Bei Asthma, COPD und anderen Atemwegserkrankungen können Husten, Atemnot und verengte Bronchien den Alltag belasten. Bei der Inhalationstherapie atmest du den Wirkstoff direkt in die Atemwege ein. Dadurch kann er am gewünschten Wirkort ankommen. Welche Behandlung geeignet ist, hängt unter anderem von der Erkrankung, dem Medikament, deinem Alter und deiner Fähigkeit zur Anwendung ab.
Wie wirkt eine Inhalationstherapie?
Inhalationsgeräte erzeugen aus einem Wirkstoff ein Aerosol oder ein Pulver, das du einatmest. Im Vergleich zu einer Einnahme als Tablette gelangt der Wirkstoff auf direktem Weg in die Atemwege. Je nach Medikament sollen dadurch die Bronchien erweitert, Entzündungen vermindert oder zäher Schleim gelöst werden. Wie stark die Wirkung einsetzt und wo sich die Partikel ablagern, hängt auch von der Partikelgröße und deiner Atemtechnik ab. Partikel im Bereich von etwa 1 bis 5 Mikrometern können die unteren Atemwege erreichen; die tatsächliche Verteilung ist jedoch vom Gerät, Medikament und Einatmen abhängig.
Inhalative Medikamente wirken nicht automatisch besser oder nebenwirkungsärmer als andere Therapien. Ihr Vorteil liegt vor allem in der gezielten Anwendung. Ein Teil des Wirkstoffs kann trotzdem geschluckt oder in den Körper aufgenommen werden. Deshalb solltest du Dosierung und Anwendung nicht eigenständig verändern.
Bei welchen Erkrankungen wird inhaliert?
Inhalationstherapien werden häufig bei Asthma bronchiale und COPD eingesetzt. Je nach Diagnose und Behandlungsziel kommen sie auch bei Mukoviszidose, bestimmten Formen der chronischen Bronchitis oder zur Unterstützung der Schleimlösung infrage. Vor Beginn oder bei einer Anpassung der Therapie beurteilt die Ärztin oder der Arzt deine Beschwerden und Lungenfunktion, zum Beispiel mit einer Spirometrie. Weitere Untersuchungen wie Allergietests oder bildgebende Verfahren können je nach Situation erforderlich sein.
Wirkstoffe in der Inhalationstherapie
Inhalative Kortikosteroide
Inhalative Kortikosteroide, kurz ICS, vermindern Entzündungen in den Atemwegen. Bei Asthma sind sie ein wichtiger Bestandteil der langfristigen Behandlung. Du solltest sie regelmäßig nach ärztlicher Anweisung anwenden, auch wenn du gerade wenig Beschwerden hast. Nach der Anwendung ist es meist sinnvoll, den Mund auszuspülen und das Wasser auszuspucken. Das kann helfen, örtliche Nebenwirkungen wie Pilzinfektionen im Mund zu vermeiden.
Bronchodilatatoren
Bronchienerweiternde Medikamente entspannen die Muskulatur der Atemwege. Kurzwirksame Präparate können bei akuten Beschwerden eingesetzt werden, wenn sie dir dafür verordnet wurden. Langwirksame Bronchodilatatoren dienen häufig der Dauertherapie. Dazu gehören unter anderem Beta-Sympathomimetika und Anticholinergika. Sie behandeln je nach Wirkstoff vor allem die Verengung und Atemnot, nicht jedoch jede zugrunde liegende Entzündung. Bei Asthma und COPD werden Wirkstoffe deshalb teilweise kombiniert.
Kochsalz- und andere Inhalationslösungen
Vernebelte Kochsalzlösungen können die Atemwege befeuchten und das Abhusten von Schleim erleichtern. Ob eine solche Anwendung für dich geeignet ist, hängt von deiner Erkrankung und der verwendeten Lösung ab. Verwende nur dafür vorgesehene Präparate und beachte die Anweisungen des Herstellers oder des medizinischen Fachpersonals.
Welche Inhalationsgeräte gibt es?
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Dosieraerosole
Bei einem Dosieraerosol wird pro Auslösen eine bestimmte Menge Wirkstoff freigesetzt. Du musst den Sprühstoß mit einem langsamen, tiefen Einatmen koordinieren. Wenn dir das schwerfällt, kann eine Vorschaltkammer, auch Spacer genannt, die Anwendung erleichtern. Das ist besonders für Kinder und Menschen mit eingeschränkter Koordination hilfreich.
Pulverinhalatoren
Pulverinhalatoren geben den Wirkstoff als Trockenpulver ab. Du löst die Dosis am Gerät aus und atmest anschließend kräftig und tief ein. Die notwendige Einatemkraft ist nicht bei allen Menschen ausreichend, etwa bei stark eingeschränkter Lungenfunktion. Ob ein Pulverinhalator zu dir passt, sollte deshalb praktisch überprüft werden.
Vernebler
Vernebler wandeln flüssige Medikamente oder Inhalationslösungen in einen Nebel um. Kompressor-, Ultraschall- und Membranvernebler unterscheiden sich unter anderem bei Lautstärke, Größe, Reinigungsaufwand und Eignung für bestimmte Medikamente. Vernebler können eine Option sein, wenn andere Geräte nicht geeignet sind oder eine längere Feuchtinhalation erforderlich ist. Das passende Gerät richtet sich immer auch nach der verordneten Lösung.
Richtig inhalieren: die wichtigsten Grundregeln
Die beste Therapie wirkt nur, wenn das Gerät korrekt angewendet wird. Lass dir die Technik bei der Verordnung, in der Arztpraxis oder in der Apotheke zeigen und regelmäßig überprüfen. Eine allgemeine Orientierung:
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Lies die Gebrauchsanweisung und bereite das Gerät wie beschrieben vor.
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Atme vor der Inhalation möglichst vollständig aus, ohne in das Gerät auszuatmen.
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Atme je nach Gerät langsam oder kräftig ein. Dosieraerosole und Pulverinhalatoren erfordern unterschiedliche Atemmanöver.
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Halte nach dem Einatmen, sofern es dir möglich ist, kurz den Atem an und atme anschließend ruhig aus.
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Bei inhalativen Kortikosteroiden spülst du danach den Mund aus.
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Reinige und lagere das Gerät nach Herstellerangaben. Verwende keine selbst hergestellten Flüssigkeiten und teile Mundstücke oder Masken nicht mit anderen.
Ein häufiger Fehler bei Dosieraerosolen ist die fehlende Abstimmung zwischen Auslösen und Einatmen. Bei Pulverinhalatoren wird dagegen oft nicht kräftig genug eingeatmet. Auch eine falsche Körperhaltung, ein leerer Wirkstoffvorrat oder ein verstopftes Gerät können die Wirkstoffaufnahme beeinträchtigen. Eine praktische Schulung ist meist hilfreicher als eine rein schriftliche Anleitung.
Bei Unsicherheit kannst du dein Gerät in der Apotheke oder Arztpraxis vorzeigen. Eine Beratung kann auch klären, ob das Gerät zu deiner Handkraft, Koordination, Einatemfähigkeit und deinem Alltag passt. Das Medikament bestimmt außerdem, welche Geräte überhaupt verwendet werden können. Der Wechsel auf ein anderes Modell sollte daher mit der behandelnden Praxis abgestimmt werden. Weitere Informationen zu einem Dosieraerosol findest du unter Dosier-Aerosol.
Notfallmedikation und akute Atemnot
Wenn dir ein schnellwirksames Notfallmedikament verordnet wurde, solltest du wissen, wann und wie du es nach deinem persönlichen Notfallplan einsetzt. Zunehmende Atemnot, Beschwerden in Ruhe, ein starkes Engegefühl im Brustkorb oder eine deutliche Verschlechterung sind Warnzeichen. Setze dich aufrecht hin und befolge den mit deiner Arztpraxis besprochenen Plan. Wenn das Medikament nicht ausreichend hilft, die Atemnot zunimmt oder du dich schwer krank fühlst, ruf den Notruf 112. Verändere die Dosis nicht eigenständig und verwende ein Notfallspray nicht häufiger als vereinbart.
Was unterstützt die Behandlung langfristig?
Wende deine Dauermedikation regelmäßig nach Verordnung an und besprich Nebenwirkungen oder fehlende Wirkung zeitnah. Ein Symptomtagebuch kann dabei helfen, Beschwerden, Auslöser und die Nutzung der Bedarfsmedikation zu erkennen. Rauchst du, ist eine Rauchstopp-Beratung eine wichtige Unterstützung. Auch bekannte Reize wie Rauch, Pollen oder bestimmte Gerüche können eine Rolle spielen. Regelmäßige ärztliche Kontrollen helfen, Erkrankung, Lungenfunktion und Inhalationstechnik zu beurteilen.
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Deine Anlaufstellen
Ärztliche Praxis und Apotheke unterstützen dich bei der Auswahl, Anwendung und Pflege deines Inhalationsgeräts. Nimm das Gerät zu Beratungsterminen mit und lass dir die Handgriffe selbst zeigen. Bei Asthma können außerdem Allergietests und ein individueller Notfallplan sinnvoll sein. Informationen zu Asthma-Symptomen und Behandlungsmöglichkeiten findest du unter Asthma-Symptome.
Die Inhalationstherapie kann Beschwerden bei verschiedenen Atemwegserkrankungen lindern und die Behandlung im Alltag unterstützen. Entscheidend sind das passende Medikament, ein geeignetes Gerät und eine sicher beherrschte Technik. Lass die Anwendung regelmäßig überprüfen und halte dich an deinen individuellen Therapie- und Notfallplan.
