Pneumokokken sind Bakterien der Art Streptococcus pneumoniae. Sie können unter anderem Lungenentzündungen, Hirnhautentzündungen, Mittelohrentzündungen, Nasennebenhöhlenentzündungen und eine Sepsis verursachen. Viele Menschen tragen die Bakterien im Nasen-Rachen-Raum, ohne Beschwerden zu haben. Wird das Immunsystem geschwächt oder breiten sich die Erreger in andere Körperbereiche aus, kann eine schwere Infektion entstehen.
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Welche Symptome verursachen Pneumokokken?
Die Beschwerden hängen davon ab, welchen Körperbereich die Infektion betrifft. Häufig beginnt sie mit plötzlich einsetzendem Fieber und ausgeprägter Schwäche. Möglich sind außerdem:
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Husten, teilweise mit rotbraunem Auswurf
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Atemnot
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Brustschmerzen
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Kopf- und Gliederschmerzen
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Übelkeit oder Erbrechen
Eine pneumokokkenbedingte Lungenentzündung kann sich rasch verschlimmern. Bei älteren Menschen fehlen typische Symptome manchmal oder fallen schwächer aus. Verwirrtheit, Appetitlosigkeit und ungewöhnliche Schwäche können dann wichtige Hinweise sein.
Bei Kindern zeigen sich Infektionen unter Umständen durch Fieber, Unruhe, anhaltendes Schreien, Trinkschwäche oder Erbrechen. Bei Babys kann eine Hirnhautentzündung auch ohne ausgeprägte Nackensteifigkeit auftreten. Fieber in Verbindung mit starker Teilnahmslosigkeit, Atemproblemen oder Trinkschwäche sollte ärztlich abgeklärt werden.
Welche Erkrankungen können entstehen?
Pneumokokken können verschiedene Krankheitsbilder auslösen:
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Lungenentzündung: Typisch sind plötzliches Fieber, Husten, Atemnot und Brustschmerzen.
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Meningitis: Warnzeichen sind starke Kopfschmerzen, Fieber, Nackensteifigkeit, Erbrechen, Verwirrtheit oder Benommenheit. Bei Säuglingen können Trinkschwäche und anhaltendes Schreien hinzukommen.
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Mittelohrentzündung: Sie verursacht häufig Ohrenschmerzen, Fieber, Druckgefühl oder eine vorübergehende Hörminderung. Kleine Kinder ziehen oft am Ohr und sind unruhig. Weitere Informationen findest du unter Otitis media.
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Sinusitis: Möglich sind eine verstopfte Nase, Druck oder Schmerzen im Gesicht, Kopfschmerzen und Fieber.
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Sepsis: Gelangen die Bakterien in den Blutkreislauf, kann eine Blutvergiftung entstehen. Das ist ein medizinischer Notfall.
Schwere Verläufe können bleibende Folgen wie Hörschäden, neurologische Beeinträchtigungen oder länger anhaltende Atemprobleme hinterlassen.
Wie werden Pneumokokken übertragen?
Die Bakterien werden vor allem über Sekrete aus den Atemwegen weitergegeben, etwa beim Husten, Niesen, Sprechen oder durch engen direkten Kontakt. Eine Übertragung ist auch über gemeinsam berührte Gegenstände möglich, wenn danach Mund, Nase oder Augen berührt werden. Besonders leicht können sich Erreger dort verbreiten, wo viele Menschen zusammenkommen, etwa in Kindertagesstätten oder Pflegeeinrichtungen.
Regelmäßiges Händewaschen, gute Raumlüftung und das Vermeiden engen Kontakts zu erkrankten Personen können das Übertragungsrisiko verringern. Rauch und Passivrauch belasten die Atemwege zusätzlich.
Wer hat ein erhöhtes Risiko?
Besonders gefährdet für schwere Pneumokokken-Erkrankungen sind:
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Säuglinge und Kleinkinder
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Menschen ab 60 Jahren
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Personen mit einem geschwächten Immunsystem, etwa durch HIV, eine Chemotherapie, Immunsuppressiva oder eine Organtransplantation
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Menschen ohne Milz oder mit eingeschränkter Milzfunktion
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Personen mit chronischen Herz-, Lungen- oder Stoffwechselerkrankungen, zum Beispiel COPD, Asthma oder Diabetes
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Raucher und Menschen mit problematischem Alkoholkonsum
Auch enge Wohnverhältnisse, häufige Kontakte in Gemeinschaftseinrichtungen und eine unzureichende medizinische Versorgung können die Verbreitung begünstigen. Ein Link zum Thema Krebs ist im Ausgangstext enthalten.
Wie wird die Infektion diagnostiziert?
Am Anfang stehen die Krankengeschichte und eine körperliche Untersuchung. Ärztinnen und Ärzte fragen unter anderem nach Beschwerden, Vorerkrankungen, Impfungen und eingenommenen Medikamenten. Beim Abhören der Lunge und der Untersuchung von Hals und Ohren können sich erste Hinweise ergeben.
Je nach Krankheitsbild kommen Blutuntersuchungen, Abstriche oder Kulturen zum Einsatz. Bei Verdacht auf Meningitis wird Nervenwasser untersucht. Ein Röntgenbild oder eine CT-Aufnahme kann bei einer Lungenentzündung helfen, das Ausmaß einzuschätzen und andere Ursachen auszuschließen. Kulturen liefern außerdem Hinweise darauf, ob die Bakterien gegen bestimmte Antibiotika resistent sind. Schnelltests können rasch Ergebnisse liefern, sind aber nicht immer zuverlässig.
Wie werden Pneumokokken behandelt?
Bei einer nachgewiesenen oder vermuteten bakteriellen Pneumokokken-Infektion werden Antibiotika eingesetzt. Welches Medikament geeignet ist, hängt unter anderem vom Krankheitsbild, vom Alter, vom Gesundheitszustand und möglichen Resistenzen ab. Nimm ein verordnetes Antibiotikum genau nach ärztlicher Anweisung ein und ändere die Dosis oder Dauer nicht eigenständig. Bei Resistenzen muss die Therapie gegebenenfalls angepasst werden.
Zusätzlich können Maßnahmen zur Linderung von Fieber, Schmerzen oder Husten erforderlich sein. Welche Medikamente dafür geeignet sind, solltest du besonders bei Kindern, älteren Menschen, Schwangerschaft oder Vorerkrankungen ärztlich oder in der Apotheke klären. Ruhe und ausreichende Flüssigkeitszufuhr können die Erholung unterstützen.
Bei schwerer Atemnot, einer Sepsis, Meningitis oder einer Ausbreitung der Infektion auf andere Organe kann ein Krankenhausaufenthalt nötig sein. Dort können Antibiotika intravenös verabreicht und wichtige Körperfunktionen überwacht werden. Nach einem schweren Verlauf sind ärztliche Nachkontrollen und bei anhaltenden Beschwerden gegebenenfalls eine Rehabilitation sinnvoll. Nicht wissenschaftlich belegte Verfahren wie Homöopathie ersetzen keine notwendige Behandlung.
Wie kannst du Pneumokokken vorbeugen?
Die wichtigste vorbeugende Maßnahme ist die Impfung. Nach den im Ausgangstext genannten STIKO-Empfehlungen betrifft sie unter anderem Kinder ab dem zweiten Lebensmonat, Menschen ab 60 Jahren sowie Personen mit bestimmten chronischen Erkrankungen oder einer Immunschwäche. Für Menschen ohne Milz oder mit einer Milzfunktionsstörung kann die Impfung ebenfalls besonders wichtig sein. Welche Impfstoffe und welches Impfschema für dich gelten, richtet sich nach Alter und individuellem Risiko und sollte ärztlich besprochen werden.
Die Impfstoffe schützen gegen bestimmte Pneumokokken-Serotypen und nicht gegen alle Atemwegsinfektionen. Pneumokokken umfassen mehr als 90 Serotypen, die sich in ihrer Kapsel unterscheiden. Deshalb besteht trotz Impfung kein vollständiger Schutz vor jeder möglichen Infektion.
Zusätzlich helfen gründliches Händewaschen, regelmäßiges Lüften, das Meiden von Tabakrauch und ein gesundheitsbewusster Lebensstil. Antibiotika solltest du nur nach ärztlicher Verordnung einnehmen. Bei Erkältungen und anderen viralen Infektionen wirken sie nicht. Ein verantwortungsvoller Einsatz hilft, die Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen zu begrenzen.
Bei hohem Fieber mit Atemnot, starker Verwirrtheit, Benommenheit, Nackensteifigkeit, heftigen Kopfschmerzen oder einer schnellen Verschlechterung brauchst du sofort medizinische Hilfe. Das gilt besonders für Säuglinge, ältere Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem.
Weitere Informationen zum Behandlung und zum Krankenhausaufenthalt sind im Ausgangstext verknüpft. Auch Hinweise zu Kinderbetreuung wurden dort genannt.
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