Das Cytomegalievirus (CMV) gehört zur Familie der Herpesviren und ist weit verbreitet. Viele Menschen bemerken die Infektion nicht oder haben nur leichte Beschwerden. Nach der Erstinfektion bleibt das Virus lebenslang im Körper und kann später erneut aktiv werden. Für gesunde Erwachsene ist CMV meist unproblematisch. Eine besondere Bedeutung hat die Infektion jedoch in der Schwangerschaft, bei Neugeborenen und bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Weitere Informationen zu Symptomen und Behandlungen findest du auch im verlinkten Beitrag zum Cytomegalievirus.
Was ist das Cytomegalievirus?
CMV wird auch als humanes Herpesvirus 5 (HHV-5) bezeichnet. Wie andere Herpesviren verbleibt es nach der Ansteckung in einem inaktiven Zustand im Körper. Das Immunsystem hält es normalerweise unter Kontrolle. Bei einer Abwehrschwäche, etwa nach einer Organtransplantation oder durch bestimmte Medikamente, kann es sich reaktivieren und Beschwerden verursachen.
Wie wird CMV übertragen?
Das Virus wird vor allem durch direkten Kontakt mit infizierten Körperflüssigkeiten weitergegeben. Mögliche Übertragungswege sind:
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Speichel und Urin, besonders im Kontakt mit kleinen Kindern
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Blut und Blutprodukte
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Muttermilch
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Sperma und Vaginalsekret
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Übertragene Organe
Eine wichtige Rolle spielen enge Kontakte zu Kleinkindern, sexuelle Kontakte sowie Situationen, in denen das Immunsystem geschwächt ist. Viele Infizierte haben keine Beschwerden und können das Virus trotzdem ausscheiden.
Welche Symptome verursacht CMV?
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Gesunde Erwachsene
Bei gesunden Erwachsenen verläuft eine CMV-Infektion häufig symptomlos. Wenn Beschwerden auftreten, ähneln sie oft einer Erkältung oder einem grippalen Infekt:
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Müdigkeit
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Fieber
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Muskel- und Gelenkschmerzen
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Geschwollene Lymphknoten
Die Symptome sind unspezifisch und können deshalb auch zu anderen Infektionen passen, etwa zu einem Pfeifferschen Drüsenfieber beziehungsweise einer Mononukleose. Eine Untersuchung kann klären, ob CMV tatsächlich die Ursache ist.
Neugeborene und angeborene Infektion
Wird das Virus während der Schwangerschaft auf das ungeborene Kind übertragen, kann die Infektion ohne Beschwerden bleiben oder bereits bei der Geburt auffallen. Mögliche Zeichen sind Gelbsucht, ein Hautausschlag sowie eine vergrößerte Leber oder Milz. Auch Entwicklungs-, Seh- und Hörprobleme sind möglich. Ein Hörverlust kann sich erst später zeigen, weshalb betroffene Kinder regelmäßig kontrolliert werden sollten.
Menschen mit geschwächtem Immunsystem
Bei einer Immunschwäche kann sowohl eine Erstinfektion als auch eine Reaktivierung schwer verlaufen. Mögliche Komplikationen sind eine Lungen- oder Leberentzündung, eine Entzündung der Netzhaut (CMV-Retinitis) und eine Gehirnentzündung. Sehstörungen, verschwommenes Sehen oder neu auftretende „fliegende Mücken“ sollten in dieser Risikogruppe umgehend ärztlich abgeklärt werden.
Wie wird CMV diagnostiziert?
Welche Tests sinnvoll sind, hängt von den Beschwerden, dem Alter und dem Immunstatus ab. Bei serologischen Untersuchungen werden Antikörper im Blut bestimmt. IgM kann auf eine kürzlich erfolgte Infektion hinweisen, während IgG meist für einen früheren Kontakt mit dem Virus spricht. Die Ergebnisse müssen jedoch im Zusammenhang bewertet werden; ein Antikörpertest beweist nicht immer eine aktive Erkrankung.
Mit einem PCR-Test lässt sich CMV-DNA direkt in Blut, Urin oder anderen Körperflüssigkeiten nachweisen. Das Verfahren kann bei Neugeborenen und immungeschwächten Menschen besonders wichtig sein und wird teilweise auch zur Verlaufskontrolle eingesetzt. Bei Neugeborenen können zusätzlich Hörtests und weitere Untersuchungen notwendig sein. In der Schwangerschaft kommen bei entsprechendem Verdacht serologische Tests, Ultraschallkontrollen und in ausgewählten Fällen eine Fruchtwasseruntersuchung infrage. Ein Ultraschall kann Auffälligkeiten zeigen, eine Infektion aber nicht immer sicher ausschließen.
CMV in der Schwangerschaft
Eine Erstinfektion in der Schwangerschaft kann auf das ungeborene Kind übertragen werden. Das Risiko und die möglichen Folgen hängen unter anderem vom Zeitpunkt der Infektion ab. Mögliche Folgen für das Kind sind Hörschäden, Entwicklungsverzögerungen, Veränderungen des Gehirns sowie Leber- und Milzprobleme. Ein Verdacht sollte deshalb durch eine gynäkologische oder infektiologische Praxis abgeklärt werden.
Ob weitere Untersuchungen oder eine Behandlung erforderlich sind, wird individuell entschieden. Auch nach der Geburt können Kontrollen des Hörvermögens, der Entwicklung und gegebenenfalls des Sehens sinnvoll sein. Aussagen zur Prognose lassen sich nicht allein aus einem positiven CMV-Test ableiten.
Wie wird eine CMV-Infektion behandelt?
Gesunde Menschen benötigen bei einer unkomplizierten CMV-Infektion normalerweise keine spezifische antivirale Therapie. Die Behandlung richtet sich dann nach den Beschwerden. Bei schwerem Verlauf oder geschwächtem Immunsystem können Virostatika eingesetzt werden, zum Beispiel Ganciclovir, Valganciclovir oder Foscarnet. Sie hemmen die Virusvermehrung, beseitigen das Virus jedoch nicht aus dem Körper. Wegen möglicher Nebenwirkungen und notwendiger Kontrollen darf die Therapie nur ärztlich festgelegt werden.
Bei Neugeborenen mit einer symptomatischen angeborenen Infektion kann eine antivirale Behandlung geprüft werden. Sie erfolgt in spezialisierten Teams und wird durch die Behandlung von Hör-, Seh-, Entwicklungs- oder neurologischen Problemen ergänzt. Bei schweren Verläufen können unter anderem eine Wasserkopf, eine Netzhautentzündung oder neurologische Beschwerden wie Hirnhautentzündung und Krampfanfälle auftreten und benötigen jeweils eine eigene Behandlung.
Wie kannst du einer CMV-Infektion vorbeugen?
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Eine Impfung gegen CMV ist derzeit nicht verfügbar. Besonders Schwangere können das Ansteckungsrisiko durch konsequente Hygiene senken:
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Wasche dir nach dem Windelwechsel, beim Füttern und nach Kontakt mit Speichel oder Urin gründlich die Hände.
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Teile mit kleinen Kindern keine Getränke, Lebensmittel, Bestecke oder Zahnbürsten.
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Küsse Kleinkinder nicht auf den Mund.
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Reinige regelmäßig Spielzeug und Oberflächen, die mit Körperflüssigkeiten in Kontakt kommen.
Menschen mit geschwächtem Immunsystem sollten individuelle Empfehlungen vom behandelnden Team einholen. Bei entsprechenden Beschwerden, nach einer möglichen Exposition oder bei einem Verdacht in der Schwangerschaft ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll. Die Forschung zu antiviralen Medikamenten, Immuntherapien und Impfstoffen läuft weiter.
