Eine Wurmerkrankung ist eine Infektion mit parasitischen Würmern. Häufig siedeln sich die Parasiten im Darm an, manche Wurmarten können jedoch auch andere Organe betreffen. Die Beschwerden reichen von nächtlichem Juckreiz am After bis zu Bauchschmerzen, Durchfall oder Gewichtsverlust. Eine sichere Diagnose ist wichtig, weil ähnliche Symptome auch andere Ursachen haben.
Welche Wurmarten kommen häufig vor?
Zu den bekannten Wurmarten gehören:
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Madenwürmer: Sie verursachen besonders häufig starken Juckreiz am After, der nachts zunimmt.
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Spulwürmer: Möglich sind Bauchbeschwerden, Übelkeit und Erbrechen. Bei einem starken Befall können Komplikationen im Darm auftreten.
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Bandwürmer: Sie verlaufen teilweise ohne Beschwerden, können aber unter anderem Bauchschmerzen, Durchfall oder Gewichtsverlust auslösen.
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Hakenwürmer: Sie können sich an der Darmwand anheften und bei längerem Befall zu Blut- oder Eisenmangel beitragen.
Wie werden Wurmerkrankungen übertragen?
Die Übertragung hängt von der Wurmart ab. Wurmeier oder Larven können über verunreinigte Lebensmittel, Wasser, Erde oder Hände aufgenommen werden. Ein Risiko besteht außerdem durch rohes oder nicht ausreichend erhitztes Fleisch und durch ungewaschenes Obst und Gemüse. Madenwürmer verbreiten sich häufig über direkten Kontakt und gemeinsam berührte Gegenstände, weil die Eier leicht an den Händen weitergegeben werden können.
Kinder sind besonders gefährdet, weil sie beim Spielen mit Erde oder Sand häufiger die Hände in den Mund nehmen. Auch Reisen in tropische oder subtropische Regionen, unzureichende sanitäre Bedingungen und ein geschwächtes Immunsystem können das Infektionsrisiko erhöhen. Haustiere können bestimmte Parasiten übertragen. Das Risiko hängt jedoch von der Wurmart und dem Kontakt ab; bei Fragen hilft eine tierärztliche Beratung.
Symptome einer Wurmerkrankung
Die Beschwerden sind nicht bei jeder Wurmart gleich. Möglich sind:
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Juckreiz am After, vor allem nachts
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Bauchschmerzen oder ein aufgeblähter Bauch
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Durchfall oder Verstopfung
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Übelkeit und Erbrechen
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Appetitlosigkeit oder veränderter Appetit
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Gewichtsverlust
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Müdigkeit, Schwäche oder bei bestimmten Wurmarten Blutarmut
Bei Kindern können nächtlicher Juckreiz, unruhiger Schlaf, Reizbarkeit und Bauchschmerzen auffallen. Erwachsene haben manchmal nur unspezifische Verdauungsbeschwerden oder gar keine Symptome. Sichtbare Würmer oder wurmähnliche Bestandteile im Stuhl solltest du ärztlich abklären lassen.
Ein starker Befall kann selten zu ernsten Komplikationen führen. Bei heftigen oder zunehmenden Bauchschmerzen, anhaltendem Erbrechen, einem stark geblähten Bauch oder fehlendem Stuhlgang solltest du sofort medizinische Hilfe suchen. Diese Beschwerden können auf einen Darmverschluss oder eine andere behandlungsbedürftige Erkrankung hinweisen.
Wie wird eine Wurmerkrankung diagnostiziert?
Wenn du einen Wurmbefall vermutest, besprich die Beschwerden mit einer Arztpraxis. Für die Diagnose sind die Symptome, mögliche Kontakte, Reisen und Ernährungsgewohnheiten relevant. Häufig wird eine Stuhlprobe im Labor auf Wurmeier oder Parasiten untersucht. Je nach Wurmart können mehrere Proben notwendig sein, weil nicht bei jeder Ausscheidung Eier nachweisbar sind.
Bei Verdacht auf Madenwürmer wird oft ein sogenannter Tesa-Abstrich eingesetzt. Der Klebestreifen wird morgens vor dem Waschen und vor dem Toilettengang auf die Haut um den After gedrückt und anschließend untersucht. Halte dich dabei an die Anweisungen der Arztpraxis.
Blutuntersuchungen können in bestimmten Fällen zusätzliche Hinweise liefern, etwa bei einer Reaktion des Immunsystems oder einem möglichen Eisenmangel. Wenn ein Befall außerhalb des Darms vermutet wird, kommen abhängig von den Beschwerden weitere Untersuchungen wie Ultraschall, Röntgen oder MRT infrage.
Behandlung von Wurmerkrankungen
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Die Therapie richtet sich nach der Wurmart, dem Alter, möglichen Vorerkrankungen und der jeweiligen Situation. Ärztlich eingesetzte Medikamente gegen Würmer heißen Anthelminthika. Dazu gehören je nach Erreger beispielsweise Mebendazol, Albendazol oder Pyrantel. Nicht jedes Mittel wirkt gegen jede Wurmart. Deshalb solltest du ein Präparat nicht eigenständig auswählen oder die Behandlung ohne Rücksprache wiederholen.
Die Einnahme erfolgt nach dem verordneten Schema. Bei manchen Infektionen ist eine Wiederholung erforderlich, weil die erste Behandlung nicht alle Entwicklungsstadien oder später geschlüpfte Würmer erfasst. Ob und wann eine Kontrolle oder eine weitere Dosis nötig ist, entscheidet die behandelnde Praxis.
Bei Madenwürmern kann es sinnvoll sein, enge Kontaktpersonen beziehungsweise Haushaltsmitglieder ärztlich abklären zu lassen. Ob mehrere Personen behandelt werden, hängt von der Situation und der ärztlichen Empfehlung ab. Kinder sollten bei Verdacht von einer Kinderarztpraxis untersucht werden; Dosierung und zugelassene Präparate unterscheiden sich je nach Alter.
Hygiene während und nach der Behandlung
Hygienemaßnahmen helfen, eine erneute Ansteckung und die Weitergabe von Wurmeiern zu verringern. Wichtig sind:
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Wasche deine Hände gründlich mit Seife, besonders nach dem Toilettengang, nach dem Windelwechseln, vor dem Essen und nach dem Kontakt mit Tieren.
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Halte die Fingernägel kurz und vermeide Nägelkauen sowie das Berühren des Mundes mit ungewaschenen Händen.
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Wechsle Unterwäsche und Schlafkleidung regelmäßig. Wasche Textilien nach den Empfehlungen der Arztpraxis beziehungsweise der Pflegeanleitung.
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Reinige Toilette, Badezimmer, häufig berührte Oberflächen und bei Bedarf Spielzeug regelmäßig.
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Wasche Obst und Gemüse gründlich und erhitze Fleisch ausreichend.
Wenn ein Haustier Würmer oder andere Parasiten haben könnte, solltest du den Kot zügig entfernen, danach die Hände waschen und das weitere Vorgehen mit der Tierarztpraxis besprechen.
Vorbeugung auf Reisen und im Alltag
Trinke auf Reisen nur sicheres oder abgekochtes Wasser und achte auf gut erhitzte Speisen. Obst und Gemüse solltest du gründlich waschen oder schälen, wenn die Wasserqualität unsicher ist. Vermeide rohes oder nicht ausreichend gegartes Fleisch und Fisch in Regionen, in denen bestimmte Wurminfektionen häufiger vorkommen. Nach einer Reise solltest du bei anhaltendem Durchfall, Bauchschmerzen oder Gewichtsverlust erwähnen, in welchen Ländern du warst.
Eine vorbeugende Wurmkur für dich oder dein Kind ist nicht grundsätzlich sinnvoll. Lass Beschwerden und ein mögliches Infektionsrisiko medizinisch beurteilen, statt Medikamente auf Verdacht einzunehmen. Auch pflanzliche Mittel oder homöopathische Präparate ersetzen keine nachgewiesene Behandlung; sie können Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen haben und eine notwendige Therapie verzögern.
Mögliche Folgen eines unbehandelten Befalls
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Viele Wurminfektionen lassen sich gut behandeln. Bleibt ein Befall jedoch über längere Zeit bestehen, können je nach Wurmart Nährstoffmangel, Eisenmangel, Blutarmut oder chronische Bauchbeschwerden auftreten. Bei Kindern kann eine länger andauernde Erkrankung die Entwicklung beeinträchtigen. Schwere Verläufe und ein Befall anderer Organe sind selten, müssen aber ärztlich behandelt werden.
Wenn Beschwerden nach der Therapie anhalten oder wiederkommen, solltest du die Diagnose und das Behandlungsschema erneut prüfen lassen. Frage die Arztpraxis auch nach den Erfolgsaussichten und danach, ob eine Kontrolluntersuchung erforderlich ist.
Wann solltest du ärztlichen Rat einholen?
Eine ärztliche Abklärung ist sinnvoll bei nächtlichem Juckreiz am After, sichtbaren Würmern, wiederkehrenden Bauchbeschwerden, ungeklärtem Gewichtsverlust oder Beschwerden nach einer Reise. Für Kinder, Schwangere, Menschen mit geschwächtem Immunsystem und Personen mit starken Symptomen gilt ein besonders niedriger Schwellenwert. Bei akuten starken Bauchschmerzen, anhaltendem Erbrechen oder Verdacht auf Darmverschluss brauchst du sofort medizinische Hilfe.
