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Parodontitis: Definition, Behandlung, Kosten und mehr

Parodontitis: Definition, Behandlung, Kosten und mehr

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Was ist Parodontitis?

Parodontitis ist eine bakterielle Entzündung des Zahnhalteapparates. Sie entsteht meist durch Beläge und Bakterien im Zahnbelag (Plaque) und kann Kieferknochen und Haltefasern schädigen. Unbehandelt drohen Zahnlockerung und Zahnverlust. Zu den Risikofaktoren zählen unzureichende Mundhygiene, Rauchen, genetische Faktoren, Diabetes und Stress.

Typische Symptome

  • Zahnfleischbluten beim Zähneputzen oder spontan
  • Gerötetes oder geschwollenes Zahnfleisch
  • Dauerhafter Mundgeruch oder unangenehmer Geschmack
  • Rückgang des Zahnfleisches und empfindliche Zahnhälse
  • Eiteraustritt aus Zahnfleischtaschen
  • Lockere oder sich verschiebende Zähne

Der Verlauf kann schleichend sein. Gingivitis betrifft zunächst nur das Zahnfleisch und ist häufig reversibel, wenn die Plaque entfernt wird. Parodontitis greift dagegen auch tiefere Strukturen an und kann dauerhafte Schäden verursachen.

Wie wird Parodontitis diagnostiziert?

Beim Parodontalen Screening Index (PSI) untersucht die Zahnarztpraxis das Zahnfleisch und misst mit einer Sonde die Tiefe der Zahnfleischtaschen. Die Untersuchung dauert nur wenige Minuten. Ab einer Taschentiefe von 4 mm gilt die Parodontitis laut den Angaben des Ausgangstextes als behandlungsbedürftig. Bei einem auffälligen Befund können eine klinische Untersuchung, Röntgenaufnahmen zur Beurteilung des Kieferknochens oder in bestimmten Fällen bakteriologische Tests folgen. Die Kosten für den PSI übernimmt die gesetzliche Krankenkasse laut Ausgangstext alle zwei Jahre.

Wenn du Zahnfleischbluten, Schwellungen, Eiteraustritt, empfindliche Zahnhälse oder lockere Zähne bemerkst, solltest du einen Zahnarzttermin vereinbaren.

Behandlung von Parodontitis

Die Therapie richtet sich nach dem Schweregrad. Zunächst steht meist eine Hygienephase mit individueller Anleitung zur Reinigung von Zähnen und Zahnzwischenräumen an. Anschließend werden bakterielle Beläge unterhalb des Zahnfleischrandes und von den Wurzeloberflächen entfernt. Diese subgingivale Instrumentierung kann unter örtlicher Betäubung erfolgen.

  • Nicht-chirurgische Behandlung: Reinigung der Zahnfleischtaschen und Verbesserung der häuslichen Mundhygiene.
  • Antibiotika: Sie können in schweren Fällen ergänzend eingesetzt werden. Ob das sinnvoll ist, entscheidet die Zahnarztpraxis.
  • Chirurgische Therapie: Bei sehr tiefen Zahnfleischtaschen, im Ausgangstext ab beziehungsweise über 6 mm genannt, können die Wurzeloberflächen unter Sicht gereinigt werden. Maßnahmen zur Heilungs- oder Regenerationsförderung kommen je nach Befund infrage.

Regelmäßige Nachsorge ist wichtig, damit der Behandlungserfolg erhalten bleibt. Deinen individuellen Therapieplan und die geeigneten Maßnahmen solltest du mit deiner Zahnarztpraxis besprechen.

Was kostet die Behandlung?

Die Kosten hängen unter anderem vom Schweregrad, der gewählten Behandlung und der Region beziehungsweise Praxis ab. Nicht-chirurgische Maßnahmen sind in der Regel weniger aufwendig als chirurgische Eingriffe. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen seit Juli 2021 bestimmte Leistungen der Parodontitis-Therapie. Die konventionelle Behandlung gehört häufig zu den Regelleistungen; für spezielle Verfahren und Zusatzleistungen kann jedoch ein Eigenanteil entstehen. Lass dir vor Beginn einen verständlichen Behandlungs- und Kostenplan geben und kläre die Erstattung direkt mit deiner Krankenkasse.

Nachsorge und Vorbeugung

Woman caring for her teeth in a bright bathroom.

Du kannst dein Risiko senken und Rückfälle vermeiden, indem du:

  • zweimal täglich mindestens zwei Minuten Zähne putzt,
  • täglich Zahnseide oder passende Interdentalbürsten verwendest,
  • Rauchen vermeidest und auf eine ausgewogene Ernährung achtest,
  • regelmäßig zur zahnärztlichen Kontrolle gehst, bei Risikofaktoren wie Diabetes oder Rauchen gegebenenfalls häufiger,
  • Nachsorgetermine und eine professionelle Zahnreinigung nach Empfehlung der Praxis wahrnimmst.

Eine professionelle Reinigung kann Zahnstein und Beläge entfernen und dir Hinweise zur Mundpflege geben. Zahnseide und Interdentalbürsten ergänzen das Zähneputzen. Eine Mundspülung kann Bakterien reduzieren, ersetzt aber nicht die mechanische Reinigung.

Besondere Risiken und Zahnarztwahl

Schwangerschaft, höheres Alter, eingeschränkte Beweglichkeit, Diabetes und bestimmte Medikamente können die Mundpflege oder das Entzündungsrisiko beeinflussen. Bei solchen Faktoren sind regelmäßige Kontrollen besonders wichtig.

Dentist in a modern, bright dental practice.

Bei einer fortgeschrittenen Erkrankung kann eine Behandlung bei einer auf Parodontologie spezialisierten Praxis sinnvoll sein. Im Ausgangstext werden Fachzahnärzte und DGParo-Spezialisten als mögliche Qualifikationen genannt. Achte auf eine verständliche Beratung, einen nachvollziehbaren Behandlungsplan und transparente Kosten. Die Bezeichnung „Parodontologe“ allein weist nicht zwingend auf eine spezielle Fachqualifikation hin. Weitere Informationen zur verlinkten Qualifikation findest du unter Parodontologie.

Parodontitis ist behandelbar, sollte aber früh erkannt und dauerhaft nachbetreut werden. Bei Beschwerden oder Unsicherheit ist eine Untersuchung in der Zahnarztpraxis der nächste sinnvolle Schritt.

Autor & Experte

Ronny Knorr
Zertifizierter Sachverständiger

Experte für gesundheitliche Absicherung und Risikovorsorge

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