Ganzjahresreifen und Kfz-Versicherung: Das musst du wissen
Ganzjahresreifen können dir den saisonalen Reifenwechsel ersparen. Für den Versicherungsschutz ist nicht entscheidend, ob du Sommer-, Winter- oder Ganzjahresreifen fährst. Wichtig sind die gesetzliche Zulässigkeit, die passende Kennzeichnung, der Zustand der Reifen und dein Fahrverhalten.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Ganzjahresreifen gelten bei winterlichen Bedingungen als geeignet, wenn sie das Alpine-Symbol tragen.
- Deutschland hat eine situative Winterreifenpflicht: Bei Schnee, Glatteis oder ähnlichen winterlichen Straßenverhältnissen brauchst du geeignete Reifen.
- Die gesetzliche Mindestprofiltiefe beträgt 1,6 mm. Für winterliche Bedingungen wird im Ausgangstext eine Profiltiefe von mindestens 4 mm empfohlen.
- Die Nutzung von Ganzjahresreifen führt nicht allein deshalb automatisch zu Nachteilen bei der Kfz-Versicherung.
- Bei starkem Schneefall, Eis oder sehr häufigen extremen Bedingungen können spezialisierte Winterreifen die bessere Wahl sein.
Rechtliche Anforderungen an Ganzjahresreifen
Ganzjahresreifen werden rechtlich den Winterreifen gleichgestellt, wenn sie die erforderliche Kennzeichnung tragen. Für winterliche Straßenverhältnisse ist insbesondere das Alpine-Symbol maßgeblich. Es zeigt einen Berg mit Schneeflocke.
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M+S-Kennzeichnung und Alpine-Symbol
- Alpine-Symbol: Reifen mit diesem Symbol sind für winterliche Bedingungen zugelassen.
- M+S-Kennzeichnung: Im Ausgangstext wird eine Übergangsregelung genannt, nach der bestimmte ältere M+S-Reifen bis zum 30. September 2024 weiterverwendet werden durften. Diese Frist ist abgelaufen. Prüfe daher vor der Nutzung, ob deine Reifen die aktuell erforderliche Kennzeichnung tragen.
Zusätzlich müssen die Reifen die gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe von 1,6 mm einhalten. Die situative Winterreifenpflicht gilt nicht zu einem festen Kalenderdatum, sondern abhängig von den tatsächlichen Straßenverhältnissen.
Was bedeutet das für deinen Versicherungsschutz?
Die Kfz-Haftpflichtversicherung deckt grundsätzlich Schäden, die du anderen mit deinem Fahrzeug zufügst. Ganzjahresreifen sind dabei nicht automatisch ein Ausschlussgrund. Entscheidend ist, dass du bei winterlichen Bedingungen geeignete Reifen verwendest und die gesetzlichen Vorgaben einhältst.
Auch bei der Kaskoversicherung führt die Verwendung von Ganzjahresreifen nicht allein automatisch zu einer Leistungskürzung. Problematisch kann jedoch ein insgesamt pflichtwidriges oder grob fahrlässiges Verhalten sein, etwa wenn du trotz ungeeigneter Bereifung bei winterlichen Straßenverhältnissen fährst oder den Zustand der Reifen nicht beachtest. Die Nutzung von Ganzjahresreifen als solche ist nicht automatisch grob fahrlässig.
Kontrolliere deshalb regelmäßig Profiltiefe, Reifendruck und sichtbare Schäden. Bei Unsicherheit solltest du die Bedingungen deiner Versicherung prüfen oder direkt beim Versicherer nachfragen.
Wann sind Ganzjahresreifen sinnvoll?
Ganzjahresreifen sind vor allem für dich interessant, wenn du in einer Region mit meist milden Wintern fährst, nur moderate Jahresfahrleistungen hast und den saisonalen Reifenwechsel vermeiden möchtest. Du sparst dadurch Zeit sowie mögliche Kosten für Wechsel und Lagerung.
Ihre Eigenschaften sind jedoch ein Kompromiss. Winterreifen bieten auf Schnee und Eis in der Regel mehr Haftung, während Sommerreifen bei warmen Bedingungen auf ihre jeweilige Saison ausgelegt sind. Wenn du häufig lange Strecken fährst, in Mittelgebirgen oder schneereichen Regionen unterwegs bist oder regelmäßig extreme Wetterbedingungen erwartest, solltest du spezialisierte Reifen in Betracht ziehen. Vielfahrer müssen außerdem den höheren ganzjährigen Verschleiß berücksichtigen.
Pflege und Kontrolle
- Prüfe den Reifendruck mindestens einmal im Monat und beachte die Angaben des Fahrzeugherstellers.
- Kontrolliere Profiltiefe, Risse, Beulen und ungleichmäßigen Verschleiß.
- Vermeide starkes Beschleunigen und abruptes Bremsen, um den Verschleiß zu begrenzen.
- Lass auffällige Schäden oder eine ungewöhnliche Abnutzung fachgerecht prüfen.
Bei einem Unfall zählt nicht nur die Reifenart. Auch Geschwindigkeit, Wetter, Straßenverhältnisse, Profiltiefe und dein konkretes Fahrverhalten können relevant sein. Passe deine Fahrweise deshalb an die Bedingungen an.
Fazit
Ganzjahresreifen können in Deutschland eine praktische Lösung sein und den Versicherungsschutz nicht allein wegen ihrer Bauart beeinträchtigen. Für winterliche Straßenverhältnisse müssen sie jedoch geeignet gekennzeichnet sein, insbesondere das Alpine-Symbol tragen, und die gesetzlichen Anforderungen erfüllen. Prüfe regelmäßig ihren Zustand und entscheide anhand deiner Fahrleistung, Region und typischen Wetterbedingungen, ob Ganzjahresreifen ausreichen oder Winter- und Sommerreifen besser zu dir passen.
Weitere Informationen findest du auch zu Ganzjahresreifen, Reifen und Winterreifen.
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Beachte außerdem die Informationen zu grober Fahrlässigkeit und Fahrlässigkeit. Verstöße gegen die situative Winterreifenpflicht können zudem ein Bußgeld und unter Umständen Punkte in Flensburg nach sich ziehen.

