Die photodynamische Therapie (PDT) ist ein lokal wirkendes Verfahren, bei dem ein lichtempfindlicher Wirkstoff, Licht und Sauerstoff zusammenwirken. Der Photosensibilisator wird in einem bestimmten Gewebe angereichert und anschließend mit Licht passender Wellenlänge aktiviert. Dabei entstehen reaktive Sauerstoffspezies, die Tumorzellen schädigen oder zerstören können.
Die PDT ist jedoch keine universelle Krebsbehandlung. Ob sie infrage kommt, hängt unter anderem von der Tumorart, der Größe, der Lage und der Lichtzugänglichkeit des Gewebes ab. Die konkrete Anwendung richtet sich außerdem nach dem jeweiligen zugelassenen Verfahren und der ärztlichen Einschätzung.
Wie funktioniert die photodynamische Therapie?
Die Behandlung beruht auf drei Voraussetzungen:
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Ein Photosensibilisator macht bestimmte Zellen lichtempfindlich.
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Licht mit einer passenden Wellenlänge aktiviert diesen Wirkstoff.
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Sauerstoff ermöglicht die Bildung reaktiver Sauerstoffspezies, insbesondere von Singulett-Sauerstoff.
Die reaktiven Sauerstoffspezies greifen unter anderem Zellmembranen, Proteine und Mitochondrien an. Dadurch können verschiedene Zelltodmechanismen ausgelöst werden, darunter die Apoptose. Zusätzlich kann die PDT Blutgefäße im Tumorgewebe schädigen und lokale Entzündungs- oder Immunreaktionen beeinflussen.
Photosensibilisatoren reichern sich in vielen Anwendungen bevorzugt im Tumorgewebe oder in veränderten Zellen an. Diese Selektivität ist allerdings nicht absolut: Auch gesundes Gewebe kann betroffen sein. Entscheidend ist deshalb die präzise Begrenzung des behandelten Areals und die kontrollierte Lichtdosis.
Bei welchen Krebsarten wird PDT eingesetzt?
Besonders geeignet ist die PDT für oberflächliche oder über natürliche Körperöffnungen erreichbare Veränderungen. In der Hautmedizin wird sie unter anderem bei aktinischen Keratosen, bestimmten oberflächlichen Hauttumoren und ausgewählten Formen des Carcinoma in situ eingesetzt. Der Photosensibilisator wird dabei häufig als Creme oder Lösung auf die betroffene Haut aufgetragen.
Bei bestimmten Tumoren im Körperinneren kann das Licht über eine Faser oder ein Endoskop eingebracht werden. Beschrieben sind Anwendungen bei ausgewählten Fällen von:
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Lungenkrebs
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Speiseröhrenkrebs
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Blasenkrebs
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Gallengangskarzinomen
Bei Gallengangstumoren kann die PDT in bestimmten Situationen dazu beitragen, tumorbedingte Engstellen zu behandeln. Die Anwendung bei Brustkrebs, Gehirntumoren, Bauchspeicheldrüsenkrebs oder Eierstockkrebs wird beziehungsweise wurde in Forschungsprojekten untersucht, ist aber nicht automatisch etablierter Standard.
Auch bei Prostatakrebs werden fokale photodynamische Verfahren erforscht. Dabei kommen je nach Ansatz unterschiedliche Photosensibilisatoren infrage, darunter Chlorin-basierte Substanzen wie Chlorin E6. Für dich wichtig: Solche Verfahren sind nicht mit einer allgemein etablierten Standardtherapie für jede Form von Prostatakrebs gleichzusetzen.
Wie läuft eine PDT ab?
Vor der Behandlung wird das Zielgebiet untersucht und die Behandlungsfläche festgelegt. Bei Hautveränderungen wird der Photosensibilisator meist lokal aufgetragen. Bei inneren Tumoren kann eine Verabreichung über die Vene oder ein anderes ärztlich festgelegtes Verfahren erforderlich sein. Nach einer Einwirkzeit wird das betroffene Gewebe mit einer abgestimmten Lichtquelle bestrahlt.
Zum Einsatz kommen beispielsweise Laser, externe Lichtquellen oder faseroptische Systeme. Bei Tumoren in Hohlorganen kann die Lichtzufuhr endoskopisch erfolgen. Wellenlänge, Lichtintensität, Bestrahlungsdauer und die Verteilung des Lichts müssen auf Wirkstoff und Gewebe abgestimmt werden. Das Licht dringt jedoch nur begrenzt tief ein. Deshalb eignet sich die PDT vor allem für oberflächliche, klar zugängliche oder lokal begrenzte Tumoren.
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Welche Vorteile kann die PDT haben?
Die PDT wirkt lokal und kann gesundes Gewebe außerhalb des behandelten Bereichs weitgehend schonen. Bei geeigneten Hautveränderungen ist sie eine mögliche Alternative zu einem operativen Eingriff und kann kosmetische Vorteile bieten. Häufig ist die Behandlung ambulant möglich; ob das zutrifft, hängt vom Anwendungsgebiet und vom konkreten Verfahren ab.
Im Vergleich zu systemisch wirkenden Verfahren wie einer Chemotherapie ist die Belastung des übrigen Körpers bei einer lokal durchgeführten PDT oft geringer. Auch wiederholte Anwendungen können je nach Situation möglich sein. Daraus darf jedoch nicht geschlossen werden, dass die PDT grundsätzlich weniger Nebenwirkungen oder bessere Ergebnisse als Operation, Strahlen- oder Chemotherapie bietet. Diese Bewertung muss für jede Erkrankung einzeln erfolgen.
Grenzen und mögliche Nebenwirkungen
Die wichtigste Einschränkung ist die begrenzte Reichweite des Lichts. Tief liegende, große oder weit verbreitete Tumoren lassen sich mit einer herkömmlichen PDT oft nicht ausreichend erreichen. Außerdem benötigt die photochemische Reaktion Sauerstoff. Ein sauerstoffarmes Tumorgewebe kann die Wirkung erschweren.
Im behandelten Bereich können Rötungen, Schwellungen, Brennen, Juckreiz und Schmerzen auftreten. Je nach Verfahren sind auch Blasen oder Krusten möglich. Eine besondere Warnung gilt der Lichtempfindlichkeit: Manche Photosensibilisatoren machen Haut und Augen vorübergehend empfindlicher gegenüber Licht. Wie lange du Sonne und helle Lichtquellen meiden musst, hängt vom Präparat ab. Halte dich deshalb genau an die Anweisungen des Behandlungsteams und verwende nicht eigenständig abweichende Schutzzeiten.
Nachsorge und Stellenwert der Forschung
Nach der PDT sind Kontrolluntersuchungen wichtig, um die Reaktion des behandelten Gewebes zu beurteilen und weitere oder wiederkehrende Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Bei Hautbehandlungen solltest du neue oder auffällige Hautveränderungen ärztlich kontrollieren lassen. Die Behandlung kann in manchen Konzepten mit Operation, Bestrahlung, Chemotherapie oder Immuntherapie kombiniert werden. Ob eine solche Kombination sinnvoll ist, lässt sich nur anhand der individuellen Diagnose entscheiden.
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Die Forschung konzentriert sich auf selektivere Photosensibilisatoren, verbesserte Lichtquellen, faseroptische Systeme und Verfahren für tiefer liegende Tumoren. Auch Kombinationen mit anderen Therapien, bildgebende Verfahren und personalisierte Behandlungsstrategien werden untersucht. Einen Überblick über laufende Studien bietet clinicaltrials.gov beziehungsweise die dortige Studiensuche.
Fazit
Die photodynamische Therapie nutzt einen Photosensibilisator, Licht und Sauerstoff, um Tumorzellen lokal zu schädigen. Ihre Stärken liegen in der gezielten Anwendung und der Möglichkeit, oberflächliches oder gut zugängliches Tumorgewebe zu behandeln. Grenzen bestehen vor allem bei tiefen, großen oder ausgedehnten Tumoren sowie durch die erforderlichen Schutzmaßnahmen vor Licht. Ob PDT für dich infrage kommt, solltest du mit deinem behandelnden Fachteam anhand der genauen Krebsdiagnose besprechen.
