Gesundheitslexikon

Hirnhautentzündung: Symptome, Ursachen und Behandlungen im Check

Hirnhautentzündung: Doctor discussing meningitis with a concerned patient.

Hirnhautentzündung: Symptome, Ursachen und Behandlungen im Check

4 Min. Lesezeit
Kontrast
Schrift

Fakt: 87% sind nicht auf den med. Notfall vorbereitet!

Im Notfall zählt jede Sekunde. Mit deinem Nothilfepass hast du alle lebenswichtigen Daten griffbereit – ob Allergien, Medikamente oder Notkontakte. Erstelle jetzt kostenlos deinen digitalen Nothilfepass und gib dir und deinen Liebsten ein Stück mehr Sicherheit im Alltag! Mehr erfahren

Eine Hirnhautentzündung, medizinisch Meningitis, ist eine Entzündung der Hirnhäute, die Gehirn und Rückenmark umgeben. Sie kann durch Bakterien, Viren oder seltener durch Pilze und Parasiten entstehen. Auch nicht infektiöse Ursachen wie Autoimmunerkrankungen, bestimmte Medikamente oder Verletzungen kommen infrage. Besonders eine bakterielle Meningitis kann sich schnell verschlechtern und lebensbedrohlich werden.

Bei Verdacht solltest du deshalb nicht abwarten, sondern sofort medizinische Hilfe holen. Die Erkrankung lässt sich nicht zuverlässig anhand einzelner Symptome erkennen.

Hirnhautentzündung: typische Symptome

Hirnhautentzündung: Doctor examining a patient for meningitis symptoms.

Häufig beginnen die Beschwerden mit Fieber, Schüttelfrost und einem ausgeprägten Krankheitsgefühl. Weitere mögliche Anzeichen sind:

  • starke oder ungewöhnliche Kopfschmerzen

  • Nackensteifigkeit oder Schmerzen beim Beugen des Kopfes

  • Übelkeit und Erbrechen

  • Lichtempfindlichkeit

  • Verwirrtheit, Konzentrationsprobleme oder Bewusstseinsstörungen

  • Krampfanfälle

  • ein punktförmiger Hautausschlag

Ein Ausschlag mit kleinen punktförmigen Einblutungen unter der Haut kann insbesondere bei einer Meningokokken-Infektion auftreten. Ein Ausschlag, der beim Druck mit einem Glas nicht verblasst, ist ein Alarmsignal. Eine Meningitis ist jedoch auch ohne Hautausschlag möglich. Ebenso fehlt die Nackensteifigkeit bei Säuglingen und älteren Menschen häufig oder ist weniger ausgeprägt.

Ursachen und Übertragung

Zu den wichtigsten bakteriellen Erregern gehören Meningokokken, Pneumokokken und Haemophilus influenzae Typ b (Hib). Eine bakterielle Meningitis verläuft oft schwer und erfordert eine umgehende Behandlung.

Virale Meningitiden werden unter anderem durch Enteroviren, Herpesviren und Mumpsviren ausgelöst. Sie verlaufen häufig milder, können aber ebenfalls schwerwiegend sein. Pilze wie Kryptokokken sind seltene Auslöser und betreffen besonders Menschen mit einem geschwächten Immunsystem. Parasiten kommen als Ursache noch seltener infrage.

Nicht jede Meningitis ist ansteckend. Die Übertragung hängt vom Erreger ab. Manche Bakterien und Viren verbreiten sich über Tröpfchen oder engen direkten Kontakt, etwa beim Husten, Niesen oder Küssen. Pilzbedingte Formen werden in der Regel nicht von Mensch zu Mensch übertragen. Regelmäßiges Händewaschen, Abstand zu erkrankten Personen und das Nichtteilen von Geschirr oder Handtüchern können das Ansteckungsrisiko bei übertragbaren Erregern verringern.

Wie wird eine Meningitis diagnostiziert?

Bei Verdacht auf eine Hirnhautentzündung untersucht das medizinische Team zunächst den Allgemeinzustand und prüft unter anderem Nackensteifigkeit, Reflexe, Hautveränderungen und neurologische Auffälligkeiten. Blutuntersuchungen können Entzündungszeichen zeigen und bei einer bakteriellen Ursache durch Blutkulturen Hinweise auf den Erreger liefern.

Eine zentrale Untersuchung ist die Lumbalpunktion, auch Liquorpunktion genannt. Dabei wird Nervenwasser (Liquor) aus dem Rückenmarkskanal entnommen und im Labor untersucht. Bewertet werden unter anderem Zellzahl, Eiweiß- und Glukosegehalt sowie mögliche Bakterien, Viren oder Pilze. Je nach Befund und Situation kann vor der Punktion eine Computertomografie (CT) erfolgen. CT oder Magnetresonanztomografie (MRT) können außerdem Schwellungen, Entzündungen und andere Veränderungen sichtbar machen. Ein EEG kommt gegebenenfalls zum Einsatz, wenn Krampfanfälle oder andere Veränderungen der elektrischen Hirnaktivität abgeklärt werden müssen.

Ähnliche Beschwerden können auch bei einer Gehirnentzündung, Migräne, einer Blutung oder anderen Erkrankungen auftreten. Diese müssen in der Diagnostik berücksichtigt werden.

Behandlung der Hirnhautentzündung

Hirnhautentzündung: Doctor consulting with a patient about meningitis.

Die Therapie richtet sich nach der Ursache und erfolgt in der Regel im Krankenhaus. Bei bakterieller Meningitis werden sofort Antibiotika gegeben, häufig zunächst als Breitbandantibiotika. Sobald der Erreger feststeht, kann die Behandlung angepasst werden. Bei bestimmten viralen Infektionen, insbesondere durch Herpesviren, können Virostatika sinnvoll sein. Gegen viele Viren gibt es keine spezifische Therapie; dann steht die Behandlung der Beschwerden im Vordergrund.

Je nach Verlauf werden unter anderem Schmerzen, Fieber, Übelkeit, Flüssigkeitsmangel oder Krampfanfälle behandelt. Die Überwachung von Bewusstsein und Vitalfunktionen ist wichtig, weil Komplikationen schnell auftreten können.

Besondere Anzeichen bei Kindern und älteren Menschen

Säuglinge und Kleinkinder können eine Meningitis nicht immer klar beschreiben. Warnzeichen sind starkes Fieber, ungewöhnliche Müdigkeit oder Teilnahmslosigkeit, schrilles Schreien, Reizbarkeit, Trink- und Appetitlosigkeit, Erbrechen, Durchfall oder Krampfanfälle. Bei Säuglingen kann sich die Fontanelle vorwölben. Nackensteifigkeit muss nicht auftreten. Bei solchen Veränderungen solltest du sofort ärztliche Hilfe suchen.

Bei älteren Menschen stehen häufig Verwirrtheit, Desorientierung, Apathie oder ein plötzlicher Leistungsabfall im Vordergrund. Fieber und Kopfschmerzen können schwächer ausgeprägt sein, und auch die Nackensteifigkeit kann fehlen. Begleiterkrankungen und Medikamente erschweren die Behandlung, weshalb eine engmaschige Überwachung und sorgfältige Anpassung der Therapie erforderlich sein können.

Mögliche Komplikationen und Folgen

Eine Meningitis kann akut zu einem Hirnödem, erhöhtem Hirndruck, Krampfanfällen oder einer Sepsis führen. Bei schweren bakteriellen Verläufen kann außerdem das Waterhouse-Friderichsen-Syndrom auftreten, eine lebensbedrohliche Störung der Blutgerinnung.

Nach der Erkrankung können Hörverlust, Gedächtnis- und Konzentrationsprobleme, Lernschwierigkeiten, Epilepsie, Lähmungen oder chronische Kopfschmerzen zurückbleiben. Auch Ängste, Depressionen oder eine posttraumatische Belastungsstörung sind möglich. Eine medizinische und gegebenenfalls psychosoziale Rehabilitation kann Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und psychologische Unterstützung umfassen. Betroffene und Angehörige können zusätzlich von Beratungsstellen oder Selbsthilfegruppen profitieren.

Vorbeugung durch Impfungen

Impfungen schützen vor bestimmten Erregern, die eine Meningitis verursachen können. Dazu gehören Impfungen gegen Meningokokken, Pneumokokken und Hib. Welche Impfungen für dich oder dein Kind empfohlen sind, hängt unter anderem von Alter, Vorerkrankungen, Immunsystem, Reisezielen und möglichen Kontakten zu Erkrankten ab. Lass dich dazu ärztlich beraten und orientiere dich an den aktuellen Empfehlungen.

Da eine Hirnhautentzündung schwer verlaufen kann, zählt vor allem eines: Nimm starke Kopfschmerzen, Fieber, Nackensteifigkeit, Verwirrtheit, Krampfanfälle oder auffällige Hautveränderungen ernst und suche sofort medizinische Hilfe. Eine rasche Diagnose und Behandlung sind besonders bei bakterieller Meningitis entscheidend.

Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität: Alle Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Beratung. Für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität übernehmen wir keine Gewähr. Eine Haftung ist – soweit gesetzlich zulässig – ausgeschlossen. Solltest du Fragen haben, schreib unserem Support.

Gesetzliche Krankenkasse

Vielleicht zahlst du zu viel - oder bekommst zu wenig.

Gesetzliche Krankenkasse

Wie groß sind die Unterschiede zwischen den Krankenkassen wirklich?

Tipp: Tarife ohne Gesundheitsfragen

Schnell abgesichert – auch mit Vorerkrankungen. Erfahre, welche Lösungen wirklich Sinn machen.

Befristete Aktionen

Sichere dir Mega-Rabatte, Sonderdeals und vieles mehr. Jetzt zuschlagen

Kostenlose Finanz-App

Starte jetzt mit der Finanzapp und behalte einen Überblick über deine Verträge.

Steven

Wendewerk Support