Larva migrans cutanea, auch Hautmaulwurf genannt, ist eine Hautinfektion durch Larven bestimmter Hakenwürmer. Sie kommt vor allem in tropischen und subtropischen Regionen vor und betrifft häufig Reisende. Typisch sind stark juckende, rötliche und gewundene Linien, die sich über die Haut bewegen.
Was ist Larva migrans cutanea?
Verursacht wird die Erkrankung meist durch Larven von Hunde– oder Katzenhakenwürmern, insbesondere Ancylostoma braziliense und Ancylostoma caninum. Die Larven gelangen aus dem Kot infizierter Tiere in den Boden oder Sand. Wenn du dort barfuß läufst oder mit ungeschützter Haut aufliegst, können sie in die Haut eindringen.
Der Mensch ist für diese Parasiten ein Fehlwirt. Die Larven können sich in der menschlichen Haut nicht zu erwachsenen Würmern entwickeln und vermehren sich dort nicht. Sie wandern jedoch eine Zeit lang in den oberen Hautschichten umher und lösen dadurch die charakteristischen Hautveränderungen aus.
Symptome: Daran erkennst du die Infektion
![]()
Am Anfang kann an der Eintrittsstelle ein kleiner roter Punkt oder eine unspezifische Hautreizung auftreten. Nach einiger Zeit entstehen die typischen, schmalen und gewundenen Gänge. Sie sind meist rötlich, leicht erhaben und verlängern sich allmählich, weil die Larve weiterwandert.
-
Starker Juckreiz: Er ist häufig das belastendste Symptom und entsteht durch die Reaktion des Immunsystems.
-
Gewundene, wandernde Linien: Die Hautgänge können sich langsam über mehrere Tage verändern und ausbreiten.
-
Rötung und Schwellung: Die betroffenen Bereiche können entzündet oder warm wirken.
-
Bläschen: In seltenen Fällen bilden sich Blasen.
Betroffen sind vor allem Füße, Beine, Gesäß und Hände – also Körperstellen, die mit Sand oder Erde in Kontakt gekommen sind. Ohne Behandlung kann die Erkrankung über Wochen oder Monate bestehen. Die Larven sterben zwar meist von selbst ab, der Juckreiz und die Hautveränderungen können bis dahin jedoch anhalten.
Durch starkes Kratzen entstehen kleine Wunden. Dadurch steigt das Risiko einer zusätzlichen bakteriellen Hautinfektion. Achte deshalb auf zunehmende Rötung, Schmerzen, Schwellung oder eitriges Sekret und lass solche Veränderungen ärztlich abklären.
Ursachen und Ansteckung
Hunde und Katzen können Hakenwürmer ausscheiden. Unter warmen und feuchten Bedingungen überleben die Larven im Boden oder Sand besonders gut. Potenzielle Infektionsorte sind deshalb beispielsweise Strände, Gärten, Spielbereiche und andere Flächen, an denen sich infizierte Tiere aufhalten oder Kot hinterlassen.
Das Risiko steigt insbesondere durch:
-
Barfußlaufen in tropischen oder subtropischen Gebieten
-
Direkten Hautkontakt mit Sand oder Erde, etwa beim Sonnenbaden, Spielen oder Gärtnern
-
Aufenthalte an Orten mit vielen frei laufenden Hunden und Katzen
-
Ungeschützten Kontakt mit feuchtem Boden in bekannten Endemiegebieten
Eine Übertragung ist nicht nur am Strand möglich. Auch Erde in Gärten oder ländlichen Gebieten kann kontaminiert sein. Haustiere sollten entsprechend tierärztlich versorgt und nach den Empfehlungen der Tierarztpraxis entwurmt werden.
Diagnose: Wie wird Larva migrans cutanea festgestellt?
Die Diagnose wird meist klinisch gestellt. Entscheidend sind das typische Aussehen der Hautgänge, der starke Juckreiz sowie die Reise- und Expositionsgeschichte. Teile deinem Arzt oder deiner Ärztin deshalb mit, ob du kürzlich in tropischen oder subtropischen Regionen warst und ob deine Haut Kontakt mit Sand oder Erde hatte.
Eine Hautprobe ist nur in unklaren Fällen hilfreich, da die Larven häufig nicht direkt in der Probe nachweisbar sind. Eine Blutuntersuchung kann gelegentlich Hinweise wie erhöhte Eosinophile zeigen, ist aber nicht immer erforderlich. Bildgebende Verfahren spielen bei der typischen oberflächlichen Hautinfektion in der Regel keine zentrale Rolle.
Andere Erkrankungen können ähnlich aussehen. Dazu gehören unter anderem Skabies, Pilzinfektionen, Ekzeme, Insektenstiche und Myiasis. Bei unklaren oder ungewöhnlichen Hautveränderungen kann eine dermatologische oder tropenmedizinische Untersuchung sinnvoll sein.
Behandlungsmöglichkeiten
Zur Behandlung werden vor allem Medikamente gegen Parasiten eingesetzt. Im Ausgangstext werden Ivermectin und Albendazol genannt. Welcher Wirkstoff geeignet ist, wie lange du ihn einnimmst und ob eine weitere Behandlung erforderlich ist, hängt unter anderem von der Diagnose, dem Verlauf und deinem allgemeinen Gesundheitszustand ab. Lass die Therapie deshalb ärztlich festlegen – besonders bei Schwangerschaft, im Kindesalter, bei Vorerkrankungen oder wenn du weitere Medikamente einnimmst.
Nach erfolgreicher Behandlung kann der Juckreiz noch einige Tage bestehen bleiben, bis die Entzündungsreaktion der Haut nachlässt. Zur Linderung können kühle Umschläge beitragen. Antihistaminika oder kortisonhaltige Präparate kommen je nach Befund infrage, sollten aber ebenfalls ärztlich oder pharmazeutisch abgeklärt werden.
Eine chirurgische Entfernung ist bei Larva migrans cutanea normalerweise nicht der übliche Behandlungsweg. Sie kann allenfalls in besonderen Situationen erwogen werden, etwa wenn die Diagnose unklar ist oder eine andere Ursache vermutet wird. Hitze, Vereisung und pflanzliche Mittel sind keine verlässliche eigenständige Alternative zur ärztlich abgestimmten Therapie.
Vorbeugung auf Reisen
Die wichtigste Schutzmaßnahme besteht darin, den direkten Hautkontakt mit potenziell kontaminiertem Sand und Boden zu vermeiden:
-
Trage an Stränden, in Gärten und auf anderen möglicherweise belasteten Flächen Schuhe.
-
Lege dich nicht direkt auf Sand oder Erde, sondern nutze eine Unterlage.
-
Trage beim Arbeiten mit Erde geeignete Kleidung und Handschuhe.
-
Vermeide es, Kinder barfuß in Bereichen spielen zu lassen, in denen Hunde oder Katzen Kot hinterlassen könnten.
-
Wasche deine Hände nach dem Kontakt mit Erde oder Sand gründlich.
Eine Impfung gegen Larva migrans cutanea gibt es nicht. Informiere dich vor einer Reise in tropische oder subtropische Regionen über die örtlichen Risiken und lass dich bei Bedarf reisemedizinisch beraten.
Wann solltest du zum Arzt?
Wenn nach einer Reise oder einem Aufenthalt im Freien stark juckende, gewundene und wandernde Hautlinien auftreten, solltest du die Ursache ärztlich abklären lassen. Nimm deine Reise- und Expositionsgeschichte mit. Suche besonders zeitnah medizinische Hilfe, wenn sich die Hautveränderungen rasch ausbreiten, stark entzünden, schmerzen oder nässen.
Larva migrans cutanea ist in der Regel nicht lebensbedrohlich, kann aber ohne Behandlung sehr unangenehm sein und durch Kratzen zusätzliche Hautinfektionen begünstigen. Eine passende Diagnose, eine ärztlich abgestimmte Therapie und konsequenter Schutz vor kontaminiertem Boden helfen, die Beschwerden zu begrenzen und eine erneute Infektion zu vermeiden.
![]()
