer kann den Pflege-Bahr abschließen?

Für den Abschluss musst du grundsätzlich:

  • mindestens 18 Jahre alt sein,

  • in Deutschland wohnen,

  • über eine gesetzliche oder private Pflegepflichtversicherung verfügen,

  • noch keine Leistungen aus dieser Pflegepflichtversicherung beziehen und

  • noch keinen anderen geförderten Pflege-Bahr-Vertrag haben.

Eine Gesundheitsprüfung, Gesundheitsfragen oder Risikozuschläge sind beim Pflege-Bahr nicht vorgesehen. Auch ältere Menschen und Personen mit chronischen Erkrankungen erhalten dadurch grundsätzlich Zugang. Die Beitragshöhe hängt jedoch unter anderem vom Eintrittsalter, vom Tarif und vom gewünschten Leistungsumfang ab.

Welche staatliche Förderung gibt es?

Der Staat zahlt eine Zulage von 5 Euro pro Monat. Voraussetzung ist, dass du selbst mindestens 10 Euro monatlich einzahlst. Der Versicherer beantragt die Förderung in der Regel für dich bei der zuständigen Zulagenstelle. Gefördert werden kann pro Person nur ein Vertrag.

Die Zulage ist an den Vertrag und die laufende Beitragszahlung gebunden. Wenn du die Beiträge nicht mehr zahlst, kann der Versicherungsschutz entfallen und die Förderung wegfallen. Manche Anbieter setzen einen höheren Mindestbeitrag fest. Prüfe deshalb, welcher Eigenanteil im konkreten Tarif tatsächlich erforderlich ist.

Leistungen nach Pflegegrad

Die Leistung steigt mit dem anerkannten Pflegegrad. Im Beitrag werden folgende monatliche Mindestleistungen genannt:

Pflegegrad Monatliche Leistung
Pflegegrad 1 mindestens 60 Euro
Pflegegrad 2 mindestens 120 Euro
Pflegegrad 3 mindestens 180 Euro
Pflegegrad 4 mindestens 240 Euro
Pflegegrad 5 bis zu 600 Euro

Der konkrete Tarif kann zusätzliche Leistungen oder eine abweichende prozentuale Staffelung vorsehen. Manche Angebote zahlen beispielsweise bereits ab Pflegegrad 4 einen höheren Anteil der versicherten Leistung. Deshalb solltest du nicht nur auf den Monatsbeitrag, sondern auch auf die Leistungen in jedem Pflegegrad achten.

Die Einstufung in einen Pflegegrad erfolgt nicht durch den Pflege-Bahr selbst. Sie richtet sich nach der Entscheidung der gesetzlichen oder privaten Pflegepflichtversicherung. Bei gesetzlich Versicherten ist der Medizinische Dienst beteiligt, bei privat Versicherten in der Regel Medicproof. Die daraus folgende Einstufung ist für die Leistung des Zusatzvertrags maßgeblich.

Vorteile des Pflege-Bahr ohne Gesundheitsfragen

  • Zugang trotz Vorerkrankungen: Dein Gesundheitszustand wird beim Antrag nicht geprüft. Das kann entscheidend sein, wenn andere Versicherer dich ablehnen oder nur gegen hohe Beiträge versichern würden.

  • Staatliche Zulage: Bei einem eigenen Monatsbeitrag von mindestens 10 Euro erhältst du 5 Euro Förderung.

  • Einfacher Antrag: Ohne Gesundheitsfragebogen ist der Abschluss meist weniger aufwendig.

  • Freie Verwendung: Du kannst die monatliche Zahlung nach deinem Bedarf einsetzen, ohne die Ausgaben nachweisen zu müssen.

  • Planbare Staffelung: Die Leistung orientiert sich am Pflegegrad und steigt mit dem Unterstützungsbedarf.

Gerade für Menschen mit bestehenden gesundheitlichen Problemen kann der Pflege-Bahr eine der wenigen Möglichkeiten sein, überhaupt eine private Pflegezusatzversicherung zu erhalten. Er ist außerdem interessant, wenn du eine unkomplizierte Grundabsicherung suchst und die staatliche Förderung nutzen möchtest.

Nachteile und Einschränkungen

Fünf Jahre Wartezeit

Ein wesentlicher Nachteil ist die in der Regel fünfjährige Wartezeit. Wird innerhalb dieser Zeit eine Pflegebedürftigkeit festgestellt, besteht grundsätzlich noch kein Anspruch auf die vertragliche Leistung. Im Ausgangstext wird eine Ausnahme genannt, wenn die Pflegebedürftigkeit durch einen Unfall entsteht. Die genaue Regelung solltest du im jeweiligen Vertrag prüfen.

Begrenzte Leistungshöhe

Auch 600 Euro monatlich reichen bei hohen Pflegekosten häufig nicht aus. Kosten für einen Pflegeheimplatz, ambulante Dienste, Hilfsmittel oder notwendige Umbauten können deutlich höher liegen. Der Pflege-Bahr ist deshalb meist eine Ergänzung und keine vollständige Absicherung. Die verbleibende Finanzierungslücke musst du beispielsweise durch Einkommen, Rücklagen oder weitere Vorsorge schließen.

Beiträge können steigen

Der Beitrag richtet sich unter anderem nach deinem Alter bei Vertragsabschluss und dem gewählten Leistungsumfang. Zusätzlich können Beitragsanpassungen erfolgen. Eine vereinbarte Dynamik kann Beitrag und Leistung regelmäßig erhöhen, damit die Absicherung mit steigenden Kosten Schritt hält. Dadurch wird der Vertrag langfristig aber teurer. Kalkuliere daher nicht nur den aktuellen, sondern auch den dauerhaft tragbaren Beitrag.

Weitere finanzielle Nachteile

Nach den dargestellten Bedingungen ist eine Beitragsbefreiung im Leistungsfall meist nicht vorgesehen. Du musst die Beiträge also möglicherweise weiterzahlen, obwohl du bereits Leistungen erhältst. Bei einer Kündigung können die bisher eingezahlten Beiträge verloren sein. Eine Kündigung oder Beitragsfreistellung solltest du deshalb vorab anhand der Vertragsbedingungen prüfen.

Pflege-Bahr oder andere Pflegezusatzversicherung?

Wenn du gesund bist oder nur wenige Vorerkrankungen hast, kann ein nicht geförderter Pflegetagegeldtarif bessere Leistungen oder eine kürzere Wartezeit bieten. Solche Tarife enthalten jedoch meist Gesundheitsfragen. Je nach Krankengeschichte kann der Versicherer dich ablehnen, einen Risikozuschlag verlangen oder bestimmte Risiken ausschließen.

Vor einem Antrag kann eine anonyme Risikovoranfrage sinnvoll sein. Dabei lässt du verschiedene Versicherer prüfen, ob und zu welchen Bedingungen sie dich versichern würden, ohne sofort einen formellen Antrag zu stellen. So kannst du herausfinden, ob neben dem Pflege-Bahr ein leistungsstärkerer Tarif infrage kommt.

Der Pflege-Bahr kann besonders passend sein, wenn:

  • deine Vorerkrankungen einen anderen Tarif verhindern,

  • du eine private Grundabsicherung ohne Gesundheitsprüfung benötigst oder

  • du die staatliche Zulage nutzen möchtest und die Wartezeit finanziell überbrücken kannst.

Worauf du beim Vergleich achten solltest

Beratung im Büro über Pflegeversicherung

Vergleiche mehrere Pflege-Bahr-Tarife. Entscheidend sind nicht nur die 5 Euro Förderung und der monatliche Beitrag, sondern vor allem:

  • die Leistung in jedem Pflegegrad,

  • die genaue Wartezeit und mögliche Ausnahmen,

  • Beitragsanpassungen und eine mögliche Dynamik,

  • Regelungen zur Beitragszahlung im Leistungsfall,

  • Folgen einer Kündigung oder Beitragsfreistellung und

  • eventuelle zusätzliche Service- oder Tarifleistungen.

Die gesetzlich festgelegten Mindestleistungen schaffen eine gemeinsame Grundlage, trotzdem können sich die Angebote deutlich unterscheiden. Achte außerdem darauf, dass die Pflegepflichtversicherung Voraussetzung für den Vertrag bleibt. Weitere Informationen zur Grundlage der Pflegeabsicherung findest du bei der Pflegeversicherung.

Fazit: Für wen lohnt sich der Pflege-Bahr?

Der Pflege-Bahr bietet dir eine staatlich geförderte Pflegezusatzversicherung ohne Gesundheitsfragen. Das ist sein größter Vorteil und macht ihn insbesondere für Menschen mit Vorerkrankungen, ältere Antragsteller oder Personen mit begrenzten Alternativen interessant. Bei mindestens 10 Euro Eigenbeitrag kommen 5 Euro staatliche Zulage hinzu. Die Leistung ist nach Pflegegrad gestaffelt und kann im höchsten Pflegegrad bis zu 600 Euro monatlich betragen.

Dem stehen die fünfjährige Wartezeit, mögliche Beitragssteigerungen und die begrenzte Leistungshöhe gegenüber. Der Pflege-Bahr schließt die Pflegekostenlücke daher meist nicht vollständig. Vergleiche ihn mit Tarifen mit Gesundheitsprüfung und prüfe die Vertragsbedingungen sorgfältig, bevor du dich langfristig bindest.

Beratung über Pflege-Bahr Versicherung im Büro

Bei der Einordnung der Pflegegrade und Leistungen können dir auch diese Informationen helfen: Pflegegrad 4, Pflegekosten und stationäre Pflege.

Autor & Experte

Ronny Knorr
Zertifizierter Sachverständiger

Experte für gesundheitliche Absicherung und Risikovorsorge

Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität: Alle Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Beratung. Für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität übernehmen wir keine Gewähr. Eine Haftung ist – soweit gesetzlich zulässig – ausgeschlossen. Solltest du Fragen haben, schreib unserem Support.

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Steven

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