Bei der Sklerosierung, auch Verödung genannt, wird ein Sklerosierungsmittel in eine erkrankte oder kosmetisch störende Vene injiziert. Die Venenwand reagiert darauf, das Gefäß verschließt sich und wird vom Körper nach und nach abgebaut. Die Methode wird vor allem bei Besenreisern, kleineren Astkrampfadern und ausgewählten wiederkehrenden Krampfadern eingesetzt.
Ob die Sklerosierung für dich geeignet ist, hängt unter anderem von Größe, Verlauf und Lage der Venen sowie deinem Gesundheitszustand ab. Eine Untersuchung, häufig ergänzt durch Ultraschall, ist deshalb die Grundlage jeder Behandlung. Die Entscheidung solltest du gemeinsam mit einer qualifizierten Ärztin oder einem qualifizierten Arzt treffen.
Welche Arten der Sklerosierung gibt es?
Flüssig-Sklerosierung
Bei kleineren Gefäßen wie Besenreisern und kleinen Astkrampfadern wird das Sklerosierungsmittel meist in flüssiger Form mit einer feinen Nadel injiziert. Häufig verwendet wird Polidocanol (Lauromacrogol 400). Je nach Gefäß können unterschiedliche Konzentrationen erforderlich sein. Für ein zufriedenstellendes Ergebnis sind manchmal mehrere Sitzungen nötig.
Schaum-Sklerosierung
Bei größeren Krampfadern kann das Mittel als Schaum eingesetzt werden. Der Schaum verdrängt das Blut aus dem behandelten Abschnitt und kommt dadurch besser mit der Venenwand in Kontakt. Die Injektion erfolgt häufig unter Ultraschallkontrolle, damit die Vene genau beurteilt und das Mittel gezielt eingebracht werden kann.
Mikrosklerotherapie
Die Mikrosklerotherapie ist eine besonders präzise Form der Sklerosierung für sehr feine Besenreiser. Dafür werden sehr dünne Nadeln verwendet. Die behandelten Äderchen werden nicht sofort unsichtbar: Der Abbau kann mehrere Wochen oder Monate dauern. Leichte Restbefunde oder Verfärbungen sind möglich, und manchmal ist eine Nachbehandlung mit Sklerosierung oder Laser sinnvoll.
Wie läuft die Behandlung ab?
Vor dem Eingriff besprichst du mit dem Arzt deine Krankengeschichte, Medikamente und bekannte Allergien. Die Venen werden untersucht, bei größeren oder tieferliegenden Befunden meist auch per Ultraschall. Bei oberflächlichen Besenreisern kann ein Gerät wie Veinlite® helfen, die Gefäße besser sichtbar zu machen.
Während der Behandlung sitzt oder liegst du. Die Vene wird mit einer feinen Nadel oder einem kleinen Katheter punktiert und das Sklerosierungsmittel injiziert. Meist spürst du einen kurzen Stich, Druck oder ein leichtes Brennen. Eine Narkose ist in der Regel nicht erforderlich. Die Sitzung dauert abhängig von der Anzahl der behandelten Gefäße oft etwa 15 bis 30 Minuten und findet normalerweise ambulant statt.
Nach der Injektion solltest du dich entsprechend der ärztlichen Empfehlung bewegen. Häufig gehst du direkt im Anschluss ungefähr 15 Minuten spazieren. Zusätzlich wird ein Kompressionsverband oder Kompressionsstrumpf angelegt.
Nachsorge und Kompression
Die Kompression unterstützt den Kontakt der Venenwände und den Heilungsverlauf. Wie lange du einen Verband oder Strumpf tragen solltest, richtet sich nach dem Befund und der Behandlung. Bei Besenreisern kann die Dauer kürzer sein als bei größeren Krampfadern. Halte dich an die Anweisung deiner Praxis und achte darauf, dass der Strumpf faltenfrei sitzt und weder einschneidet noch verrutscht.
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Bewege dich regelmäßig und vermeide langes Sitzen oder Stehen.
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Meide starke Sonneneinstrahlung und Saunagänge für die Zeit, die dir empfohlen wurde.
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Nimm Kontrolltermine wahr, damit der Heilungsverlauf beurteilt werden kann.
Deinen Alltag kannst du meist rasch wieder aufnehmen. Welche Aktivitäten erlaubt sind, hängt jedoch von der behandelten Vene und deinem individuellen Verlauf ab.
Nebenwirkungen und Risiken
Nach der Sklerosierung können vorübergehend Brennen, Druckempfindlichkeit, Rötungen, kleine Schwellungen oder blaue Flecken auftreten. Auch braune Hautverfärbungen an den behandelten Stellen sind möglich. Diese Hyperpigmentierungen bilden sich häufig wieder zurück, können aber Wochen oder Monate sichtbar bleiben.
Eine weitere mögliche Reaktion ist das sogenannte Matting. Dabei entstehen in der Nähe der behandelten Stelle sehr feine neue Äderchen. Je nach Ausprägung kommen eine erneute Sklerosierung oder eine Laserbehandlung infrage.
Seltene, aber ernsthafte Komplikationen sind eine Venenentzündung, eine Thrombose oder eine Hautschädigung. Auch eine allergische Reaktion auf das verwendete Mittel ist möglich. Wenn du nach der Behandlung starke Schmerzen, eine zunehmende Schwellung, Atemnot, ausgeprägte Rötung oder andere ungewöhnliche Beschwerden bemerkst, solltest du sofort medizinische Hilfe suchen.
Wann ist die Sklerosierung nicht geeignet?
Vor einer Behandlung müssen Gegenanzeigen und Risikofaktoren ausgeschlossen werden. Dazu können akute Thrombosen oder Venenentzündungen, bestimmte schwere Erkrankungen und eine bekannte Allergie gegen das geplante Sklerosierungsmittel gehören. Auch während Schwangerschaft und Stillzeit wird die Behandlung in der Regel zurückgestellt. Teile deinem Arzt außerdem Blutgerinnungsstörungen, andere Vorerkrankungen und alle regelmäßig eingenommenen Medikamente mit.
Bei sehr großen, stark veränderten oder tieferliegenden Krampfadern kann ein anderes Verfahren geeigneter sein. Die Sklerosierung ist nicht für jeden Befund die beste Wahl.
Sklerosierung bei Rezidiven und in Kombination
Wenn nach einer früheren Behandlung erneut Krampfadern entstehen, spricht man von Rezidivkrampfadern. Eine Sklerosierung kann bei kleineren, oberflächlichen Rezidiven eine Option sein. Vorher sollte die Ursache des Wiederauftretens untersucht werden. Vernarbtes Gewebe und veränderte Venenverläufe können die Behandlung anspruchsvoller machen.
Je nach Befund lässt sich die Sklerosierung mit einer Miniphlebektomie, einem endovenösen Laser- oder Radiowellenverfahren oder einer Operation kombinieren. Größere Venen werden dabei gegebenenfalls zuerst mit einem geeigneten Verfahren behandelt, während kleinere Seitenäste oder Besenreiser anschließend sklerosiert werden.
Vergleich mit anderen Verfahren
Im Vergleich zu einem operativen Stripping kommt die Sklerosierung ohne größere Schnitte aus und verursacht in der Regel keine Operationsnarben. Laser- und Radiowellenverfahren verschließen Venen mithilfe von Wärme und können bei bestimmten größeren oder gewundenen Venen geeigneter sein. Welche Behandlung sinnvoll ist, richtet sich nach deinem Befund, deinen Beschwerden, den erreichbaren Ergebnissen und den möglichen Risiken.
Die Qualifikation und Erfahrung der behandelnden Person sind ebenso wichtig wie eine geeignete Ausstattung, sterile Arbeitsbedingungen, eine gründliche Aufklärung und eine verlässliche Nachsorge.
Ergebnisse und Kosten
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Die behandelten Venen werden nicht unmittelbar unsichtbar. Der Körper baut sie schrittweise ab, weshalb das Ergebnis erst nach Wochen oder Monaten beurteilt werden kann. Nicht immer verschwinden alle Gefäße vollständig; mehrere Sitzungen oder eine ergänzende Behandlung können erforderlich sein. Außerdem können im Lauf der Zeit neue Besenreiser oder Krampfadern entstehen.
Ob deine Krankenkasse die Kosten übernimmt, hängt vom Versicherungsstatus, der medizinischen Notwendigkeit und den jeweiligen Vertragsbedingungen ab. Ästhetische Behandlungen von Besenreisern sind häufig Selbstzahlerleistungen. Lass dir vorab einen schriftlichen Kostenvoranschlag geben, der Untersuchung, Beratung, Behandlung, Material und Nachsorge ausweist.
Was du vor der Entscheidung klären solltest
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Welche Vene soll behandelt werden und warum ist die Sklerosierung dafür geeignet?
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Welche Alternative gibt es bei deinem Befund?
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Wie viele Sitzungen und welche Kompressionsdauer sind voraussichtlich nötig?
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Welche Nebenwirkungen und Warnzeichen solltest du beachten?
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Welche Kosten entstehen und übernimmt deine Krankenkasse einen Teil davon?
Eine fachärztliche Untersuchung und eine verständliche Aufklärung helfen dir, Nutzen und Risiken realistisch einzuschätzen. Weitere Informationen zu angrenzenden Themen findest du auch bei der Sklerosierung, bei Hämorrhoiden und bei Blutgerinnungsstörungen. Einen möglichen Kostenvoranschlag solltest du vor der Behandlung prüfen lassen.
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