Pflegezusatzversicherung: Definition, Umfang und versicherte Leistungen

Pflegezusatzversicherung: Definition, Umfang und versicherte Leistungen

Eine Pflegezusatzversicherung ergänzt die gesetzliche Pflegeversicherung. Sie kann finanzielle Lücken schließen, weil die gesetzliche Pflegeversicherung in vielen Fällen nur einen Teil der Pflegekosten übernimmt. Je nach Tarif erhältst du ein frei verwendbares Pflegegeld, eine monatliche Pflegerente oder eine Erstattung tatsächlich angefallener Kosten.

Was ist eine Pflegezusatzversicherung?

Elderly couple with caregiver in a park.

Die Pflegezusatzversicherung ist eine freiwillige private Absicherung für den Pflegefall. Sie ergänzt die Leistungen der Pflegepflichtversicherung und kann bei häuslicher, ambulanter oder stationärer Pflege greifen. Welche Leistungen du tatsächlich erhältst, hängt von der Versicherungsart, dem Tarif, dem festgestellten Pflegegrad und den Vertragsbedingungen ab.

Ohne zusätzliche Vorsorge können Pflegekosten dein Einkommen, deine Rücklagen oder das Vermögen deiner Familie belasten. Eine Zusatzversicherung kann diese Belastung reduzieren. Sie ersetzt jedoch nicht die gesetzliche Pflegeversicherung, sondern baut auf ihr auf.

Welche Arten gibt es?

Arten von Pflegezusatzversicherungen

Pflegetagegeldversicherung

Bei einer Pflegetagegeldversicherung vereinbarst du einen festen Betrag pro Tag. Im Pflegefall wird dieser Betrag je nach Pflegegrad vollständig oder anteilig ausgezahlt. Das Geld ist in der Regel frei verwendbar: Du kannst es beispielsweise für einen ambulanten Pflegedienst, die Unterstützung durch Angehörige, Hilfsmittel oder andere Ausgaben einsetzen. Die Höhe des Tagessatzes und die Auszahlung bei den einzelnen Pflegegraden stehen im Vertrag.

Pflege-Bahr-Versicherung

Der Pflege-Bahr ist eine staatlich geförderte Variante der Pflegezusatzversicherung. Eine Gesundheitsprüfung ist nicht erforderlich. Deshalb kann diese Form besonders für Menschen mit Vorerkrankungen interessant sein, wenn andere Versicherer einen Antrag ablehnen oder nur zu ungünstigen Bedingungen annehmen. Die Leistungen sind als Grundabsicherung gedacht und im Vergleich zu manchen anderen Tarifen begrenzt.

Für die im Ausgangstext beschriebenen Fördervoraussetzungen gelten ein Eigenbeitrag von mindestens 10 Euro monatlich und ein staatlicher Zuschuss von 5 Euro pro Monat. Außerdem darfst du keine Leistungen aus der Pflegepflichtversicherung beziehen oder in der Vergangenheit bezogen haben und musst mindestens 18 Jahre alt sein. Prüfe die aktuellen Voraussetzungen vor dem Abschluss.

Pflegerentenversicherung

Die Pflegerentenversicherung verbindet Elemente einer Renten- und einer Pflegeversicherung. Im Pflegefall erhältst du eine monatliche Rente, deren Höhe vom Pflegegrad und vom Vertrag abhängt. Je nach Tarif kann die Leistung lebenslang gezahlt werden; teilweise greifen Tarife auch bei bestimmten Demenzerkrankungen. Die Beiträge sind häufig höher als bei anderen Varianten. Achte außerdem darauf, welcher Teil der Leistung garantiert ist und welcher von der Kapitalmarktentwicklung abhängt.

Pflegekostenversicherung

Eine Pflegekostenversicherung erstattet nach Vorlage entsprechender Rechnungen tatsächlich entstandene Pflegekosten bis zu einer vertraglich vereinbarten Grenze. Sie kann Kosten ambulanter Pflege, der Pflege im Heim oder für Pflegehilfsmittel berücksichtigen. Die Erstattung ist weniger frei verwendbar als ein Pflegetagegeld. Ob auch Unterkunft, Verpflegung oder Leistungen bei niedrigen Pflegegraden einbezogen sind, musst du den Tarifbedingungen entnehmen.

Kombinierte Tarife

Kombinierte Pflegezusatzversicherungen verbinden Merkmale mehrerer Modelle, etwa Pflegetagegeld und Pflegekostenversicherung. Dadurch kann der Schutz breiter ausfallen, die Vertragsbedingungen werden aber meist komplexer.

Welche Leistungen sind möglich?

Die gesetzliche Pflegeversicherung übernimmt eine Grundversorgung. Die private Zusatzversicherung kann darüber hinaus zusätzliche finanzielle Mittel bereitstellen. Mögliche Leistungen sind:

  • Pflegegeld oder Pflegetagegeld zur freien Verwendung

  • Erstattung vereinbarter ambulanter oder stationärer Pflegekosten

  • Unterstützung für Pflegehilfsmittel oder notwendige Anpassungen im Wohnumfeld, sofern der Tarif dies vorsieht

  • eine monatliche Pflegerente

  • tarifabhängige Extras wie eine Einmalzahlung bei Eintritt der Pflegebedürftigkeit

Die Leistungshöhe steigt in vielen Tarifen mit dem Pflegegrad. Das ist jedoch nicht automatisch bei jedem Vertrag gleich geregelt. Prüfe deshalb, ob der Tarif bei allen Pflegegraden leistet und ob häusliche und stationäre Pflege gleich oder unterschiedlich berücksichtigt werden. Wichtig sind auch Wartezeiten, Leistungsdauer, Höchstbeträge und die Frage, ob du im Pflegefall weiterhin Beiträge zahlen musst.

Was kostet eine Pflegezusatzversicherung?

Kosten von Pflegezusatzversicherungen

Die Beiträge hängen vor allem von deinem Alter und Gesundheitszustand bei Vertragsabschluss, der Versicherungsart und dem gewünschten Leistungsumfang ab. Wer den Vertrag früher abschließt, zahlt häufig niedrigere Beiträge als bei einem späteren Einstieg. Eine Gesundheitsprüfung kann zu Risikozuschlägen, Leistungsausschlüssen oder einer Ablehnung führen. Beim Pflege-Bahr ist keine Gesundheitsprüfung vorgesehen.

Beiträge werden meist monatlich, teilweise auch jährlich gezahlt. Ob eine Beitragsfreistellung, eine Reduzierung oder eine Anpassung möglich ist, hängt vom Anbieter ab. Auch Beitragsanpassungen im Laufe der Zeit sind möglich. Bei einem Vergleich solltest du deshalb nicht nur den Anfangsbeitrag betrachten, sondern auch die garantierten Leistungen, Anpassungsregeln und Bedingungen bei finanziellen Engpässen.

Pflegeart Monatliche Kosten ohne Zusatzversicherung, etwa
Ambulante Pflege 1.000–2.500 Euro
Stationäre Pflege 2.500–4.500 Euro

Diese Werte aus dem Ausgangstext sind nur grobe Orientierungswerte. Die tatsächlichen Kosten können je nach Pflegegrad, Einrichtung und Region abweichen.

Gesundheitsprüfung und Pflege-Bahr

Senior receiving loving care from a caregiver.

Bei vielen Pflegezusatzversicherungen musst du Gesundheitsfragen beantworten. Deine Angaben sollten vollständig und wahrheitsgemäß sein. Falsche oder unvollständige Angaben können später zu Problemen bei der Leistungsgewährung führen. Es kann sinnvoll sein, medizinische Unterlagen zusammenzustellen und die Gesundheitsfragen sorgfältig zu prüfen.

Wird dein Antrag abgelehnt, kannst du andere Versicherer mit abweichenden Annahmekriterien vergleichen. Der Pflege-Bahr kommt als Alternative infrage, wenn du eine Versicherung ohne Gesundheitsprüfung suchst. Seine Leistungen und Förderbedingungen solltest du trotzdem genau mit deinem Absicherungsbedarf abgleichen.

Worauf solltest du beim Vergleich achten?

  1. Leistungsumfang: Prüfe die Zahlungen für jeden Pflegegrad sowie für häusliche, ambulante und stationäre Pflege.

  2. Art der Auszahlung: Entscheide, ob du frei verwendbares Pflegegeld, eine Kostenerstattung oder eine monatliche Rente benötigst.

  3. Wartezeit und Ausschlüsse: Lies nach, wann der Anspruch beginnt und welche Fälle ausgeschlossen sind.

  4. Beitragsbefreiung: Kläre, ob du im Pflegefall weiter Beiträge zahlen musst.

  5. Beitragsentwicklung: Berücksichtige mögliche Anpassungen und die Bedingungen für Beitragsfreistellung oder Tarifänderungen.

  6. Garantierte Leistungen: Bei Renten- und kombinierten Tarifen solltest du garantierte und nicht garantierte Bestandteile getrennt betrachten.

  7. Vertragsende und Kündigung: Prüfe Laufzeit, Kündigungsfristen und was bei einer Kündigung mit deinen Ansprüchen geschieht.

Steuern und Abschlusszeitpunkt

Beiträge zu einer privaten Pflegezusatzversicherung können unter bestimmten Voraussetzungen als Vorsorgeaufwendungen steuerlich berücksichtigt werden. Dabei gelten persönliche Höchstbeträge und weitere Grenzen. Ob und in welchem Umfang du Beiträge absetzen kannst, hängt von deiner Situation und dem jeweils geltenden Steuerrecht ab.

Ein früher Abschluss kann wegen des Alters und Gesundheitszustands zu Vertragsbeginn vorteilhaft sein. Entscheidend ist aber, dass die vereinbarte Leistung zu deinem Bedarf und dauerhaft zu deinem Budget passt. Vergleiche mehrere Tarife und lies die Bedingungen, bevor du dich entscheidest.

Fazit

Eine Pflegezusatzversicherung kann die gesetzliche Pflegeversicherung sinnvoll ergänzen. Die Pflegetagegeldversicherung bietet meist die größte Verwendungsfreiheit, die Pflegekostenversicherung knüpft die Erstattung an tatsächliche Rechnungen, und die Pflegerentenversicherung zahlt eine monatliche Rente. Der Pflege-Bahr ermöglicht eine staatlich geförderte Grundabsicherung ohne Gesundheitsprüfung. Welcher Schutz passt, hängt von deinem Pflege- und Finanzierungsbedarf, deinem Alter, deinem Gesundheitszustand und den konkreten Vertragsbedingungen ab.

Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität: Alle Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Beratung. Für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität übernehmen wir keine Gewähr. Eine Haftung ist – soweit gesetzlich zulässig – ausgeschlossen. Solltest du Fragen haben, schreib unserem Support.

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Steven

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