Angesichts steigender Beiträge und Hürden bei der Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) suchen viele nach Alternativen. Stiftung Warentest beleuchtet verschiedene Optionen, die finanzielle Sicherheit bei Invalidität bieten können, auch wenn sie nicht den vollen Schutz einer BU abdecken.
Key Takeaways
- Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) ist die ideale Absicherung, aber nicht immer zugänglich oder bezahlbar.
- Alternativen wie Grundfähigkeits-, Erwerbsunfähigkeits-, Dread-Disease-, Funktionsinvaliditäts- und Unfallversicherungen bieten eingeschränkten, aber dennoch wichtigen Schutz.
- Frühzeitiger Abschluss ist ratsam, da Gesundheitsprüfungen und Vorerkrankungen die Policenwahl beeinflussen können.
Berufsunfähigkeitsversicherung: Der Goldstandard
Die BU-Versicherung ist die erste Wahl, um finanzielle Folgen eines Jobausstiegs aufgrund von Krankheit oder Unfall abzufedern. Sie zahlt eine monatliche Rente, wenn man den zuletzt ausgeübten Beruf voraussichtlich mindestens sechs Monate nicht mehr zu mindestens 50 Prozent ausüben kann. Die Kosten variieren stark je nach Beruf, Rentenhöhe und Laufzeit. Für einen 30-jährigen Controller kostet eine BU-Rente von 2.000 Euro monatlich ab 660 Euro im Jahr. Für Risikoberufe oder Menschen mit Vorerkrankungen kann eine BU jedoch teuer oder gar nicht erhältlich sein.
Erwerbsunfähigkeitsversicherung: Breiterer Schutz, höhere Hürden
Diese Versicherung greift, wenn man kaum noch einer Erwerbstätigkeit nachgehen kann – unabhängig vom konkreten Beruf. Die Leistungsvoraussetzungen sind höher als bei der BU, dafür sind die Beiträge oft günstiger. Sie eignet sich für alle, die auf ihr Einkommen angewiesen sind und denen eine BU zu teuer ist. Manche Verträge lassen sich später in eine BU umwandeln.
Grundfähigkeitsversicherung: Absicherung von Kernfähigkeiten
Die Grundfähigkeitsversicherung leistet, wenn bestimmte körperliche oder geistige Fähigkeiten verloren gehen, wie Gehen, Sehen oder die Nutzung der Hände. Sie ist eine Option für Personen, die keine BU bekommen können oder wollen. Die Kosten sind oft niedriger als bei einer BU, besonders für körperlich arbeitende Berufe. Wichtig ist, dass der Verlust einer Fähigkeit nicht zwangsläufig zur Berufsunfähigkeit führt.
Dread-Disease-Versicherung: Schutz bei schweren Krankheiten
Diese Versicherung zahlt eine vereinbarte Summe (oft als Einmalzahlung) nach der Diagnose einer im Vertrag festgelegten schweren Krankheit wie Krebs oder Herzinfarkt. Sie ist eine Absicherung für Menschen, die aufgrund von Vorerkrankungen keine BU oder ähnliche Policen erhalten können. Die Hürden für eine Leistung sind hoch, da nur spezifische Krankheiten abgedeckt sind.
Funktionsinvaliditätsversicherung: Umfassender, aber mit hohen Hürden
Sie leistet bei schweren Erkrankungen, Unfällen oder dem Verlust von Grundfähigkeiten. Die Leistungen sind oft an strenge Kriterien geknüpft, wie irreversible und dauerhafte Beeinträchtigungen, die voraussichtlich mindestens drei Jahre andauern. Die Beiträge können mit dem Alter stark steigen.
Private Unfallversicherung: Fokus auf Unfallfolgen
Diese Police zahlt eine Kapitalleistung bei dauerhaften gesundheitlichen Schäden, die durch einen Unfall verursacht wurden. Sie deckt jedoch keine Krankheiten ab und die Definition eines Unfalls kann eng gefasst sein. Sie ist eine Ergänzung, aber kein Ersatz für eine BU.
Fazit: Frühzeitig handeln
Unabhängig von der gewählten Absicherung gilt: Je jünger und gesünder man ist, desto günstiger und einfacher ist der Abschluss. Eine sorgfältige Prüfung der Gesundheitsfragen und eine individuelle Beratung sind unerlässlich, um den passenden Schutz zu finden.
Quellen
- Alternativen zur Berufsunfähigkeitsversicherung: Diese Versicherungen helfen bei Invalidität, Stiftung Warentest.
- Grundfähigkeitsversicherung im Vergleich | Stiftung Warentest, Stiftung Warentest.

