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Mikroskopische Untersuchung: Was der Laborcheck für Ihre Gesundheit bringt

Arzt lächelt mit Mikroskop und Proben im Labor.

Mikroskopische Untersuchung: Was der Laborcheck für Ihre Gesundheit bringt

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Mikroskopische Untersuchungen und Laborchecks machen Veränderungen sichtbar, die sich äußerlich oft nicht sicher beurteilen lassen. Bei Hund und Katze können Blut, Urin, Kot, Zellen oder Gewebe untersucht werden. Die Ergebnisse liefern Hinweise auf Infektionen, Entzündungen, Organerkrankungen und Veränderungen des Gewebes. Sie unterstützen außerdem die Auswahl und Kontrolle einer Behandlung.

Was eine mikroskopische Untersuchung zeigt

Arzt lächelt in heller Laborumgebung

Unter dem Mikroskop lassen sich Zellen und Gewebestrukturen in ihrer Form und Anordnung beurteilen. Dadurch können Auffälligkeiten sichtbar werden, die bei einer reinen automatisierten Messung oder mit bloßem Auge verborgen bleiben.

  • Histopathologie: Gewebeproben werden in dünnen Schnitten untersucht. Dabei können unter anderem Entzündungen, Infektionen und tumorbedingte Veränderungen auffallen.
  • Zytologie: Im Mittelpunkt stehen einzelne Zellen, die beispielsweise aus Körperflüssigkeiten oder einer Punktion stammen. Ihre Größe, Form und inneren Merkmale geben Hinweise auf den Zustand des untersuchten Gewebes.
  • Blutausstrich: Ein dünn ausgestrichener und gefärbter Blutstropfen zeigt die Form und Struktur der Blutzellen. Das kann bei der Einordnung von Anämien und anderen Blutbildveränderungen helfen.
  • Stuhluntersuchung: Im Kot lassen sich unter anderem Wurmeier, Oozysten oder bestimmte Parasiten erkennen.

Die mikroskopische Beurteilung ist ein wichtiger Teil der Diagnostik, aber sie wird mit weiteren Laborwerten und den klinischen Befunden des Tieres zusammen betrachtet.

Mikrobiologie: Krankheitserreger gezielt nachweisen

Mikrobiologische Untersuchungen helfen dabei, Bakterien, Pilze und andere Krankheitserreger zu identifizieren. Je genauer der Erreger bestimmt wird, desto gezielter kann die Behandlung ausgewählt werden. Bei bakteriellen Infektionen kann ein Sensitivitätstest zeigen, welche Antibiotika gegen den nachgewiesenen Erreger wirksam sind. Ein Antibiogramm stellt diese Empfindlichkeiten übersichtlich dar und kann Resistenzen sichtbar machen.

Für Viren, Bakterien und Parasiten kommen außerdem molekulare Verfahren zum Einsatz. Die Real-time PCR sucht nach spezifischen DNA- oder RNA-Sequenzen des Erregers. Sie kann deshalb auch geringe Mengen genetischen Materials nachweisen und liefert je nach Untersuchung oft innerhalb kurzer Zeit Ergebnisse. Manche PCR-Verfahren ermöglichen zusätzlich eine Einschätzung der Erregerlast. Die Befunde müssen dennoch im klinischen Zusammenhang interpretiert werden.

Fäkale Diagnostik bei Verdacht auf Parasiten

Eine Kotprobe kann Hinweise auf einen Parasitenbefall geben, auch wenn äußerlich keine Würmer zu sehen sind. Klassisch werden Wurmeier und Oozysten mikroskopisch gesucht. Ergänzend können antigenbasierte oder molekulare Tests eingesetzt werden, die nach spezifischen Bestandteilen des Parasiten suchen.

  • Würmer wie Hakenwürmer, Spulwürmer und Peitschenwürmer
  • Bandwürmer, darunter der Gurkenkernbandwurm
  • Protozoen wie Cystoisospora

Der genaue Erregernachweis ist für die Auswahl einer geeigneten Behandlung wichtig, da nicht jedes Präparat gegen jeden Parasiten wirkt.

Hämatologie: Was das Blutbild verrät

Arzt lächelt neben Mikroskop und Blutproben

Ein Blutbild erfasst die wichtigsten Zelltypen des Blutes:

  • Erythrozyten: Anzahl, Größe und Hämoglobingehalt können Hinweise auf eine Anämie und andere Veränderungen der roten Blutkörperchen geben.
  • Leukozyten: Anzahl und Zusammensetzung können bei der Beurteilung von Infektionen, Entzündungen und weiteren Erkrankungen helfen.
  • Thrombozyten: Die Blutplättchen sind für die Gerinnung wichtig. Auffällige Werte können mit Blutungsneigung oder einem erhöhten Risiko für Blutgerinnsel zusammenhängen.

Ein Blutausstrich ergänzt die automatische Zellzählung. Er macht morphologische Besonderheiten sichtbar und kann bei unklaren oder deutlich abweichenden Befunden die Beurteilung durch einen klinischen Pathologen erforderlich machen. So lassen sich beispielsweise bestimmte Anämien, Infektionen oder andere Bluterkrankungen näher einordnen.

Biomarker für Nieren, Bauchspeicheldrüse und Herz

Einige Laborchecks konzentrieren sich auf bestimmte Organe. In der Nierendiagnostik werden im Ausgangstext mehrere Biomarker genannt:

  • IDEXX Cystatin B: Der Test wird aus einer Urinprobe durchgeführt und kann Hinweise auf Nierenschäden liefern.
  • IDEXX SDMA: SDMA wird über das Blut bestimmt. Steigende Werte können auf eine nachlassende Nierenfunktion hinweisen und die Beurteilung ergänzen.
  • IDEXX FGF-23: Bei chronischen Nierenerkrankungen kann der Test Informationen zum Phosphat- und Vitamin-D-Stoffwechsel liefern. Das ist insbesondere bei Katzen relevant.

Für die Bauchspeicheldrüse stehen bei Hund und Katze spezifische Lipase-Tests zur Verfügung. Der Spec cPL-Test für Hunde und der Spec fPL-Test für Katzen messen pankreasspezifische Lipase und können die Abklärung einer Pankreatitis unterstützen.

Der Cardiopet proBNP-Test wird über eine Blutprobe durchgeführt. Er kann bei der Beurteilung der Herzgesundheit helfen, etwa wenn eine Herzinsuffizienz vermutet wird, eine Herzerkrankung überwacht oder der Therapieverlauf beurteilt werden soll.

Urinanalyse für Stoffwechsel und Harnwege

Eine Urinuntersuchung liefert Hinweise auf den Flüssigkeitshaushalt, die Nieren- und Harnwegsfunktion sowie bestimmte Stoffwechselvorgänge. Beurteilt werden unter anderem Farbe, Klarheit, Geruch und Menge. Teststreifen können Parameter wie pH-Wert, Glukose und Proteine erfassen. Eine weiterführende Laboranalyse untersucht die Probe genauer und kann bei Verdacht auf Nieren-, Harnwegs-, Leber- oder Stoffwechselerkrankungen zusätzliche Informationen liefern.

Veränderungen im Urin sind nicht spezifisch für eine einzelne Erkrankung. Rötliche Verfärbungen, Trübungen oder auffällige Bestandteile sollten daher tierärztlich abgeklärt werden, statt daraus allein eine Diagnose abzuleiten.

Wie Laborbefunde die Behandlung unterstützen

Laborchecks helfen zunächst, die Ursache unklarer Beschwerden einzugrenzen. Ein Blutbild kann beispielsweise auf eine Entzündung oder Blutbildveränderung hinweisen, während eine Kotprobe einen Parasitennachweis ermöglicht. Mikroskopische Gewebe- und Zellbefunde können bei der Unterscheidung von Entzündungen, Infektionen und gutartigen oder bösartigen Veränderungen eine wichtige Grundlage bilden.

Bei Infektionen unterstützen Erregernachweis und Sensitivitätstest die Auswahl eines passenden Medikaments. Bei Organerkrankungen können wiederholte Blut-, Urin- oder Biomarker-Tests zeigen, wie sich die Werte unter einer Behandlung entwickeln. Dadurch lässt sich die Therapie gemeinsam mit der Tierärztin oder dem Tierarzt anpassen.

Die Aussagekraft eines Laborchecks hängt immer von der untersuchten Probe, der verwendeten Methode und dem klinischen Bild ab. Ein einzelner auffälliger Wert bestätigt daher nicht automatisch eine Erkrankung. Im Zusammenspiel mit Untersuchung, Vorgeschichte und gegebenenfalls weiteren Tests kann die Labordiagnostik jedoch wichtige Entscheidungen erleichtern.

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