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Skabies: Symptome, Ursachen und Behandlungen im Check

Skabies: Symptome, Ursachen und Behandlungen im Check

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Skabies, auch Krätze genannt, ist eine ansteckende Hauterkrankung. Ausgelöst wird sie durch die Krätzemilbe Sarcoptes scabiei var. hominis. Die Weibchen graben sich in die oberste Hautschicht ein und legen dort Eier ab. Das Immunsystem reagiert auf die Milben, ihre Eier und Ausscheidungen – dadurch entsteht der typische Juckreiz.

Skabies: typische Symptome

Das auffälligste Zeichen ist ein starker Juckreiz, der häufig nachts zunimmt. Zusätzlich können kleine rote Knötchen, Pusteln oder Bläschen auftreten. Typisch sind feine, gewundene Milbengänge, die allerdings nicht immer leicht zu erkennen sind.

  • Häufig betroffen sind die Fingerzwischenräume, Handgelenke, Ellenbogen und Achselhöhlen.

  • Auch der Genitalbereich, die Brustwarzen, Füße und Fußsohlen können Hautveränderungen zeigen.

  • Durch Kratzen entstehen Wunden und Kratzspuren. Bakterielle Sekundärinfektionen können Rötung, Schwellung, Schmerzen oder Eiter verursachen.

Bei Säuglingen und Kleinkindern können zusätzlich Gesicht, Kopfhaut, Handflächen und Fußsohlen betroffen sein. Bei älteren Menschen oder Personen mit geschwächtem Immunsystem kann der Ausschlag untypisch aussehen oder der Juckreiz weniger deutlich sein.

Skabies: Patient und Arzt in einer hellen Arztpraxis.

Wie wird Skabies übertragen?

Die Übertragung erfolgt meist durch längeren, engen Hautkontakt mit einer infizierten Person. Dazu zählen beispielsweise gemeinsames Schlafen, intensives Kuscheln oder Geschlechtsverkehr. Ein kurzes Händeschütteln reicht in der Regel nicht aus.

Seltener werden Milben über gemeinsam benutzte Kleidung, Handtücher oder Bettwäsche übertragen. Das Risiko steigt, wenn viele Menschen auf engem Raum zusammenleben, etwa in Familien, Pflegeeinrichtungen, Kitas oder Notunterkünften. Skabies hat nichts mit mangelnder persönlicher Hygiene zu tun und kann Menschen in allen sozialen Gruppen betreffen.

Besonders ansteckend: Scabies crustosa

Bei der Scabies crustosa, auch Borkenkrätze genannt, befinden sich sehr viele Milben in der Haut. Es entstehen dicke, verkrustete Hautstellen. Diese Form tritt vor allem bei Menschen mit geschwächter Immunabwehr auf, ist besonders ansteckend und kann schwieriger zu behandeln sein. Auch abgefallene Hautschuppen können zur Übertragung beitragen. Bei Verdacht ist eine rasche ärztliche Behandlung und eine konsequente Abstimmung aller Hygienemaßnahmen wichtig.

Diagnose: Wann solltest du zum Arzt?

Die Diagnose erfolgt meist anhand des Hautbilds, der betroffenen Körperstellen und des Verlaufs. Dein Arzt fragt außerdem, wann der Juckreiz begonnen hat und ob Personen in deinem Umfeld ähnliche Beschwerden haben. Bei unklaren Befunden können ein Hautgeschabsel, ein Klebebandtest oder eine Untersuchung mit dem Dermatoskop helfen, Milben, Eier oder Ausscheidungen nachzuweisen.

Da Ekzeme, Allergien, Pilzinfektionen und Insektenstiche ähnliche Beschwerden verursachen können, solltest du Skabies nicht selbst diagnostizieren. Lass starken nächtlichen Juckreiz, neue juckende Knötchen oder Beschwerden nach engem Kontakt zu einer erkrankten Person ärztlich abklären. Auch entzündete oder eiternde Kratzstellen gehören in ärztliche Behandlung.

Skabies behandeln

Skabies verschwindet in der Regel nicht von allein. Ziel der Behandlung ist, Milben, Larven und Eier abzutöten. Die Auswahl des Mittels hängt unter anderem vom Alter, Gesundheitszustand, Schweregrad und der betroffenen Körperfläche ab.

Permethrin-Creme

Permethrin ist eine häufig eingesetzte topische Behandlung. Die Creme wird nach ärztlicher Anweisung auf die betroffenen beziehungsweise vorgesehenen Hautbereiche aufgetragen und muss für die vorgeschriebene Zeit einwirken. Finger- und Zehenzwischenräume, Achseln, Genitalbereich und andere Hautfalten dürfen dabei nicht vergessen werden. Eine Wiederholung der Anwendung kann erforderlich sein. Halte dich genau an die Packungsbeilage oder die Anweisung deiner Arztpraxis.

Ivermectin und weitere Medikamente

Ivermectin kann als Tablette verordnet werden, wenn eine äußerliche Behandlung nicht ausreicht, schwierig durchzuführen ist oder eine besondere Situation vorliegt. Die Einnahme und eine mögliche Wiederholungsdosis richten sich nach ärztlicher Verordnung und unter anderem nach dem Körpergewicht. Weitere Wirkstoffe wie Benzylbenzoat oder Crotamiton kommen je nach Situation infrage, können die Haut aber reizen oder sind nicht immer die erste Wahl.

Hausmittel ersetzen keine wirksame Antiskabiesbehandlung. Bei starkem Juckreiz können nach Rücksprache mit Arzt oder Apotheke beispielsweise Antihistaminika oder zeitweise entzündungshemmende Cremes helfen. Eine bakterielle Sekundärinfektion muss gegebenenfalls gesondert behandelt werden.

Skabies: Patient und Arzt in einer hellen Arztpraxis

Kontaktpersonen gleichzeitig behandeln

Enge Kontaktpersonen sollten sich auch ohne Beschwerden ärztlich beraten lassen. Häufig werden sie gleichzeitig behandelt, damit sich die Beteiligten nicht gegenseitig erneut anstecken. Informiere deshalb Menschen, mit denen du engen Hautkontakt hattest, insbesondere Haushaltsmitglieder und Sexualpartner. Ob weitere Personen behandelt werden müssen, entscheidet die behandelnde Praxis.

Hygiene und Reinigung der Umgebung

Die Milben leben hauptsächlich auf der Haut. Eine gründliche, aber gezielte Reinigung reicht in der Regel aus; du musst nicht die gesamte Wohnung desinfizieren.

  • Wasche Kleidung, Bettwäsche und Handtücher, die mit deiner Haut in Kontakt waren, nach den Empfehlungen der Arztpraxis möglichst bei mindestens 60 °C.

  • Nicht waschbare Textilien kannst du für mindestens 72 Stunden in einem verschlossenen Plastiksack aufbewahren.

  • Sauge Polstermöbel und Teppiche ab, auf denen du gelegen hast, und entsorge den Staubsaugerbeutel anschließend.

  • Ziehe nach der Behandlung frische Kleidung an und wechsle die Bettwäsche entsprechend den ärztlichen Anweisungen.

  • Vermeide bis zum empfohlenen Ende der Ansteckungszeit engen Hautkontakt und teile keine Kleidung, Handtücher oder Bettwäsche.

Übertriebene Hygiene verhindert Skabies nicht. Regelmäßiges Waschen und kurze Nägel können jedoch helfen, zusätzliche Hautverletzungen durch Kratzen zu begrenzen.

Wie lange ist Skabies ansteckend?

Die Zeit zwischen Ansteckung und ersten Beschwerden kann mehrere Wochen betragen. Eine betroffene Person kann die Milben bereits übertragen, bevor der Juckreiz beginnt. Nach einer korrekt durchgeführten Behandlung sinkt die Ansteckungsfähigkeit meist rasch. Wann du wieder in Schule, Kita oder Arbeit gehen kannst, solltest du abhängig von deiner Behandlung mit der Arztpraxis klären.

Der Juckreiz kann noch eine Weile bestehen bleiben, obwohl die Milben bereits abgetötet sind. Treten neue Milbengänge oder neue Hautveränderungen auf, lass dich erneut untersuchen. Ein Wiederauftreten kann unter anderem durch eine nicht vollständig durchgeführte Behandlung oder eine erneute Ansteckung über unbehandelte Kontaktpersonen entstehen.

Besondere Situationen

Wenn du schwanger bist, ein Neugeborenes oder kleines Kind betroffen ist, solltest du Medikamente niemals ohne ärztliche Rücksprache anwenden. Auch bei älteren Menschen, chronischen Erkrankungen oder einem geschwächten Immunsystem ist eine individuelle Behandlung erforderlich. Bei Scabies crustosa müssen häufig besonders intensive Maßnahmen für die erkrankte Person und ihr Umfeld geplant werden.

Skabies ist behandelbar – und kein Grund für Scham

Skabies kann körperlich und psychisch belasten: Der Juckreiz stört den Schlaf, und die Angst vor Ansteckung oder Stigmatisierung kann zusätzlichen Stress auslösen. Die Erkrankung sagt nichts über deine Sauberkeit aus. Informiere deine engen Kontaktpersonen sachlich und hole dir medizinische Unterstützung, wenn dich die Beschwerden oder die Situation stark belasten. Eine frühe Diagnose, die konsequente Behandlung und das gleichzeitige Vorgehen mit Kontaktpersonen helfen, die Ausbreitung zu stoppen.

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