Eine Zahlungserinnerung weist freundlich auf eine offene oder bald fällige Rechnung hin. Sie ist in der Regel weniger förmlich als eine Mahnung und kann Missverständnisse klären, bevor der Zahlungsverzug weiter fortschreitet. Entscheidend sind ein passender Zeitpunkt, klare Angaben und ein sachlicher Ton.
Zahlungserinnerung oder Mahnung?
Die Begriffe werden oft gleich verwendet, unterscheiden sich aber in ihrer Wirkung: Eine Zahlungserinnerung klingt wie ein höflicher Hinweis, während eine Mahnung den Zahlungsanspruch bestimmter geltend macht und mögliche weitere Schritte ansprechen kann. Eine Zahlungserinnerung ist grundsätzlich nicht zwingend erforderlich. Trotzdem solltest du den gesamten Schriftverkehr dokumentieren, wenn du offene Forderungen später nachweisen musst.
Was gehört in eine Zahlungserinnerung?
Formuliere freundlich, aber eindeutig. Nenne die Rechnungsnummer, das Rechnungsdatum, den ursprünglichen Fälligkeitstermin, den offenen Betrag und eine konkrete Zahlungsfrist. Prüfe außerdem, ob deine Bankverbindung und der Verwendungszweck korrekt sind.
Eine kurze Formulierung kann so aussehen: „Wir möchten dich freundlich daran erinnern, dass der Betrag von [Betrag] aus der Rechnung noch offen ist. Bitte überweise den Betrag bis zum [Datum].“
Beziehe dich möglichst genau auf die Rechnung, etwa mit der Nummer „[Rechnungsnummer]“ und dem Fälligkeitsdatum „[Datum]“. Ergänze einen Hinweis wie: „Falls du bereits bezahlt hast, kannst du dieses Schreiben als gegenstandslos betrachten.“ Bei Fragen sollte deine Kontaktmöglichkeit leicht zu finden sein.
Der richtige Zeitpunkt und Ablauf
Eine kurze Erinnerung zwei bis drei Tage vor dem Fälligkeitstermin kann verhindern, dass eine Zahlung vergessen wird. Nach Ablauf der Frist kannst du einige Tage warten und anschließend eine erste Erinnerung mit einer neuen, klaren Frist versenden. Praktische Orientierungswerte für weitere Mahnstufen sind:
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Schritt |
Zeit nach Fälligkeit |
Ton |
|---|---|---|
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Erste Erinnerung |
etwa 7–10 Tage |
freundlich |
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Zweite Mahnung |
etwa 14–21 Tage |
bestimmter |
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Dritte Mahnung |
etwa 30–60 Tage |
deutlich |
Diese Abstände sind keine allgemeingültigen gesetzlichen Vorgaben. Prüfe die vertraglichen Vereinbarungen und die rechtlichen Voraussetzungen deines Falls. Mahngebühren und Verzugszinsen darfst du nicht automatisch in jedem Schreiben verlangen; insbesondere der Eintritt des Verzugs und die zulässige Höhe müssen berücksichtigt werden.
So vermeidest du Mahnungen
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Versende Rechnungen vollständig und rechtzeitig. Rechnungsnummer, Betrag, Fälligkeit und Zahlungsdaten müssen eindeutig sein.
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Biete mehrere passende Zahlungsmöglichkeiten an, sofern sie zu deinem Geschäftsmodell passen.
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Sprich Unklarheiten oder Zahlungsprobleme früh an, statt die Rechnung lange unbearbeitet zu lassen.
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Nutze eine Rechnungs- oder Buchhaltungssoftware, die offene Posten verfolgt und Erinnerungen automatisiert versenden kann.
Bleibe auch bei einer offenen Forderung professionell. Wenn dein Kunde bereits gezahlt hat oder die Rechnung nicht erhalten hat, lässt sich die Ursache häufig schnell klären.
Vorlage für eine Zahlungserinnerung
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Betreff: Freundliche Zahlungserinnerung zu deiner Rechnung
Hallo [Name],
zu unserer Rechnung [Rechnungsnummer] vom [Rechnungsdatum] ist derzeit noch ein Betrag von [Betrag] offen. Die Rechnung war am [Fälligkeitstermin] fällig. Bitte überweise den offenen Betrag bis zum [neues Zahlungsdatum].
Falls du die Zahlung bereits veranlasst hast, betrachte diese Erinnerung bitte als gegenstandslos. Wenn etwas unklar ist oder du Unterstützung benötigst, melde dich gern bei uns.
Viele Grüße
[Name und Unternehmen]
Wenn die Zahlung weiter ausbleibt
Nach mehreren erfolglosen Schreiben kannst du prüfen, ob ein Inkassodienst oder ein gerichtliches Mahnverfahren infrage kommt. Dokumentiere dafür Rechnung, Fälligkeit, Zahlungserinnerungen und Zustellungen. Im gerichtlichen Mahnverfahren kann der Schuldner zahlen oder Widerspruch einlegen. Bei ausbleibender Zahlung kann anschließend ein Mahnbescheid und danach ein Vollstreckungsbescheid beantragt werden. Eine mögliche Zwangsvollstreckung durch einen Gerichtsvollzieher sollte wegen der rechtlichen und finanziellen Folgen sorgfältig geprüft werden.
Eine frühzeitige, klare und freundliche Zahlungserinnerung schafft oft die Grundlage dafür, dass offene Rechnungen ohne unnötige Eskalation beglichen werden. Weitere Informationen zu Zahlungserinnerungen und möglichen Rabatten für frühe Zahlungen können ergänzend hilfreich sein.

