Versicherungslexikon

Aufbiss: Definition, Behandlung, Kosten und mehr

Aufbiss: Definition, Behandlung, Kosten und mehr

3 Min. Lesezeit
Kontrast
Schrift

Der Begriff Aufbiss bezeichnet zunächst die Beziehung zwischen Ober- und Unterkiefer, wenn du den Kiefer schließt. Im Alltag ist damit häufig auch eine Aufbissschiene gemeint. Sie wird vor allem eingesetzt, wenn du mit den Zähnen knirschst oder presst, und soll die Zähne schützen sowie den Kiefer entlasten.

Was ist ein falscher Aufbiss?

Bei einem gleichmäßigen Aufbiss werden die Zähne möglichst ausgewogen belastet und die Kiefergelenke nicht unnötig beansprucht. Zahnfehlstellungen, genetische Faktoren oder stressbedingtes Zähneknirschen können den Biss beeinflussen. Mögliche Anzeichen sind Kiefer- oder Zahnschmerzen, Kopfschmerzen, verspannte Kaumuskeln und sichtbarer Zahnabrieb.

Unbehandelte Beschwerden können sich verstärken. Durch häufiges Pressen und Reiben kann Zahnhartsubstanz verloren gehen; außerdem können Beschwerden am Kiefergelenk oder Bewegungseinschränkungen auftreten. Wenn du regelmäßig knirschst, presst oder Schmerzen bemerkst, lass die Ursache zahnärztlich abklären.

Diagnose und Untersuchung

Dentist examining a patient's teeth in a dental office.

Bei der Untersuchung fragt der Zahnarzt nach deinen Beschwerden, Gewohnheiten und der Krankengeschichte. Anschließend werden Zähne und Zahnfleisch betrachtet und die Kieferbewegungen geprüft. Bei länger anhaltendem Knirschen oder unklaren Beschwerden kann eine Funktionsanalyse hinzukommen. Dabei werden unter anderem Kieferstellung und Funktion der Kiefergelenke beurteilt.

Je nach Befund können Röntgenaufnahmen, ein MRT oder 3D-Aufnahmen sinnvoll sein. Die im Ausgangstext genannten Kosten für eine Funktionsanalyse liegen bei 150 bis 300 Euro; dort wird außerdem darauf hingewiesen, dass gesetzliche Krankenkassen diese Leistung nicht übernehmen. Kläre die konkrete Abrechnung vor der Untersuchung.

Behandlungsmöglichkeiten

Dentist examining a patient in a dental office.

Die Behandlung richtet sich nach Ursache und Ausprägung der Beschwerden. Entspannungsübungen, Stressbewältigung und Physiotherapie können helfen, verspannte Kaumuskeln zu lockern. Bei stressbedingtem Knirschen kann zusätzlich eine verhaltenstherapeutische Unterstützung sinnvoll sein.

Eine individuell angepasste Aufbissschiene schützt die Zähne vor weiterem Abrieb und kann den Kiefer entlasten. Je nach Zahnschäden oder Fehlstellungen kommen außerdem Füllungen, Kronen oder eine kieferorthopädische Behandlung infrage. Eine Schiene sollte nach Anpassung kontrolliert werden, besonders wenn sie Druckstellen verursacht oder deine Beschwerden zunehmen.

Arten von Aufbissschienen

  • Knirscherschiene: Sie wird meist nachts getragen und soll die Zähne vor Abrieb durch Knirschen schützen. Je nach Ausführung kann sie unterschiedlich hart sein.

  • Michigan-Schiene: Diese individuell angepasste Schiene wird bei bestimmten Biss- und Kiefergelenksbeschwerden eingesetzt und kann zur Entlastung beitragen.

  • NTI-tss-Schiene: Sie bedeckt nur die Frontzähne. Ob sie geeignet ist, hängt von deinem Befund und der zahnärztlichen Empfehlung ab.

Welche Schiene passt, lässt sich nicht allein nach dem Preis entscheiden. Passform, Ziel der Behandlung und die Belastung deiner Zähne sind wichtige Kriterien.

Aufbissschiene: Kosten und Krankenkasse

Die Kosten hängen von der Schienenart, dem Material, der Anpassung und möglichen Untersuchungen ab. Im Ausgangstext werden für eine einfache Aufbissschiene etwa 200 bis 400 Euro und für eine komplexe Schiene etwa 400 bis 800 Euro genannt.

Art der Schiene Im Ausgangstext genannte Kosten
Einfache Aufbissschiene 200–400 Euro
Komplexe Schiene 400–800 Euro

Gesetzliche Krankenkassen übernehmen laut Ausgangstext häufig die Kosten für eine einfache Schiene zum Schutz vor Abnutzung. Für spezielle Schienen, zusätzliche Diagnostik oder weitere Behandlungen können Eigenkosten entstehen; teilweise ist eine vorherige Genehmigung nötig. Auch eine private Zahnzusatzversicherung kann Leistungen vorsehen. Prüfe dafür Tarifbedingungen, Gesundheitsfragen und mögliche Ausschlüsse vor der Behandlung.

Vorbeugung und Selbsthilfe

Stressabbau durch Bewegung, Atemübungen oder Entspannung kann das Knirschen günstig beeinflussen. Achte außerdem auf gründliche Zahnpflege, regelmäßige Kontrollen und ausreichend Schlaf. Eine ausgewogene Lebensweise sowie ein bewusster Umgang mit Koffein und Alkohol können ebenfalls sinnvoll sein.

Bei empfindlichen Zähnen, anhaltenden Kiefer- oder Kopfschmerzen, sichtbarem Abrieb oder nächtlichem Knirschen solltest du einen Zahnarzt aufsuchen. Eine frühzeitige Diagnose hilft, die passende Behandlung zu wählen und weitere Schäden zu begrenzen.

Weitere Informationen findest du auch bei der Knirscherschiene, zu Aufbissschienen, Zahnschmelz, Karies, Plaque und Mundtrockenheit.

Woman experiencing jaw pain, highlighting discomfort.

Autor & Experte

★★★★★

Ronny Knorr
Zertifizierter Sachverständiger

Experte für gesundheitliche Absicherung und Risikovorsorge

Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität: Alle Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Beratung. Für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität übernehmen wir keine Gewähr. Eine Haftung ist – soweit gesetzlich zulässig – ausgeschlossen. Solltest du Fragen haben, schreib unserem Support.

Gesetzliche Krankenkasse

Vielleicht zahlst du zu viel - oder bekommst zu wenig.

Gesetzliche Krankenkasse

Wie groß sind die Unterschiede zwischen den Krankenkassen wirklich?

Tipp: Tarife ohne Gesundheitsfragen

Schnell abgesichert – auch mit Vorerkrankungen. Erfahre, welche Lösungen wirklich Sinn machen.

Befristete Aktionen

Sichere dir Mega-Rabatte, Sonderdeals und vieles mehr. Jetzt zuschlagen

Kostenlose Finanz-App

Starte jetzt mit der Finanzapp und behalte einen Überblick über deine Verträge.

Steven

Wendewerk Support