Was bedeutet die Grundsumme in der Unfallversicherung?
Die Grundsumme ist der Betrag, der in einer privaten Unfallversicherung als Basis für die Invaliditätsleistung vereinbart wird. Sie wird normalerweise bei Vertragsabschluss festgelegt. Wie viel du tatsächlich erhältst, hängt zusätzlich vom festgestellten Invaliditätsgrad, der Gliedertaxe und einer möglichen Progression ab.
Die Grundsumme ist deshalb nicht automatisch der Betrag, den du nach jedem Unfall ausgezahlt bekommst. Ein Unfall ohne dauerhafte Invalidität kann beispielsweise keinen Anspruch auf eine Invaliditätsleistung auslösen. Maßgeblich sind immer die Bedingungen deines Vertrags.
Grundsumme und Versicherungssumme
Die Begriffe werden im Versicherungsbereich nicht immer einheitlich verwendet. Üblicherweise bezeichnet die Grundsumme in der Unfallversicherung die vereinbarte Basis für die Invaliditätsleistung. „Versicherungssumme“ kann dagegen allgemein für einen vereinbarten Höchst- oder Leistungsbetrag stehen. Prüfe daher, wie dein Versicherer die Begriffe in den Vertragsunterlagen definiert.
Wie wird die Invaliditätsleistung berechnet?
Bei einer linearen Berechnung wird die Grundsumme mit dem Invaliditätsgrad multipliziert. Beträgt die Grundsumme 100.000 Euro und liegt der Invaliditätsgrad bei 50 Prozent, ergibt sich in diesem vereinfachten Beispiel eine Leistung von 50.000 Euro.
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Invaliditätsgrad |
Grundsumme |
Beispielhafte Leistung ohne Progression |
|---|---|---|
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10 % |
100.000 Euro |
10.000 Euro |
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30 % |
100.000 Euro |
30.000 Euro |
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50 % |
100.000 Euro |
50.000 Euro |
Die Tabelle zeigt nur die lineare Grundberechnung. Bei vielen Verträgen wird der Invaliditätsgrad anhand der Gliedertaxe bestimmt. Sie ordnet dem Verlust oder der Funktionsbeeinträchtigung bestimmter Körperteile feste Prozentsätze zu. Die konkreten Werte können je nach Vertrag abweichen.
Welche Rolle spielt die Progression?
Eine Progression erhöht die Invaliditätsleistung ab bestimmten Invaliditätsgraden überproportional. Ohne Progression entspricht die Leistung im vereinfachten Modell dem Invaliditätsgrad: Bei 75 Prozent Invalidität wären es 75 Prozent der Grundsumme. Mit Progression kann die Leistung bei schweren Beeinträchtigungen deutlich höher ausfallen.
Auf dem Markt gibt es verschiedene Progressionsmodelle, etwa 225, 350 oder 500 Prozent. Die Prozentzahl allein sagt jedoch nicht, wie hoch die Auszahlung bei einem bestimmten Invaliditätsgrad ist. Dafür musst du die Leistungstabelle und die Bedingungen des jeweiligen Tarifs prüfen. Eine hohe Progression ersetzt außerdem keine ausreichend bemessene Grundsumme.
Wie hoch sollte die Grundsumme sein?
Eine allgemein passende Höhe gibt es nicht. Als grober Anhaltspunkt wird häufig das Zwei- bis Dreifache des Bruttojahreseinkommens genannt. Im ursprünglichen Inhalt werden außerdem altersbezogene Richtwerte genannt: das Sechsfache des Jahresbruttoeinkommens bis 30 Jahre, das Fünffache bis 40 Jahre und das Vierfache ab 50 Jahre. Diese Werte sind lediglich Orientierungshilfen und keine allgemeingültigen Vorgaben.
Beziehe bei deiner Entscheidung auch deine finanzielle Situation, laufende Verpflichtungen, deinen Beruf, Hobbys und mögliche Anpassungen deines Lebensstandards ein. Bei Kindern, Senioren und Personen mit erhöhtem beruflichem oder sportlichem Unfallrisiko können andere Schwerpunkte gelten. Entscheidend ist, welche finanziellen Folgen eine dauerhafte Invalidität für dich und deine Familie hätte.
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Welche Zusatzleistungen sind relevant?
Neben der Grundsumme können weitere Leistungen vereinbart sein. Dazu gehören beispielsweise eine Unfallrente, Krankenhaus- oder Genesungsgeld, Bergungskosten sowie Leistungen für kosmetische Operationen. Ob und ab welchem Invaliditätsgrad diese Bausteine leisten, hängt vom jeweiligen Tarif ab. Eine Krankenhausaufenthalt kann etwa durch ein vereinbartes Krankenhaustagegeld berücksichtigt werden, ist aber nicht automatisch Bestandteil jeder Unfallversicherung.
Worauf solltest du beim Vertrag achten?
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Vergleiche die Grundsumme mit deinen finanziellen Verpflichtungen und nicht nur mit dem Beitrag.
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Prüfe, wie der Versicherer den Invaliditätsgrad feststellt und welche Gliedertaxe gilt.
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Sieh dir bei einer Progression die konkrete Leistungstabelle an.
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Achte auf Ausschlüsse, Fristen und Einschränkungen in den Versicherungsbedingungen.
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Überprüfe die Versicherung nach Veränderungen wie Familiengründung, Einkommensänderung oder neuen risikoreichen Hobbys.
Eine höhere Grundsumme führt in der Regel zu einem höheren Beitrag. Zusatzleistungen können die Kosten ebenfalls erhöhen. Lass dir deshalb mehrere Tarife anhand deiner persönlichen Situation erklären und prüfe die Vertragsbedingungen sorgfältig. Bei gesundheitlichen Folgen eines Unfalls können außerdem andere Themen wie ein Sehnenriss je nach Vertrag unterschiedlich bewertet werden.
Die Grundsumme bildet die finanzielle Basis deiner Unfallversicherung. Ihre tatsächliche Bedeutung erkennst du erst im Zusammenspiel mit Invaliditätsgrad, Gliedertaxe, Progression und den übrigen Vertragsbedingungen.

