Die Tendovaginitis stenosans, auch Schnappfinger genannt, ist eine Erkrankung der Beugesehne und ihrer Sehnenscheide. Durch eine Verdickung oder Entzündung kann die Sehne nicht mehr reibungslos gleiten. Beim Beugen oder Strecken bleibt der Finger hängen, schnappt plötzlich weiter oder lässt sich zeitweise gar nicht bewegen.
Schnappfinger: Symptome
Typisch sind Schmerzen am betroffenen Finger oder am Übergang zur Handfläche. Die Beschwerden können in die Handfläche und gelegentlich in den Unterarm ausstrahlen. Häufig treten außerdem folgende Anzeichen auf:
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Schnappen, Knacken oder Blockieren beim Beugen und Strecken
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Steifigkeit, oft besonders am Morgen
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Schwellung oder Druckempfindlichkeit
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Ein tastbarer Knoten an der Handfläche am Ansatz des Fingers
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Eine zunehmend eingeschränkte Beweglichkeit
Zu Beginn kommen die Beschwerden oft nur gelegentlich vor. Unbehandelt kann der Finger dauerhaft in einer gebeugten Stellung verharren. Anhaltende Schmerzen und Bewegungseinschränkungen können dann alltägliche Tätigkeiten wie Greifen, Tippen oder das Öffnen einer Flasche erschweren.
Ursachen und Risikofaktoren
Eine einzelne Ursache lässt sich nicht immer feststellen. Wiederholte Bewegungen, kräftiges Zugreifen und mechanische Überlastung können die Beugesehne und ihre Sehnenscheide reizen. Dazu gehören beispielsweise häufiges Tippen, Handwerken, Musizieren oder Sportarten, bei denen die Hände stark beansprucht werden.
Auch ungünstige Bewegungsmuster und Fehlhaltungen können die Belastung erhöhen. Bestimmte Erkrankungen werden ebenfalls als Risikofaktoren genannt, darunter Diabetes und rheumatische Erkrankungen. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Eine Tendovaginitis stenosans kann jedoch grundsätzlich bei jedem Menschen auftreten.
Wie wird ein Schnappfinger diagnostiziert?
Die Diagnose ergibt sich meist aus dem Gespräch und der körperlichen Untersuchung. Deine Ärztin oder dein Arzt fragt unter anderem, seit wann die Beschwerden bestehen, wann der Finger schnappt und welche Belastungen oder Vorerkrankungen vorliegen. Bei der Untersuchung werden Hand und Finger abgetastet und wiederholt gebeugt und gestreckt. Dabei lässt sich das Schnappen oft direkt feststellen.
Bildgebende Verfahren sind nicht immer erforderlich. Ein Ultraschall kann die Sehne und die Sehnenscheide darstellen und beispielsweise Verdickungen oder Flüssigkeit sichtbar machen. Röntgenaufnahmen zeigen die Weichteile nur eingeschränkt, können aber helfen, andere Ursachen wie Arthrose, Knochenbrüche oder Gelenkveränderungen auszuschließen. Auch Erkrankungen wie Karpaltunnelsyndrom, Arthritis oder eine andere Sehnenentzündung können ähnliche Beschwerden verursachen.
Behandlung der Tendovaginitis stenosans
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Welche Behandlung geeignet ist, hängt unter anderem von Dauer und Stärke der Beschwerden sowie von deiner Beweglichkeit ab. Oft beginnt die Therapie mit konservativen Maßnahmen.
Konservative Maßnahmen
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Vermeide Bewegungen und Belastungen, die Schmerzen oder Schnappen auslösen.
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Eine Finger- oder Handschiene kann den betroffenen Bereich zeitweise ruhigstellen.
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Kälteanwendungen können Beschwerden kurzfristig lindern.
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Physiotherapie oder Ergotherapie kann dabei helfen, Beweglichkeit und Handfunktion zu erhalten und die Hand im Alltag zu entlasten.
Schmerz- und entzündungshemmende Medikamente wie Ibuprofen oder Diclofenac können infrage kommen. Paracetamol lindert Schmerzen, wirkt aber nicht entzündungshemmend. Ob ein Medikament für dich geeignet ist, hängt von deiner Gesundheit und anderen Arzneimitteln ab. Gerade bei längerer Einnahme solltest du die Anwendung mit einer Ärztin, einem Arzt oder der Apotheke klären.
Kortisoninjektion
Eine Kortisoninjektion in den Bereich der betroffenen Sehne kann Entzündung und Schmerzen reduzieren. Die Wirkung ist nicht bei allen Menschen dauerhaft. Wiederholte Injektionen können mit Risiken verbunden sein. Deshalb solltest du Nutzen und mögliche Nebenwirkungen individuell ärztlich besprechen.
Operation
Wenn konservative Maßnahmen nicht ausreichend helfen, der Finger häufig blockiert oder die Handfunktion deutlich eingeschränkt ist, kann eine Operation infrage kommen. Bei dem üblichen Eingriff wird das einengende Ringband gespalten. Dadurch erhält die Sehne mehr Platz und kann wieder freier gleiten. Wie bei jeder Operation bestehen mögliche Risiken, etwa Infektionen, Nachblutungen, Narbenbildung oder seltene Nervenverletzungen.
Nachbehandlung nach einer Operation
Nach dem Eingriff ist es wichtig, den Finger nach ärztlicher Anweisung wieder vorsichtig zu bewegen. Die Mobilisation soll einer Steifigkeit und Verklebungen entgegenwirken. Je nach Verlauf kann Physiotherapie oder Ergotherapie sinnvoll sein. Dabei lernst du Übungen zur Beweglichkeit und zum schrittweisen Kraftaufbau.
Belaste den Finger nicht sofort wieder vollständig. Halte dich an die Empfehlungen des behandelnden Teams und melde dich, wenn Schmerzen, Schwellung oder Bewegungseinschränkungen zunehmen. Die langfristige Aussicht ist nach einer Operation in vielen Fällen gut, hängt aber auch vom individuellen Verlauf und der Nachsorge ab.
Was kannst du vorbeugend tun?
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Nicht jeder Schnappfinger lässt sich verhindern. Du kannst die Belastung deiner Hände aber reduzieren:
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Plane bei wiederholten Tätigkeiten regelmäßige kurze Pausen ein.
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Wechsle Bewegungen und Arbeitshaltungen, statt über längere Zeit dieselbe Bewegung auszuführen.
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Halte Handgelenke und Finger möglichst entspannt und vermeide dauerhaft ungünstige Positionen.
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Richte deinen Arbeitsplatz so ein, dass Tastatur und Maus bequem erreichbar sind und du nicht verkrampft arbeitest.
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Steigere sportliche oder handwerkliche Belastungen langsam und brich eine Tätigkeit bei zunehmenden Beschwerden nicht einfach ab.
Dehn- und Kräftigungsübungen können Teil einer physiotherapeutischen Beratung sein. Führe Übungen jedoch nicht gegen Schmerzen aus und lass dir zeigen, welche Bewegungen in deiner Situation sinnvoll sind.
Alternative Verfahren
Akupunktur wird von manchen Betroffenen ergänzend zur Schmerzlinderung genutzt. Ob sie bei Tendovaginitis stenosans zuverlässig hilft, ist wissenschaftlich nicht eindeutig geklärt. Für Homöopathie ist eine Wirksamkeit bei dieser Erkrankung wissenschaftlich nicht belegt. Kräuter wie Kurkuma, Ingwer oder Arnika können mit Arzneimitteln wechselwirken. Sprich deshalb vor der Einnahme oder Anwendung mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder der Apotheke. Alternative Verfahren sollten eine notwendige medizinische Behandlung nicht ersetzen.
Wann solltest du ärztliche Hilfe suchen?
Lass Schmerzen, Steifigkeit, Schnappen oder eine zunehmende Blockierung ärztlich abklären, besonders wenn die Beschwerden anhalten oder dich im Alltag einschränken. Eine frühe Untersuchung kann klären, ob tatsächlich ein Schnappfinger vorliegt oder eine andere Erkrankung die Ursache ist. Gemeinsam kannst du dann entscheiden, ob zunächst Schonung, Schiene, Medikamente, eine Injektion oder eine Operation sinnvoll ist.
