Günstige Berufsunfähigkeitsversicherung – Wie viel kannst du sparen?

Berater und Kunde im Gespräch über Versicherung

Günstige Berufsunfähigkeitsversicherung – Wie viel kannst du sparen?

7 Min. Lesezeit
Kontrast
Schrift

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung kann teuer wirken. Trotzdem solltest du beim Sparen nicht zuerst bei der grundlegenden Absicherung kürzen. Entscheidend ist, den Vertrag so zu gestalten, dass Beitrag, Rentenhöhe und Leistungsdauer zu deiner finanziellen Situation passen. Die größten Stellschrauben sind dein Eintrittsalter, die Laufzeit, der Tarifbeitrag, Dynamiken und zusätzliche Leistungen.

Wovon der Beitrag einer BU abhängt

Versicherer kalkulieren den Beitrag nach dem individuellen Risiko. Eine wichtige Rolle spielen dein Beruf, dein Alter und dein Gesundheitszustand. In körperlich belastenden oder gefährlichen Berufen ist das Risiko einer Berufsunfähigkeit meist höher als in einem Büroberuf. Das kann sich in einem höheren Beitrag niederschlagen.

Auch der Zeitpunkt des Abschlusses beeinflusst die Kosten. Wenn du jünger bist, zahlst du in der Regel über einen längeren Zeitraum Beiträge und wirst häufig mit einem geringeren Risiko eingestuft. Zudem ist der Gesundheitszustand bei jungen Menschen oft günstiger. Das macht einen frühen Abschluss attraktiv, etwa während der Ausbildung, des Studiums oder zu Beginn des Berufslebens. Ein niedriger Beitrag allein reicht aber nicht: Prüfe auch, ob die versicherte Rente später erhöht werden kann und ob der Schutz bis zum geplanten Renteneintrittsalter reicht.

Die wichtigsten Sparmöglichkeiten

1. Früh vergleichen und Gesundheitszustand berücksichtigen

Ein früher Vergleich kann sich lohnen, weil Alter und Gesundheitszustand den Beitrag und die Annahme durch den Versicherer beeinflussen. Beantworte die Gesundheitsfragen vollständig und wahrheitsgemäß. Unvollständige oder falsche Angaben können später zu Problemen führen, bis hin zur Einschränkung oder Verweigerung der Leistung.

Wenn bei dir Vorerkrankungen bestehen oder du unsicher bist, wie bestimmte Angaben bewertet werden, kann eine anonyme Risikovoranfrage sinnvoll sein. Dabei lässt du vor einem verbindlichen Antrag prüfen, ob und zu welchen Bedingungen verschiedene Versicherer dich annehmen würden. Die Bewertung kann zwischen den Anbietern deutlich unterschiedlich ausfallen.

2. Laufzeit nicht zu knapp wählen

Bei der BU musst du zwischen Versicherungsdauer und Leistungsdauer unterscheiden. Die Versicherungsdauer legt fest, bis wann Versicherungsschutz besteht. Die Leistungsdauer bestimmt, wie lange die vereinbarte BU-Rente im Leistungsfall gezahlt wird. Beide Zeiträume sollten zu deinem geplanten Renteneintritt passen.

Eine Verkürzung der Laufzeit kann den Beitrag senken. Läuft der Schutz beispielsweise nur bis 65 statt bis 67, zahlst du oft weniger. Dafür entsteht eine Lücke, wenn du danach berufsunfähig wirst. Deine Ersparnisse oder eine staatliche Erwerbsminderungsrente müssten diese Lücke auffangen, wobei die staatliche Leistung den bisherigen Lebensstandard nicht unbedingt sichert. Auch eine verkürzte Leistungsdauer solltest du kritisch prüfen: Das Risiko einer Berufsunfähigkeit steigt mit dem Alter, sodass ein Schutzende kurz vor dem Ruhestand besonders problematisch sein kann.

3. Brutto- und Nettobeitrag vergleichen

Der Nettobeitrag, auch Zahlbeitrag genannt, ist der Betrag, den du zunächst tatsächlich zahlst. Der Bruttobeitrag beschreibt den im Vertrag vorgesehenen Höchstbeitrag, bis zu dem der Versicherer den Zahlbeitrag unter bestimmten Voraussetzungen anheben kann. Deshalb solltest du beim Tarifvergleich nicht nur auf den günstigen Einstiegsbeitrag achten.

Eine große Differenz zwischen Netto- und Bruttobeitrag kann mehr Spielraum für spätere Beitragserhöhungen bedeuten. Ein Tarif mit etwas höherem Nettobeitrag und kleinerer Differenz zum Bruttobeitrag kann deshalb langfristig besser kalkulierbar sein. Vergleiche außerdem die Bedingungen und nicht nur die Zahlen: Ein niedriger Beitrag ist wenig hilfreich, wenn wichtige Leistungen fehlen oder die Laufzeit zu kurz ist.

4. Dynamiken passend zum Budget wählen

Eine Beitragsdynamik erhöht regelmäßig den Beitrag und in der Regel auch die versicherte BU-Rente. Sie soll dabei helfen, die Absicherung an steigende Einkommen und die Inflation anzupassen. Lehnst du eine Erhöhung ab, bleibt der Beitrag zunächst niedriger, aber auch die spätere Rentenhöhe wächst dann nicht entsprechend mit. Je nach Vertragsbedingungen kann wiederholtes Aussetzen außerdem dazu führen, dass du weitere Dynamiken nicht mehr nutzen kannst.

Eine Leistungsdynamik greift erst im Leistungsfall. Sie erhöht die BU-Rente während des Bezugs, damit deren Kaufkraft bei längerer Berufsunfähigkeit weniger stark sinkt. Wenn dein Budget knapp ist, kannst du prüfen, welche Dynamik für dich Priorität hat. Ein vollständiger Verzicht reduziert zwar den Beitrag, kann aber die Kaufkraft der späteren Rente deutlich schwächen. Änderungen solltest du daher anhand deiner langfristigen finanziellen Planung treffen und die jeweiligen Vertragsbedingungen prüfen.

5. Zusatzbausteine hinterfragen

Zusatzleistungen, etwa bei bestimmten schweren Krankheiten oder längerer Arbeitsunfähigkeit, können den Beitrag erhöhen. Sie sind nicht für jede Person gleich wichtig. Wenn du sparen musst, konzentriere dich zunächst auf den Kernschutz: eine passende BU-Rente, eine ausreichende Laufzeit und klare Bedingungen für die Leistung.

Ob ein Zusatzbaustein sinnvoll ist, hängt von deiner persönlichen Situation, deinem Beruf und deinen vorhandenen Absicherungen ab. Streiche Extras nicht automatisch, sondern prüfe, welches Risiko sie abdecken und ob du bereits anderweitig dafür vorgesorgt hast. Eine zu niedrige BU-Rente oder ein fehlender Schutz im entscheidenden Zeitraum lässt sich durch viele Zusatzleistungen nicht ausgleichen.

Die Rentenhöhe richtig festlegen

Die BU-Rente sollte deine laufenden Ausgaben im Leistungsfall abdecken. Berücksichtige unter anderem Miete oder Kreditraten, Strom, Lebensmittel, Versicherungen und gegebenenfalls Beiträge zur Altersvorsorge. Als grobe Orientierung werden häufig etwa 80 Prozent des aktuellen Nettoeinkommens genannt. Das ist kein verbindlicher Wert und muss zu deinem tatsächlichen Bedarf passen.

Eine niedrigere Rente senkt den Beitrag, kann aber im Ernstfall zu einer erheblichen Versorgungslücke führen. Eine zu hohe Rente macht den Vertrag unnötig teuer. Prüfe deshalb, welche Kosten dauerhaft bestehen bleiben und wie sich dein Bedarf durch Inflation, Familienplanung oder einen Immobilienkredit verändern könnte. Eine Beitragsdynamik kann helfen, die Absicherung später anzupassen, ist aber ebenfalls mit steigenden Beiträgen verbunden.

Startertarife genau prüfen

Für Berufseinsteiger gibt es Tarife mit besonders niedrigen Anfangsbeiträgen. Dieser Vorteil kann hilfreich sein, wenn dein Budget am Anfang knapp ist. Häufig steigt der Beitrag nach einer vereinbarten Startphase jedoch deutlich an. Über die gesamte Laufzeit kann ein Startertarif dadurch teurer sein als ein regulärer Tarif mit gleichmäßiger Beitragsstruktur.

Vergleiche deshalb die Gesamtkosten und die spätere Beitragshöhe. Achte außerdem auf Rentenhöhe, Laufzeit, Nachversicherungsmöglichkeiten und die Bedingungen im Leistungsfall. Ein niedriger Startpreis sagt allein nichts darüber aus, ob der Schutz langfristig bezahlbar und ausreichend ist.

Wenn eine BU zu teuer oder nicht möglich ist

Kannst du eine klassische BU wegen des Beitrags, deines Berufs oder deiner Gesundheit nicht abschließen, kommen alternative Absicherungen infrage. Eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung leistet grundsätzlich erst, wenn du keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgehen kannst. Eine Grundfähigkeitsversicherung knüpft dagegen an den Verlust bestimmter körperlicher oder geistiger Fähigkeiten an, etwa Sehen, Hören oder Gehen.

Solche Policen können günstiger sein, bieten aber nicht denselben Schutz wie eine gute BU. Die Leistung hängt von den jeweiligen Bedingungen ab. Bei einer Erwerbsunfähigkeitsversicherung ist die Hürde besonders hoch. Manche Tarife erlauben außerdem eine Verweisung auf eine andere Tätigkeit. Prüfe deshalb genau, wann die Versicherung zahlt und welche Lücken gegenüber einer BU bleiben.

So gehst du beim Vergleich vor

  • Lege zuerst fest, welche monatliche Rente du für deine laufenden Ausgaben benötigst.
  • Vergleiche Versicherungs- und Leistungsdauer und kürze sie nicht allein wegen eines niedrigeren Beitrags.
  • Betrachte Netto- und Bruttobeitrag gemeinsam.
  • Prüfe, ob Beitrags- und Leistungsdynamik zu deinem Budget und deinem langfristigen Bedarf passen.
  • Hinterfrage Zusatzbausteine und vergleiche bei Vorerkrankungen mehrere Anbieter.
  • Beurteile Startertarife anhand der gesamten Beitragsentwicklung statt nur des Anfangspreises.

Eine günstige Berufsunfähigkeitsversicherung ist möglich, wenn du den Vertrag gezielt vergleichst. Sparen solltest du vor allem durch eine passende Tarifauswahl und nicht durch eine zu niedrige Rentenhöhe oder eine riskant kurze Laufzeit. Entscheidend ist, dass der Schutz auch dann ausreicht und bezahlbar bleibt, wenn du ihn tatsächlich brauchst.

Autor & Experte

Ronny Knorr
Zertifizierter Sachverständiger

Experte für gesundheitliche Absicherung und Risikovorsorge

Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität: Alle Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Beratung. Für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität übernehmen wir keine Gewähr. Eine Haftung ist – soweit gesetzlich zulässig – ausgeschlossen. Solltest du Fragen haben, schreib unserem Support.

Tipp: Tarife ohne Gesundheitsfragen

Schnell abgesichert – auch mit Vorerkrankungen. Erfahre, welche Lösungen wirklich Sinn machen.

Befristete Aktionen

Sichere dir Mega-Rabatte, Sonderdeals und vieles mehr. Jetzt zuschlagen

Kostenlose Finanz-App

Starte jetzt mit der Finanzapp und behalte einen Überblick über deine Verträge.

Steven

Wendewerk Support