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Lichttherapie bei Psoriasis & Neurodermitis: So hilft UV-Licht Ihrer Haut

Arzt lächelt in heller Umgebung mit medizinischem Gerät.

Lichttherapie bei Psoriasis & Neurodermitis: So hilft UV-Licht Ihrer Haut

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Medizinische Lichttherapie, auch Phototherapie genannt, kann bei Psoriasis (Schuppenflechte) und Neurodermitis eingesetzt werden, wenn äußerliche Behandlungen allein nicht ausreichend helfen oder nicht vertragen werden. Dabei wird UV-Licht gezielt und dosiert angewendet. Ziel ist es, Entzündungen zu lindern, den Juckreiz zu verringern und bei Psoriasis das übermäßige Wachstum von Hautzellen zu bremsen.

Die Behandlung erfolgt nicht nach eigenem Ermessen mit Sonnenlicht oder im Solarium, sondern nach ärztlicher Untersuchung und einem individuellen Bestrahlungsplan.

Wie wirkt Lichttherapie bei Psoriasis und Neurodermitis?

UV-Strahlung beeinflusst Vorgänge in der Haut und kann die dortige Immunreaktion abschwächen. Dadurch gehen entzündliche Prozesse zurück. Bei Psoriasis kann UV-Licht außerdem die beschleunigte Zellteilung in der obersten Hautschicht bremsen. Bei Neurodermitis steht häufig die Beruhigung entzündeter Haut und die Linderung des Juckreizes im Vordergrund.

Welche Strahlung geeignet ist, hängt unter anderem von der Diagnose, der Ausdehnung und dem Verlauf der Erkrankung, dem Hauttyp sowie früheren Therapien ab. Eine Verbesserung stellt sich meist nicht nach einer einzigen Sitzung ein. Üblich ist eine Behandlungsserie über mehrere Wochen.

Welche Verfahren gibt es?

Schmalspektrum-UVB

Schmalspektrum-UVB wird bei Psoriasis und Neurodermitis häufig eingesetzt. Das Gerät gibt UVB-Licht in einem eng begrenzten Wellenlängenbereich ab. Die Dosis wird an die Hautreaktion angepasst und in der Regel schrittweise gesteigert. Die Methode kann bei großflächigen Hautveränderungen in einer Lichtkabine angewendet werden.

PUVA mit Psoralen

Bei der PUVA-Therapie wird UVA-Licht mit Psoralen kombiniert. Psoralen macht die Haut lichtempfindlicher und kann als Bad, Creme oder Tablette angewendet werden. Die Behandlung kommt vor allem bei bestimmten hartnäckigen oder schwereren Verläufen infrage. Wegen der stärkeren Photosensibilisierung und der damit verbundenen Risiken ist eine besonders sorgfältige ärztliche Überwachung erforderlich.

Creme-PUVA und gezielte Bestrahlung

Bei einzelnen oder begrenzten Herden kann Psoralen lokal als Creme aufgetragen und anschließend mit UVA bestrahlt werden. Ein Excimerlaser kann ebenfalls für klar abgegrenzte Psoriasis-Stellen eingesetzt werden. Dabei wird UVB gezielt auf die betroffenen Areale gerichtet, während die umliegende gesunde Haut möglichst geschont wird.

Balneophototherapie

Bei der Balneophototherapie wird ein Bad – häufig mit einer Salzlösung – mit anschließender UV-Bestrahlung kombiniert. Sie kann bei größeren betroffenen Hautflächen eine Behandlungsoption sein. Ob dieses Verfahren geeignet ist, entscheidet die dermatologische Praxis abhängig vom Hautzustand und Therapieziel.

Wie läuft eine Behandlung ab?

Arzt lächelt in heller Umgebung

Untersuchung vor dem Start

Vor der ersten Bestrahlung werden deine Krankengeschichte, frühere Hautbehandlungen und alle regelmäßig eingenommenen Medikamente erfasst. Manche Arzneimittel und kosmetische Inhaltsstoffe können die Lichtempfindlichkeit erhöhen. Auch lichtabhängige Hauterkrankungen, relevante Vorerkrankungen oder verdächtige Hautveränderungen müssen berücksichtigt werden.

Der Hauttyp und die individuelle Lichtempfindlichkeit helfen dabei, eine passende Anfangsdosis festzulegen. Bei PUVA-Verfahren gelten zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen, weil Psoralen die Reaktion auf UVA verstärkt. Sprich auch eine mögliche Schwangerschaft oder Stillzeit offen an, damit die Behandlung ärztlich eingeordnet werden kann.

Bestrahlung und Schutz

Die eigentliche Bestrahlung dauert meist nur wenige Minuten. Dauer und Intensität richten sich nach dem gewählten Verfahren und deiner Reaktion auf die vorherigen Sitzungen. Während der Behandlung werden die Augen mit einer geeigneten Schutzbrille geschützt. Nicht zu behandelnde oder besonders empfindliche Körperstellen können abgedeckt werden.

Eine Lichttherapie wird üblicherweise mehrmals pro Woche durchgeführt. Die genaue Anzahl der Sitzungen und die Gesamtdauer legt die behandelnde dermatologische Praxis fest. Nach der Bestrahlung solltest du die vereinbarten Regeln zur Hautpflege und zum Schutz vor zusätzlicher UV-Strahlung beachten.

Welche Wirkung kannst du erwarten?

Viele Betroffene bemerken zunächst, dass der Juckreiz nachlässt. Im weiteren Verlauf können sich Rötungen, Entzündungen und bei Psoriasis auch die Schuppung zurückbilden. Wie schnell und wie stark die Haut reagiert, ist individuell. Entscheidend sind die regelmäßige Teilnahme an den Sitzungen und die Einhaltung der ärztlichen Anweisungen.

Lichttherapie behandelt die Hauterscheinungen, nicht jedoch jede mögliche Begleiterkrankung. Bei Psoriasis-Arthritis richtet sich die Behandlung beispielsweise auf die Haut und nicht auf die Gelenkentzündung. Zusätzliche Beschwerden müssen eigenständig ärztlich behandelt werden.

Risiken und wichtige Vorsichtsmaßnahmen

Eine zu hohe UV-Dosis kann Rötungen, Brennen oder eine sonnenbrandähnliche Reaktion auslösen. In stärkeren Fällen sind auch Blasen oder ausgeprägte Reizungen möglich. Informiere die Praxis deshalb über jede ungewöhnliche Hautreaktion, bevor die nächste Sitzung stattfindet.

Wiederholte und übermäßige UV-Exposition kann die Haut vorzeitig altern lassen und das Hautkrebsrisiko erhöhen. Das gilt besonders bei langfristiger oder häufiger Anwendung bestimmter Verfahren wie PUVA. Deshalb sollte eine Lichttherapie nicht ohne medizinische Indikation verlängert oder eigenständig durchgeführt werden.

  • Vermeide zusätzliche, unkontrollierte UV-Belastung und Solarienbesuche.
  • Trage während der Behandlung den vorgesehenen Augenschutz.
  • Halte dich an die ärztlichen Vorgaben zu Sonne, Hautpflege und Nachsorge.
  • Teile neue Medikamente, Nahrungsergänzungsmittel und Pflegeprodukte der Praxis mit.
  • Lass neue oder auffällige Hautveränderungen dermatologisch kontrollieren.

Lichttherapie ist kein Solariumbesuch

Natürliches Sonnenlicht enthält UVA- und UVB-Strahlung, deren Intensität je nach Tageszeit, Jahreszeit, Wetter und Aufenthaltsort schwankt. Eine genaue therapeutische Dosierung ist damit nicht zuverlässig möglich. Medizinische Geräte verwenden dagegen ein festgelegtes Spektrum und erlauben eine kontrollierte Anpassung der Bestrahlungsdauer.

Solarien sind für kosmetische Bräunung ausgelegt und ersetzen keine dermatologische Behandlung. Ihre Nutzung kann die UV-Belastung erhöhen und zusätzliche Risiken schaffen. Auch eigenständige Bestrahlungen zu Hause solltest du nur durchführen, wenn sie ausdrücklich ärztlich begleitet und angeleitet werden.

Was solltest du vorab mit der Praxis klären?

Besprich, welches Therapieziel im Vordergrund steht, welches Verfahren infrage kommt, wie oft die Sitzungen stattfinden und welche Alternativen es gibt. Frage außerdem nach den konkreten Schutzmaßnahmen, der Hautpflege und dem Vorgehen bei Rötungen oder anderen Nebenwirkungen.

Arzt lächelt in heller Umgebung, Hauttherapie

Ob die Krankenkasse die Kosten übernimmt, hängt von der medizinischen Notwendigkeit, der ärztlichen Verordnung und deinem Versicherungsvertrag ab. Bei gesetzlich Versicherten solltest du die Voraussetzungen mit der dermatologischen Praxis und der Krankenkasse klären. Bei einer privaten Versicherung ist der individuelle Tarif maßgeblich.

Wenn du eine Lichttherapie erwägst, lass zuerst deine Haut ärztlich beurteilen. So kann geklärt werden, ob UV-Licht für dich geeignet ist, welches Verfahren zu deiner Erkrankung passt und wie sich die Behandlung möglichst sicher durchführen lässt.

Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität: Alle Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Beratung. Für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität übernehmen wir keine Gewähr. Eine Haftung ist – soweit gesetzlich zulässig – ausgeschlossen. Solltest du Fragen haben, schreib unserem Support.

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