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Ageusie: Symptome, Ursachen und Behandlungen im Check

Ageusie: Symptome, Ursachen und Behandlungen im Check

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Ageusie bezeichnet den vollständigen Verlust des Geschmackssinns. Betroffene nehmen süß, salzig, sauer und bitter nicht mehr oder kaum wahr. Die Störung kann vorübergehend auftreten, etwa nach einer Infektion, oder länger anhalten. Da Geschmack und Geruch eng zusammenarbeiten, wird ein Verlust des Geruchssinns häufig ebenfalls als „nichts schmecken“ wahrgenommen.

Ageusie: Symptome und Abgrenzung

Typisch ist, dass Speisen und Getränke keinen Geschmack mehr zu haben scheinen. Dadurch können Appetit und Freude am Essen nachlassen. Manche Menschen essen weniger, andere versuchen, das fehlende Geschmackserlebnis durch besonders stark gewürzte oder sehr süße Lebensmittel auszugleichen. Bei länger anhaltenden Beschwerden sind eine einseitige Ernährung, Gewichtsverlust oder Mangelerscheinungen möglich.

Ageusie unterscheidet sich von anderen Geschmacksstörungen:

  • Hypogeusie: Der Geschmack ist abgeschwächt, aber nicht vollständig verschwunden.

  • Dysgeusie: Geschmäcker werden verändert wahrgenommen, zum Beispiel bitter oder metallisch.

  • Anosmie: Der Geruchssinn ist beeinträchtigt oder fällt aus. Dadurch können Aromen fehlen, obwohl die Geschmacksknospen noch funktionieren.

Der Verlust kann auch emotional belasten. Gemeinsame Mahlzeiten verlieren möglicherweise an Bedeutung, und Frustration, Traurigkeit oder sozialer Rückzug können die Folge sein.

Ursachen und Auslöser

Ageusie kann viele verschiedene Ursachen haben. Dazu gehören Erkrankungen und Entzündungen im Mund- und Rachenraum, virale Infektionen wie COVID-19 sowie bakterielle oder pilzbedingte Infektionen. Nach einer Infektion kann der Geschmackssinn verzögert zurückkehren.

Auch Medikamente kommen als Auslöser infrage. Im Ausgangstext werden unter anderem Chemotherapeutika wie Cisplatin, ACE-Hemmer und bestimmte Antibiotika genannt. Wirkstoffe können die Geschmacksknospen, die Nervenleitung oder indirekt über Mundtrockenheit die Wahrnehmung beeinflussen. Wenn du einen Zusammenhang mit einem Medikament vermutest, solltest du das mit deinem Arzt besprechen und es nicht selbstständig absetzen.

Weitere mögliche Ursachen sind:

  • neurologische Erkrankungen oder Verletzungen, etwa nach einem Schlaganfall, Trauma oder einer Operation;

  • Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Parkinson, Diabetes oder Autoimmunerkrankungen;

  • hormonelle Störungen, beispielsweise eine Schilddrüsenunterfunktion;

  • Zink-, Vitamin-B12- oder Eisenmangel sowie eine allgemeine Unterernährung;

  • Mundtrockenheit, Zahn- oder Zahnfleischprobleme und andere Erkrankungen im Mundraum;

  • psychische Belastungen wie Stress, Depressionen oder Angststörungen.

Wie wird Ageusie diagnostiziert?

Am Anfang steht ein ärztliches Gespräch. Dabei wird geklärt, seit wann der Geschmacksverlust besteht, ob er dauerhaft oder zeitweise auftritt, welche Begleitsymptome vorhanden sind und welche Medikamente du einnimmst. Auch Geruchs- und neurologische Beschwerden sind für die Einordnung wichtig.

Mit standardisierten Geschmackstests lässt sich prüfen, ob du süß, salzig, sauer und bitter wahrnimmst und ob der Verlust vollständig ist. Je nach Verdacht können Blutuntersuchungen folgen, etwa auf Zink-, Vitamin-B12- oder Eisenmangel sowie auf Schilddrüsenwerte. Bei möglichen neurologischen Ursachen kommen neurologische Untersuchungen und gegebenenfalls bildgebende Verfahren wie MRT oder CT hinzu. Erkrankungen im Mundraum kann zusätzlich eine zahnärztliche Untersuchung abklären.

Behandlung: Was kann helfen?

Eine einheitliche Therapie gibt es nicht. Entscheidend ist die Ursache:

  • Infektionen werden abhängig vom Erreger behandelt. Bei bakteriellen Infektionen können Antibiotika, bei Pilzinfektionen Antimykotika eingesetzt werden.

  • Bei einem nachgewiesenen Nährstoffmangel kann eine gezielte Ergänzung von Zink, Vitamin B12 oder Eisen sinnvoll sein. Nahrungsergänzungsmittel solltest du nicht vorsorglich oder in hoher Dosierung einnehmen, sondern ärztlich abklären lassen.

  • Wenn ein Medikament als Ursache infrage kommt, kann der Arzt prüfen, ob eine Anpassung oder ein Wechsel möglich ist.

  • Neurologische Erkrankungen und Nervenschäden benötigen eine individuell abgestimmte Behandlung, gegebenenfalls mit Rehabilitation, Physiotherapie oder weiterer fachärztlicher Betreuung.

  • Bei chronischen Beschwerden können Ernährungsberatung und psychologische Unterstützung helfen, die Folgen im Alltag zu bewältigen.

Zinkpräparate, Alpha-Liponsäure oder lokale Betäubungsmittel wie Lidocain werden im Ausgangstext als mögliche Ansätze genannt. Ihre Anwendung und ihr Nutzen hängen von der individuellen Situation ab und sollten ärztlich besprochen werden. Für Akupunktur und Homöopathie ist keine gesicherte Wirksamkeit belegt.

Ernährung und Alltag

Wenn du weniger Freude am Essen hast, helfen regelmäßige Mahlzeiten und eine möglichst ausgewogene Ernährung. Achte auf ausreichend Flüssigkeit, Proteine sowie Lebensmittel mit Vitaminen und Mineralstoffen. Unterschiedliche Texturen, Temperaturen, Kräuter, Gewürze, Zitronensaft oder Essig können zusätzliche Reize bieten. Sehr viel Salz oder Zucker ist jedoch kein geeigneter dauerhafter Ausgleich.

Eine gute Mundhygiene, regelmäßige zahnärztliche Kontrollen und die Behandlung von Mundtrockenheit oder Entzündungen sind ebenfalls sinnvoll. Bei länger anhaltendem Gewichtsverlust, deutlicher Einschränkung beim Essen oder psychischer Belastung kann professionelle Unterstützung helfen.

Wie viel kostet die Abklärung?

Kosten der Behandlung von Ageusie: Arzt klärt auf

Die Kosten hängen davon ab, welche Untersuchungen und Behandlungen medizinisch notwendig sind. Ärztliche Diagnostik, Bluttests oder bildgebende Verfahren können von der Krankenkasse übernommen werden, wenn eine entsprechende Indikation besteht. Zusatzleistungen, Nahrungsergänzungsmittel, alternative Verfahren oder private Beratungen können dagegen selbst zu bezahlen sein. Kläre die Kostenübernahme vorab mit der Praxis und deiner Krankenkasse.

Wann solltest du ärztlichen Rat suchen?

Wenn der Geschmackssinn plötzlich oder anhaltend ausfällt, solltest du die Ursache ärztlich abklären lassen. Das gilt besonders bei zusätzlichen Geruchsproblemen, neurologischen Beschwerden, Gewichtsverlust oder Schwierigkeiten, dich ausgewogen zu ernähren. Eine gezielte Diagnose ist die Grundlage dafür, eine behandelbare Ursache zu erkennen und passende Unterstützung zu erhalten.

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