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Blutgerinnungsstörungen: Symptome, Ursachen und Behandlungen im Check

Blutgerinnungsstörungen: Symptome, Ursachen und Behandlungen im Check

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Blutgerinnungsstörungen entstehen, wenn das Blut zu langsam, zu schnell oder nicht richtig gerinnt. Die Störung kann angeboren sein oder sich im Laufe des Lebens entwickeln. Je nach Form besteht vor allem eine erhöhte Blutungsneigung oder ein erhöhtes Risiko für Blutgerinnsel. Welche Beschwerden auftreten und welche Behandlung infrage kommt, hängt von der genauen Ursache ab.

Was ist eine Blutgerinnungsstörung?

Blutgerinnungsstörung: Blutplättchen und Gerinnungsfaktoren im Fokus.

Bei einer Verletzung sorgt die Blutgerinnung normalerweise dafür, dass Blutungen gestoppt werden. Daran sind unter anderem Blutplättchen und Gerinnungsfaktoren beteiligt. Fehlt ein Faktor, funktioniert er nicht richtig oder läuft die Gerinnung übermäßig ab, kann das Gleichgewicht gestört sein.

Grundsätzlich wird zwischen angeborenen und erworbenen Blutgerinnungsstörungen unterschieden. Angeborene Formen beruhen auf vererbten Veränderungen und treten in manchen Familien gehäuft auf. Erworbene Störungen können unter anderem mit Erkrankungen, Medikamenten, Autoimmunreaktionen oder einer beeinträchtigten Leberfunktion zusammenhängen.

Arten und typische Ursachen

Bei einer Blutungsneigung gerinnt das Blut zu langsam. Dazu zählen beispielsweise die Hämophilie und das von-Willebrand-Syndrom. Bei Hämophilie fehlen bestimmte Gerinnungsfaktoren oder sie sind vermindert wirksam. Beim von-Willebrand-Syndrom ist die Funktion des von-Willebrand-Faktors beeinträchtigt, der an der Blutstillung beteiligt ist.

Bei einer erhöhten Gerinnungsneigung bildet der Körper leichter Blutgerinnsel. Fachbegriffe dafür sind Thrombophilie und – bei bestimmten immunologischen Ursachen – Antiphospholipid-Syndrom. Auch seltene Gerinnungsstörungen können auftreten und müssen individuell untersucht werden.

Mögliche Ursachen und begünstigende Faktoren sind:

  • vererbte Veränderungen von Gerinnungsfaktoren

  • Erkrankungen der Leber, weil dort viele Gerinnungsfaktoren gebildet werden

  • Autoimmunreaktionen gegen Blutplättchen oder Gerinnungsbestandteile

  • bestimmte Medikamente oder Wechselwirkungen

  • ein festgestellter Mangel, etwa an Vitamin K

Welche Ursache tatsächlich vorliegt, lässt sich nicht allein anhand von Beschwerden beurteilen. Dafür sind ärztliche Untersuchungen notwendig.

Symptome: Woran erkennst du eine Störung?

Eine Blutgerinnungsstörung kann lange unbemerkt bleiben. Hinweise auf eine verstärkte Blutungsneigung sind:

  • ungewöhnlich lange Blutungen nach kleinen Verletzungen, Operationen oder Zahnbehandlungen

  • häufige oder sehr große Blutergüsse ohne nachvollziehbaren Anlass

  • wiederkehrendes Nasen- oder Zahnfleischbluten

  • punktförmige Blutungen unter der Haut

  • sehr starke oder verlängerte Regelblutungen

  • spontane Blutungen in Muskeln oder Gelenken

Bei einer erhöhten Gerinnungsneigung können Schwellungen und Schmerzen an einem Arm oder Bein auftreten. Plötzliche Atemnot oder Brustschmerzen können auf ein akutes Gefäßproblem hindeuten. Auch eine deutliche Veränderung deines bisherigen Blutungsbildes solltest du ärztlich abklären lassen.

Bei einer starken Blutung, die nicht aufhört, oder bei plötzlicher Atemnot und Brustschmerzen brauchst du sofort medizinische Hilfe. Warte in solchen Situationen nicht auf einen regulären Arzttermin.

Wie wird eine Blutgerinnungsstörung diagnostiziert?

Am Anfang steht ein ausführliches Gespräch. Dabei sind deine aktuellen Beschwerden, frühere Blutungen, Operationen, Medikamente und Erkrankungen in der Familie wichtig. Danach folgt eine körperliche Untersuchung.

Blutuntersuchungen zeigen unter anderem, wie schnell dein Blut gerinnt und ob bestimmte Blutbestandteile oder Gerinnungsfaktoren auffällig sind. Wenn die ersten Ergebnisse nicht ausreichen, können spezialisierte Gerinnungstests folgen. Bei einem Verdacht auf eine vererbte Störung kommt gegebenenfalls auch eine genetische Untersuchung infrage.

Die Befunde sollten von einer Ärztin oder einem Arzt eingeordnet werden. Je nach Situation ist die Vorstellung bei einer hämostaseologischen Fachpraxis oder einem spezialisierten Zentrum sinnvoll. Eine frühzeitige Diagnose kann helfen, das Blutungs- oder Thromboserisiko besser einzuschätzen und die Behandlung zu planen.

Behandlung von Blutgerinnungsstörungen

Die Therapie richtet sich nach der Ursache und danach, ob dein Blut zu langsam oder zu schnell gerinnt. Bei einer Blutungsneigung können fehlende Gerinnungsfaktoren oder andere gezielt wirkende Medikamente eingesetzt werden. Bei einer erhöhten Gerinnungsneigung kommen – abhängig von der Diagnose – gerinnungshemmende Medikamente infrage.

Bei immunologisch bedingten Störungen wie der Immunthrombozytopenie (ITP) kann eine Behandlung erforderlich sein, die die Immunreaktion beeinflusst oder die Zahl beziehungsweise Funktion der Blutplättchen berücksichtigt. Auch bei einem nachgewiesenen Vitamin-K-Mangel kann eine Ergänzung Teil der Behandlung sein. Dosierung und Dauer legt die behandelnde Praxis fest.

Ergänzend können je nach Beschwerden lokale Maßnahmen, Physiotherapie, Rehabilitation oder eine psychologische Begleitung hilfreich sein. Eigenbluttherapien, Naturheilmittel, Akupunktur oder andere Verfahren sind kein Ersatz für eine nachgewiesene Behandlung. Besprich solche Methoden vorher mit deinem Behandlungsteam, weil Präparate und Eingriffe die Gerinnung beeinflussen oder mit Medikamenten wechselwirken können.

Setze gerinnungshemmende oder andere verordnete Medikamente nicht selbstständig ab und verändere die Dosis nicht ohne Rücksprache.

Alltag, Ernährung und Nachsorge

Eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige, an deine Situation angepasste Bewegung unterstützen deine allgemeine Gesundheit. Eine bestimmte Diät ersetzt jedoch keine Therapie. Wenn du gerinnungshemmende Medikamente einnimmst, solltest du Änderungen deiner Ernährung sowie Nahrungsergänzungsmittel mit deiner Arztpraxis besprechen. Das gilt besonders für Vitamin-K-Präparate.

Rauchen, hoher Alkoholkonsum und Bewegungsmangel können je nach individueller Situation zusätzliche Risiken darstellen. Welche Bewegung geeignet ist, hängt von der Störung, der Behandlung und möglichen früheren Thrombosen oder Blutungen ab. Lass dir bei Unsicherheit konkrete Empfehlungen geben.

Regelmäßige Kontrolltermine helfen, die Behandlung zu überwachen und Veränderungen früh zu erkennen. Bei einer chronischen Erkrankung können außerdem Rehabilitation, psychosoziale Beratung und der Austausch mit einer Selbsthilfegruppe entlasten. Die Kostenübernahme durch die gesetzliche oder private Krankenversicherung hängt von der konkreten Leistung und deinem Tarif ab. Kläre geplante Untersuchungen, Medikamente, Hilfsmittel und Therapien möglichst vorher mit der Versicherung und der behandelnden Praxis.

Wo findest du Unterstützung?

Dein Hausarzt oder deine Hausärztin ist meist die erste Anlaufstelle. Bei auffälligen Befunden oder komplexen Beschwerden kann eine Überweisung zu einem Hämostaseologen, einer Klinik oder einem spezialisierten Gerinnungszentrum folgen. Nimm zu Terminen eine Liste deiner Medikamente und – sofern vorhanden – Informationen über ähnliche Erkrankungen in deiner Familie mit.

Patientenorganisationen und Selbsthilfegruppen können beim Erfahrungsaustausch und im Umgang mit der Erkrankung helfen. Sie ersetzen keine medizinische Beratung, können aber zusätzliche Unterstützung im Alltag bieten.

Das Wichtigste im Überblick

  • Blutgerinnungsstörungen können zu verstärkten Blutungen oder zu einer erhöhten Bildung von Blutgerinnseln führen.

  • Sie können angeboren oder erworben sein; mögliche Ursachen sind unter anderem genetische Veränderungen, Medikamente, Autoimmunreaktionen und Lebererkrankungen.

  • Häufige Blutergüsse, ungewöhnlich lange Blutungen, spontane Blutungen oder wiederkehrende Thrombosen solltest du ärztlich abklären lassen.

  • Die Diagnose erfolgt durch Anamnese, Untersuchung und Bluttests, gegebenenfalls ergänzt durch spezialisierte oder genetische Tests.

  • Die Behandlung muss zur konkreten Störung passen und sollte fachärztlich begleitet werden.

Bei starken oder nicht stillenden Blutungen sowie bei plötzlicher Atemnot oder Brustschmerzen ist sofort medizinische Hilfe nötig. Dieser Überblick ersetzt keine ärztliche Diagnose oder individuelle Behandlung.

Blutgerinnungsstörungen: Alternative Heilmethoden

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