Ein Kahnbeinbruch ist eine Fraktur des Kahnbeins, eines kleinen Handwurzelknochens an der Daumenseite des Handgelenks. Typischerweise entsteht er, wenn du bei einem Sturz auf die ausgestreckte Hand fällst. Weil die Schmerzen anfangs nicht immer stark sind und der Bruch im ersten Röntgenbild übersehen werden kann, bleibt die Verletzung manchmal zunächst unerkannt.
Kahnbeinbruch: Symptome und Ursachen
Ein Kahnbeinbruch kann sich durch folgende Beschwerden bemerkbar machen:
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Schmerzen an der Daumenseite des Handgelenks, besonders bei Bewegung oder Belastung
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Druckschmerz in der sogenannten Tabatière, der Vertiefung zwischen Daumen und Handgelenk
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Schwellung oder Bluterguss
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Eingeschränkte Beweglichkeit und schmerzhafter Griff
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gelegentlich ein Knacken oder Klicken bei Bewegungen
Eine sichtbare Fehlstellung ist nicht zwingend vorhanden. Die Beschwerden können außerdem einer Verstauchung, einer Bandverletzung oder einer anderen Handgelenksfraktur ähneln. Nach einem Sturz solltest du anhaltende Schmerzen deshalb nicht selbst als harmlose Prellung einordnen.
Die häufigste Ursache ist ein Sturz auf die ausgestreckte Hand. Das passiert beispielsweise beim Inlineskaten, Skateboarden, Snowboarden, Mountainbiken oder bei Ballsportarten. Auch Unfälle im Alltag und bestimmte berufliche Tätigkeiten mit erhöhtem Sturz- oder Verletzungsrisiko kommen infrage. Eine geringere Knochendichte, etwa bei Osteoporose, kann die Bruchanfälligkeit erhöhen. Besonders gefährdet sind aktive Menschen mit häufigen Sturzsituationen sowie ältere Menschen mit brüchigeren Knochen.
Wie wird ein Kahnbeinbruch diagnostiziert?
Zu Beginn fragt dich die Ärztin oder der Arzt nach dem Unfallhergang, deinen Beschwerden und möglichen Vorerkrankungen. Anschließend wird das Handgelenk untersucht und an typischen Stellen abgetastet.
Bildgebung
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Röntgen: Es ist meist die erste Untersuchung. Ein feiner oder frischer Bruch ist darauf jedoch nicht immer sofort sichtbar. Mehrere Aufnahmen in unterschiedlichen Positionen können die Beurteilung verbessern.
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MRT: Eine Magnetresonanztomografie kann einen nicht eindeutig sichtbaren Bruch sowie bestimmte Begleitverletzungen erkennen.
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CT: Eine Computertomografie zeigt die Knochenstruktur und die Lage von Bruchfragmenten besonders detailliert. Das kann für die Planung einer Operation wichtig sein.
Ein unauffälliges erstes Röntgenbild schließt einen Kahnbeinbruch daher nicht sicher aus. Bei anhaltendem Druck- oder Bewegungsschmerz ist eine weitere ärztliche Abklärung sinnvoll.
Behandlung des Kahnbeinbruchs
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Welche Behandlung infrage kommt, hängt unter anderem davon ab, wo der Bruch liegt, ob die Knochenstücke verschoben sind und wie stabil die Fraktur ist.
Ruhigstellung
Bei einem stabilen, nicht verschobenen Bruch kann eine Ruhigstellung mit Gips oder Schiene ausreichen. Dabei wird das Handgelenk – je nach ärztlicher Entscheidung auch der Daumen – für mehrere Wochen oder Monate entlastet. Du solltest die Hand nicht vorzeitig belasten und die Kontrolltermine einhalten. Die Heilungsdauer richtet sich nach der Bruchform, deiner Knochengesundheit und dem Verlauf.
Operation
Bei verschobenen oder instabilen Brüchen, bei bestimmten schlecht heilenden Frakturen oder wenn die konservative Behandlung nicht ausreicht, kann eine Operation notwendig sein. Dabei werden die Knochenfragmente in die richtige Position gebracht und beispielsweise mit einer Schraube, Drähten oder einer Platte fixiert. Wie bei jedem operativen Eingriff bestehen unter anderem Risiken für Infektionen, Nervenverletzungen und Wundheilungsstörungen.
Minimal-invasive Verfahren mit kleinen Schnitten sind je nach Befund möglich, aber nicht für jede Fraktur geeignet. Die Entscheidung triffst du gemeinsam mit dem behandelnden Fachteam.
Heilung, Nachsorge und Rehabilitation
Das Kahnbein kann wegen seiner besonderen Blutversorgung langsamer heilen als andere Knochen. Deshalb sind bildgebende Kontrollen wichtig, bevor du das Handgelenk wieder stärker belastest. Nach einer längeren Ruhigstellung ist das Gelenk häufig steif und die Muskulatur geschwächt.
Physiotherapie kann helfen, Beweglichkeit, Kraft und Funktion schrittweise wieder aufzubauen. Je nach Beschwerden kommen unter fachlicher Anleitung Mobilisation, Kräftigungsübungen und Maßnahmen zur Schmerzlinderung infrage. Starte mit Belastungen und Sport erst, wenn die Heilung ausreichend fortgeschritten ist und deine Ärztin oder dein Arzt dies empfiehlt. Ein zu früher Wiedereinstieg kann die Heilung gefährden.
Mögliche Komplikationen
Wenn ein Kahnbeinbruch verspätet erkannt oder nicht ausreichend stabilisiert wird, kann der Knochen nicht zusammenwachsen. Diese sogenannte Pseudarthrose kann mit anhaltenden Schmerzen und Bewegungseinschränkungen einhergehen und unter Umständen eine weitere Operation erfordern. Weitere mögliche Spätfolgen sind eine Fehlstellung, eine eingeschränkte Belastbarkeit oder Arthrose im Handgelenk.
Nach einer Operation solltest du bei zunehmender Rötung, Schwellung, stärkeren Schmerzen oder Eiter die behandelnde Praxis kontaktieren. Taubheitsgefühle, Kribbeln oder neu auftretende starke Schmerzen solltest du ebenfalls medizinisch abklären lassen.
Kahnbeinbruch bei Kindern und älteren Menschen
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Bei Kindern kann ein Kahnbeinbruch schwieriger zu erkennen sein, weil sie Schmerzen oft nicht genau lokalisieren. Das Röntgenbild ist auch bei ihnen nicht immer sofort eindeutig. Häufig wird zunächst ruhiggestellt; bei verschobenen Brüchen kann jedoch eine Operation erforderlich sein.
Bei älteren Menschen spielen eine geringere Knochendichte, Begleiterkrankungen und ein erhöhtes Sturzrisiko eine wichtige Rolle. Die Behandlung wird deshalb individuell angepasst. Sturzprophylaxe, Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und gegebenenfalls die Abklärung einer Osteoporose können dazu beitragen, weitere Frakturen zu vermeiden. Nimm Vorerkrankungen und Medikamente bei der ärztlichen Untersuchung vollständig an.
Kahnbeinbruch vorbeugen
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Trage bei Sportarten mit Sturzrisiko geeignete Handgelenkschoner und weitere Schutzausrüstung.
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Lerne eine sichere Falltechnik und steigere sportliche Belastungen langsam.
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Beseitige Stolperfallen zu Hause und achte auf geeignetes Schuhwerk, besonders bei Glätte.
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Stärke unter fachlicher Anleitung die Muskulatur und Koordination.
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Lass bei Risikofaktoren wie Osteoporose die Knochengesundheit ärztlich überprüfen.
Wenn du nach einem Sturz Schmerzen an der Daumenseite des Handgelenks hast, lass die Verletzung zeitnah untersuchen. Eine frühe Diagnose und konsequente Behandlung verbessern die Voraussetzungen für eine gute Heilung.
