Mononukleose, auch Pfeiffersches Drüsenfieber genannt, wird meist durch das Epstein-Barr-Virus (EBV) verursacht. Typische Beschwerden sind starke Müdigkeit, Fieber, Halsschmerzen und geschwollene Lymphknoten. Bei Kindern bleibt die Infektion häufig unauffällig, während Jugendliche und Erwachsene oft stärker erkranken. Eine ärztliche Untersuchung ist wichtig, weil auch andere Infektionen ähnliche Symptome auslösen können.
Der Begriff Mononukleose bezeichnet das typische Krankheitsbild einer EBV-Infektion. Das Virus bleibt nach der Ansteckung lebenslang im Körper, verursacht aber nicht dauerhaft Beschwerden.
Ursachen und Übertragung
EBV gehört zur Familie der Herpesviren. Das Virus befällt unter anderem B-Lymphozyten, bestimmte Zellen des Immunsystems. Fast alle Menschen kommen im Laufe ihres Lebens mit EBV in Kontakt, ohne zwangsläufig Pfeiffersches Drüsenfieber zu entwickeln.
Die Übertragung erfolgt vor allem über Speichel. Deshalb wird Mononukleose umgangssprachlich auch als „Kusskrankheit“ bezeichnet. Eine Ansteckung ist außerdem möglich, wenn du Trinkgefäße oder Besteck teilst. Husten und Niesen können ebenfalls eine Rolle spielen. Die Ansteckungsfähigkeit kann bereits vor den ersten Beschwerden bestehen und nach der akuten Erkrankung noch längere Zeit anhalten.
Symptome der Mononukleose
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Die Beschwerden beginnen oft schleichend und ähneln zunächst einer Erkältung. Häufig treten auf:
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ausgeprägte Müdigkeit und Abgeschlagenheit
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Fieber
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Halsschmerzen, teilweise mit Schluckbeschwerden
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geschwollene Lymphknoten, besonders am Hals
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Kopf- oder Bauchschmerzen
Bei manchen Erkrankten vergrößern sich Milz oder Leber. Möglich sind außerdem ein Hautausschlag oder eine Gelbfärbung der Haut und Augen. Die Stärke der Symptome hängt unter anderem vom Alter und der Reaktion des Immunsystems ab. Bei kleinen Kindern verläuft die Infektion oft mild oder ohne erkennbare Beschwerden. Jugendliche und Erwachsene sind häufiger deutlich beeinträchtigt.
Eine anhaltende Erschöpfung kann nach der akuten Krankheitsphase noch Wochen oder in manchen Fällen länger bestehen. Wenn Beschwerden ungewöhnlich lange anhalten, sich verschlimmern oder dich im Alltag stark einschränken, solltest du sie ärztlich abklären lassen.
Diagnose
Bei Verdacht auf Mononukleose fragt dich die Ärztin oder der Arzt nach deinen Beschwerden und untersucht unter anderem Hals, Mandeln und Lymphknoten. Auch eine vergrößerte Milz kann relevant sein. Blutuntersuchungen können Hinweise auf eine Infektion liefern.
Antikörpertests helfen dabei, eine EBV-Infektion zu bestätigen und den Zeitpunkt der Infektion besser einzuordnen. Ein Monospot-Test kann schnell Ergebnisse liefern, ist aber insbesondere bei kleinen Kindern nicht immer zuverlässig. EBV-spezifische Antikörpertests sind genauer. Je nach Beschwerden müssen außerdem andere Ursachen wie eine Streptokokken-Angina, Influenza, Cytomegalie oder Toxoplasmose berücksichtigt werden.
Behandlung: Beschwerden lindern und schonen
Eine spezifische Standardtherapie, die EBV beseitigt, gibt es nicht. Die Behandlung richtet sich deshalb vor allem nach den Beschwerden und unterstützt die Erholung:
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Ruhe, Schlaf und ausreichend Flüssigkeit
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fiebersenkende oder schmerzlindernde Mittel nach Packungsbeilage und ärztlicher Empfehlung
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Gurgeln mit Salzwasser oder Halswickel bei Halsschmerzen
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Verzicht auf starke körperliche Belastung und Alkohol, besonders wenn die Leber betroffen ist
Paracetamol oder Ibuprofen können je nach Alter und gesundheitlicher Situation infrage kommen. Halte dich an die Dosierungshinweise und lass dich bei Unsicherheit ärztlich oder in der Apotheke beraten. Acetylsalicylsäure (ASS) solltest du insbesondere Kindern und Jugendlichen bei Virusinfektionen nicht ohne ärztliche Rücksprache geben.
Antibiotika wirken nicht gegen EBV. Sie kommen nur infrage, wenn zusätzlich eine bakterielle Infektion festgestellt wird. Bei anhaltender Müdigkeit solltest du die Belastung langsam steigern und dich nicht zu früh wieder voll beanspruchen.
Verlauf, Komplikationen und Warnzeichen
Die akuten Beschwerden dauern häufig zwei bis vier Wochen. Die Erschöpfung kann länger anhalten. In den meisten Fällen heilt Mononukleose vollständig aus. Seltene Komplikationen betreffen unter anderem die Milz, die Leber oder das Blutbild.
Eine vergrößerte Milz kann bei einem Stoß oder starker Belastung verletzt werden. Suche sofort medizinische Hilfe bei starken oder plötzlich auftretenden Schmerzen im linken Oberbauch, Schmerzen in der linken Schulter, Kreislaufproblemen, Atemnot oder einem ausgeprägten Krankheitsgefühl. Auch starke Schluckbeschwerden, bei denen du kaum Flüssigkeit aufnehmen kannst, sollten rasch untersucht werden.
Erhöhte Aufmerksamkeit ist bei geschwächtem Immunsystem, schweren Vorerkrankungen und in der Schwangerschaft sinnvoll. Wenn du schwanger bist und Symptome einer Mononukleose entwickelst, besprich die Diagnose und die Einnahme von Medikamenten mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Bei länger anhaltender Müdigkeit, Konzentrationsproblemen oder psychischer Belastung ist ebenfalls eine medizinische Abklärung ratsam.
Mononukleose und Sport
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Während der akuten Erkrankung solltest du auf Sport verzichten. Das gilt besonders bei möglicher Milzvergrößerung. Kontaktsport, Krafttraining und andere Aktivitäten mit Sturz- oder Stoßrisiko können gefährlich sein. Wann du wieder beginnen kannst, hängt vom Verlauf und deinem Gesundheitszustand ab. Kläre die Rückkehr zum Sport ärztlich ab und steigere die Belastung anschließend schrittweise. Ein starrer Zeitplan ist nicht für alle Betroffenen geeignet.
Ansteckung vermeiden
Eine Impfung gegen EBV steht derzeit nicht zur Verfügung. Du kannst das Übertragungsrisiko senken, indem du keine Gläser, Besteck oder Zahnbürsten teilst und engen Speichelkontakt während und nach der akuten Erkrankung vermeidest. Vollständig verhindern lässt sich die Ansteckung wegen der langen Ausscheidungsdauer des Virus nicht immer.
Wenn du dich wegen starker Müdigkeit oder anderer Beschwerden nicht belastbar fühlst, sprich mit deinem Umfeld, der Schule oder dem Arbeitgeber über notwendige Pausen. Die meisten Menschen erholen sich vollständig, brauchen dafür aber Geduld und ausreichend Zeit.
Weitere Informationen zu möglichen Begleiterkrankungen findest du bei Leberentzündung, Pfeiffersches Drüsenfieber, Mandelentzündung und bei Fragen zur medizinischen Versorgung. Wenn du trotz Erkrankung verreisen musst, kläre die Reise vorher medizinisch ab und prüfe eine Auslandskrankenversicherung.
