Morbus Dupuytren, auch Palmarfibrose oder Palmarfibromatose genannt, ist eine Erkrankung des Bindegewebes in der Handinnenfläche. Dabei verdickt sich das Gewebe und kann Stränge bilden, die einzelne Finger zunehmend in eine Beugestellung ziehen. Schmerzen fehlen häufig, die Beweglichkeit und Handfunktion können sich jedoch deutlich verschlechtern.
Der Verlauf ist individuell: Bei manchen Menschen bleibt ein Knoten über Jahre unverändert, bei anderen nimmt die Beugung schneller zu. Eine ärztliche Untersuchung hilft, die Ursache einzuordnen und gemeinsam zu entscheiden, ob zunächst Beobachtung oder eine Behandlung sinnvoll ist.
Symptome von Morbus Dupuytren
Knoten und Verhärtungen in der Handfläche
Am Anfang bemerkst du oft einen kleinen, festen Knoten oder eine Verhärtung in der Handinnenfläche. Später kann sich daraus ein tastbarer Strang entwickeln. Die Veränderungen liegen häufig unterhalb des Ring- oder kleinen Fingers, können aber auch andere Finger und beide Hände betreffen.
Eingeschränkte Streckung der Finger
Mit fortschreitender Erkrankung lassen sich die betroffenen Finger nicht mehr vollständig ausstrecken. Ein typisches Zeichen ist, dass du die Hand nicht mehr flach auf einen Tisch legen kannst. Die dauerhafte Beugestellung wird als Beugekontraktur bezeichnet. Sie kann das Greifen, Anziehen, Schreiben oder Halten von Gegenständen erschweren.
Schmerzen sind bei Morbus Dupuytren eher selten. Druckempfindlichkeit oder Beschwerden können dennoch auftreten. Gefühlsstörungen sind nicht typisch und sollten ärztlich abgeklärt werden.
Stadien und Verlauf
Die Erkrankung kann sich langsam über mehrere Jahre entwickeln, rascher fortschreiten oder längere Zeit stabil bleiben. Eine Vorhersage des individuellen Verlaufs ist nicht zuverlässig möglich. Zur Beschreibung des Schweregrads wird unter anderem die Beugung der betroffenen Finger herangezogen. Früh zeigen sich vor allem Knoten und Stränge; in späteren Stadien ist die Streckung deutlich eingeschränkt.
Diagnose: So wird Morbus Dupuytren festgestellt
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Die Diagnose ergibt sich meist aus dem Erscheinungsbild und der körperlichen Untersuchung. Ärztinnen und Ärzte betrachten und ertasten die Hand, prüfen die Lage und Ausprägung der Knoten und Stränge und messen, wie weit sich die Finger strecken lassen. Auch deine Krankengeschichte ist wichtig: Dazu gehören der Zeitpunkt der ersten Veränderungen, familiäre Fälle und mögliche Begleiterkrankungen.
Andere Ursachen können ähnliche Beschwerden auslösen, zum Beispiel Narbengewebe, Arthrose oder ein schnellender Finger. In unklaren Fällen oder wenn eine andere Erkrankung vermutet wird, können bildgebende Verfahren sinnvoll sein. Röntgen oder MRT sind bei einem typischen Befund jedoch meist nicht erforderlich.
Ursachen und Risikofaktoren
Die genaue Ursache von Morbus Dupuytren ist nicht vollständig geklärt. Eine familiäre beziehungsweise genetische Veranlagung spielt eine wichtige Rolle. Das bedeutet nicht, dass die Erkrankung bei dir sicher auftritt, wenn sie in deiner Familie vorkommt.
Morbus Dupuytren wird außerdem häufiger im Zusammenhang mit Diabetes, starkem Alkoholkonsum und Epilepsie beobachtet. Diese Faktoren verursachen die Erkrankung nicht zwangsläufig. Auch Verletzungen, wiederholte Belastungen und andere Umwelteinflüsse werden als mögliche Einflussgrößen untersucht. Eine einzelne Ursache lässt sich meist nicht feststellen.
Behandlung: Welche Möglichkeiten gibt es?
Nicht jede Verhärtung muss sofort behandelt werden. Wenn die Handfunktion kaum eingeschränkt ist und die Finger noch gut gestreckt werden können, kommt zunächst eine ärztliche Verlaufskontrolle infrage. Die Entscheidung richtet sich nach deinen Beschwerden, dem Krankheitsstadium und den Anforderungen im Alltag.
Konservative Maßnahmen und Beobachtung
Dehn- und Bewegungsübungen können helfen, die Beweglichkeit zu erhalten. Sie sollten zu deinem Befund passen und idealerweise mit einer Physiotherapeutin, einem Physiotherapeuten oder einer ärztlichen Fachkraft abgestimmt werden. Übungen beseitigen die krankhaften Stränge jedoch nicht. Nach Eingriffen gehören Physiotherapie, Ergotherapie oder eine Schienenversorgung je nach Situation zur Nachbehandlung.
Strahlentherapie im frühen Stadium
Bei frühem Morbus Dupuytren kann eine Strahlentherapie in Betracht gezogen werden. Sie soll die Aktivität des veränderten Gewebes beeinflussen und ein Fortschreiten verlangsamen. Die Methode ist nicht für jede Person geeignet, wirkt nicht bei allen Betroffenen und kann Nebenwirkungen haben. Lass dich dazu in einer spezialisierten Einrichtung beraten.
Fasziotomie und Injektionen
Bei einer Fasziotomie wird ein verhärteter Strang durchtrennt, damit sich der Finger wieder besser strecken lässt. Das kann mit einer Nadel oder über einen kleinen Hautschnitt erfolgen. Je nach Verfügbarkeit und individueller Situation kommen auch Injektionen mit Wirkstoffen infrage, die den Strang schwächen sollen. Bei diesen Verfahren kann das veränderte Gewebe erneut entstehen.
Operation
Wenn die Finger deutlich gekrümmt sind oder dich die Einschränkung im Alltag stark belastet, kann eine Operation sinnvoll sein. Bei einer Fasziektomie wird verändertes Gewebe teilweise oder vollständig entfernt. Welche Methode geeignet ist, hängt unter anderem von Lage und Ausprägung der Stränge sowie von Vorbehandlungen ab.
Zu möglichen Risiken gehören Infektionen, Narben, Verletzungen von Nerven oder Gefäßen und ein komplexes regionales Schmerzsyndrom. Auch nach erfolgreicher Behandlung kann Morbus Dupuytren wieder auftreten. Besprich Nutzen, Risiken und realistische Ziele vor dem Eingriff ausführlich mit einer handchirurgischen Fachperson.
Nachsorge und Alltag
Nach einer Behandlung braucht die Hand Zeit zur Erholung. Kontrolltermine, individuell angeleitete Übungen und gegebenenfalls eine Schiene unterstützen dabei, Beweglichkeit und Funktion zu erhalten. Die Heilung verläuft nicht immer gleichmäßig. Überlaste deine Hand nicht, halte dich an die ärztlichen und therapeutischen Empfehlungen und melde neue Knoten, zunehmende Beugung oder anhaltende Beschwerden.
Je nach Beruf können eingeschränkte Fingerbeweglichkeit oder eine reduzierte Greiffunktion die Arbeit erschweren. Ergonomische Hilfsmittel, angepasste Aufgaben und eine vorübergehende Entlastung können hilfreich sein. Sprich bei Bedarf mit deinem Arbeitgeber und den behandelnden Fachpersonen über geeignete Lösungen.
Eine ausgewogene Lebensweise unterstützt deine allgemeine Gesundheit, heilt Morbus Dupuytren aber nicht. Für spezielle Diäten, Nahrungsergänzungsmittel, Homöopathie oder Naturheilmittel ist keine verlässliche Heilwirkung belegt. Akupunktur kann möglicherweise Beschwerden beeinflussen, hält die Erkrankung selbst aber nach der vorliegenden Evidenz nicht nachweislich auf. Informiere deinen Arzt über zusätzliche Methoden, bevor du sie anwendest.
Wann solltest du ärztlichen Rat suchen?
Lass neue Knoten oder Verhärtungen in der Handfläche abklären, besonders wenn du die Finger zunehmend schlechter strecken kannst. Eine fachärztliche Untersuchung ist auch sinnvoll, wenn die Handfunktion im Beruf oder Alltag nachlässt, sich der Befund rasch verändert oder Gefühlsstörungen auftreten. So lässt sich der Verlauf beobachten und der passende Zeitpunkt für eine Therapie besser einschätzen.
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