Versicherungslexikon

Deckungsklage: Was zahlt die Rechtsschutzversicherung?

Deckungsklage: Was zahlt die Rechtsschutzversicherung?

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Wenn deine Rechtsschutzversicherung die Kostenübernahme ablehnt, kannst du die Entscheidung gerichtlich überprüfen lassen. Dafür kommt eine Deckungsklage in Betracht. Sie richtet sich auf die vertraglich geschuldete Kostenübernahme und nicht auf die Entscheidung im eigentlichen Rechtsstreit.

Was ist eine Deckungsklage?

Deckungsklage: Rechtsanwalt im Gespräch mit einer Mandantin

Mit einer Deckungsklage verlangst du von deiner Versicherung, die Kosten für die Wahrnehmung deiner rechtlichen Interessen zu übernehmen. Das kann neben der Rechtsschutzversicherung auch andere Versicherungsarten betreffen, wenn der Versicherer eine vertragliche Leistung ablehnt. Entscheidend sind dein Versicherungsvertrag und die darin einbezogenen Allgemeinen Rechtsschutzbedingungen (ARB).

Eine Deckungsklage solltest du nicht mit der Deckungsklage in einem beliebigen Haftungsstreit gleichsetzen: Im Mittelpunkt steht immer die Frage, ob der Versicherer zur Kostenübernahme verpflichtet ist.

Feststellungs- oder Leistungsklage?

Welche Klageart passt, hängt davon ab, ob bereits Kosten entstanden sind:

  • Feststellungsklage: Du lässt feststellen, dass die Versicherung zur Übernahme der künftigen Kosten verpflichtet ist. Diese Variante kommt insbesondere in Betracht, wenn du noch nicht selbst gezahlt hast.
  • Leistungsklage: Hast du Kosten bereits vorgestreckt, kannst du deren Erstattung verlangen. Die konkrete Anspruchshöhe muss sich aus den angefallenen oder zu erstattenden Kosten ergeben.

Die Wahl der Klageart sollte anhand deiner Situation und der Vertragsbedingungen geprüft werden. Rechtlicher Rat kann helfen, einen unpassenden Antrag oder eine unvollständige Klage zu vermeiden.

Voraussetzungen und wichtige Unterlagen

Vor einer Klage musst du die Kostenübernahme bei der Versicherung geltend gemacht haben. Die Ablehnung sollte schriftlich vorliegen und erkennen lassen, warum der Versicherer nicht zahlen will. Ohne dokumentierte Ablehnung lässt sich der Streitgegenstand schwer bestimmen.

Prüfe außerdem die ARB auf Deckung, Wartezeiten und Ausschlüsse. Im ursprünglichen Inhalt werden unter anderem vorsätzliche Handlungen, bestimmte Streitigkeiten im Zusammenhang mit Bauprojekten und Vertragsstrafen als mögliche Ausschlussbereiche genannt. Ob ein Ausschluss greift, hängt jedoch vom konkreten Vertrag ab.

  • Versicherungsschein und ARB
  • schriftliche Ablehnung der Kostenübernahme
  • gesamte Korrespondenz mit dem Versicherer
  • Unterlagen zum zugrunde liegenden Klageverfahren
  • Nachweise über bereits entstandene Kosten

Behalte außerdem mögliche Klagefristen und Verjährungsfristen im Blick. Eine allgemeine Aussage, welche Frist im Einzelfall gilt, ist ohne Vertrags- und Fallprüfung nicht möglich.

Gerichtsstand, Beweise und Kosten

Der Gerichtsstand kann sich nach dem Sitz des Versicherers oder einer Niederlassung richten. Bei bestimmten Verbraucherverträgen kann auch dein Wohnsitz als Gerichtsstand infrage kommen. Für arbeitsrechtliche Konstellationen können besondere Zuständigkeiten gelten. Prüfe die Zuständigkeit vor der Einreichung konkret.

Im Deckungsprozess musst du die Voraussetzungen deines Anspruchs darlegen und nachweisen. Dazu gehören insbesondere der Versicherungsvertrag, der Versicherungsfall und die ablehnende Entscheidung. Je nach Streit können Zeugen oder Sachverständige zur Klärung beitragen.

Der Streitwert orientiert sich an den voraussichtlichen Kosten der rechtlichen Interessenwahrnehmung. Dazu können Gerichtskosten, Anwaltsgebühren sowie Post- und Telekommunikationsauslagen gehören. Im Ausgangstext wird für die Feststellungsklage ein Feststellungsabschlag von 20 Prozent genannt. Ob und wie dieser angesetzt wird, sollte anhand der konkreten Klage und der aktuellen Kostenregeln geprüft werden. Bei der Streitwertberechnung können sich dadurch die Gerichtskosten auswirken.

Alternativen zur Klage

Rechtsanwalt erhält die Zusage für eine Deckungsklage

Bevor du klagst, kannst du prüfen, ob ein vertraglich vorgesehenes Schiedsgutachten in Betracht kommt. Dabei bewertet ein neutraler Gutachter die Ablehnung der Deckungszusage. Die Voraussetzungen, das Verfahren und die Bindungswirkung ergeben sich aus dem Vertrag beziehungsweise den ARB. Auch die Kostenregelung hängt vom Verfahren und seiner Entscheidung ab.

Eine weitere Möglichkeit ist der Versicherungsombudsmann. Die Schlichtung ist grundsätzlich kostenlos. Nach dem Ausgangstext kann der Ombudsmann bei einem Streitwert unter 10.000 Euro eine bindende Entscheidung treffen. Prüfe vorab, ob das Verfahren für deinen Versicherer und deinen konkreten Streit eröffnet ist.

Typische Fehler vermeiden

Rechtsanwalt erklärt häufige Fehler bei der Deckungsklage

  • Reiche keine unvollständigen Unterlagen ein und bewahre die gesamte Kommunikation auf.
  • Verlasse dich nicht auf eine mündliche Aussage, sondern fordere die Ablehnung schriftlich an.
  • Unterschätze weder mögliche Verjährungsfristen noch die Bedeutung der ARB.
  • Prüfe, ob dein Vertrag eine Selbstbeteiligung oder andere Einschränkungen vorsieht.

Eine Deckungsklage kann die richtige Vorgehensweise sein, wenn die Versicherung eine berechtigte Kostenübernahme ablehnt. Vor der Einreichung solltest du Deckungsumfang, Ausschlüsse, Zuständigkeit, Fristen und Kosten sorgfältig prüfen. Bei Unsicherheit ist eine anwaltliche Einschätzung sinnvoll.

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Ronny Knorr
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Steven

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