Ein Oberschenkelhalsbruch ist ein Bruch am oberen Ende des Oberschenkelknochens. Er betrifft besonders ältere Menschen und kann die Beweglichkeit erheblich einschränken. Bei Osteoporose reicht manchmal bereits ein leichter Sturz aus. Wenn du nach einem Sturz starke Hüft- oder Oberschenkelschmerzen hast und das Bein nicht belasten kannst, solltest du sofort medizinische Hilfe holen und nicht selbstständig aufstehen.
Definition, Symptome und Diagnose
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Der Oberschenkelhals verbindet den Oberschenkelkopf mit dem Schaft des Oberschenkelknochens und ist für die Beweglichkeit des Hüftgelenks wichtig. Ein Bruch in diesem Bereich kann durch einen Sturz, einen Unfall oder bei geschwächten Knochen durch geringe Belastung entstehen.
Typische Anzeichen sind:
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starke Schmerzen in Hüfte, Leiste oder Oberschenkel, besonders bei Bewegung
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eine deutliche Einschränkung der Beinbeweglichkeit
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Schwellungen oder Blutergüsse
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ein verkürzt oder verdreht wirkendes Bein auf der betroffenen Seite
Die Diagnose stellt die Ärztin oder der Arzt anhand des Unfallhergangs, einer körperlichen Untersuchung und bildgebender Verfahren. Ein Oberschenkelhalsbruch wird meist im Röntgen sichtbar. Falls der Befund unklar ist, können CT oder MRT weitere Informationen liefern.
Ursachen und Risikofaktoren
Die häufigste Ursache sind Stürze. Rutschige Böden, unebene Wege, Sehprobleme, Schwindel oder eine geschwächte Muskulatur können das Sturzrisiko erhöhen. Auch manche Medikamente beeinflussen Gleichgewicht und Reaktionsfähigkeit.
Ein wichtiger Risikofaktor ist Osteoporose. Bei dieser Erkrankung nimmt die Knochendichte ab, sodass der Knochen leichter bricht. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Personen mit Osteoporose und Menschen, die bereits häufiger gestürzt sind.
Behandlung des Oberschenkelhalsbruchs
Welche Therapie infrage kommt, hängt unter anderem von der Lage und Stabilität des Bruchs, deinem Alter und deinem allgemeinen Gesundheitszustand ab.
Operation
Viele Oberschenkelhalsbrüche werden operiert. Bei hüftkopferhaltenden Verfahren stabilisieren Schrauben oder Platten die Bruchstücke. Ist der Hüftkopf stark geschädigt oder der Bruch schwer, kann ein Ersatz des Hüftkopfs oder des gesamten Hüftgelenks durch eine Prothese notwendig sein. Wie bei jedem Eingriff bestehen Risiken, etwa Infektionen, Thrombosen und weitere operationsbedingte Komplikationen. Über das geeignete Verfahren und die Risiken klärst du dich mit dem behandelnden Ärzteteam auf.
Konservative Behandlung
Eine Behandlung ohne Operation kommt nur in ausgewählten Fällen infrage, etwa wenn ein Eingriff wegen des Gesundheitszustands nicht möglich oder nicht sinnvoll ist. Sie kann Ruhigstellung, Schmerztherapie, ärztliche Kontrollen und Physiotherapie umfassen. Medikamente zur Vorbeugung von Blutgerinnseln werden nach medizinischer Einschätzung eingesetzt. Du solltest die Anweisungen des Behandlungsteams genau befolgen.
Rehabilitation und mögliche Folgen
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Nach der Behandlung hilft eine individuell geplante Rehabilitation dabei, Beweglichkeit, Kraft und Selbstständigkeit zurückzugewinnen. Die Mobilisation beginnt abhängig von Behandlung und Belastbarkeit möglichst früh unter fachlicher Anleitung. Physiotherapie, geeignete Gehhilfen und eine an den Bedarf angepasste Unterstützung können dabei eine wichtige Rolle spielen.
Der Heilungsverlauf ist unterschiedlich. Möglich sind anhaltende Schmerzen, Muskelabbau, eingeschränkte Beweglichkeit oder die Angst vor einem erneuten Sturz. Auch im Alltag kann vorübergehend oder dauerhaft Hilfe erforderlich sein. Wenn dich die Verletzung psychisch belastet, können Gespräche mit Fachleuten oder der Austausch mit anderen Betroffenen sinnvoll sein.
Stürze und weitere Brüche vermeiden
Du kannst das Sturzrisiko durch eine sichere Umgebung senken: Entferne lose Teppiche und Kabel, sorge für gute Beleuchtung und verwende rutschfeste Matten. Haltegriffe im Bad, geeignete Sitzgelegenheiten und bei Bedarf ein Rollator können zusätzliche Sicherheit geben.
Lass außerdem deine Sehkraft und deine Medikamente überprüfen und sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt über Osteoporose sowie eine mögliche Knochendichtemessung. Regelmäßige, an deine Situation angepasste Bewegung kann helfen, die Muskulatur zu erhalten.
Versicherungsschutz
Ein Oberschenkelhalsbruch kann neben den medizinischen Folgen auch finanzielle Belastungen verursachen. Welche Kosten übernommen werden, hängt jedoch vom Versicherungsvertrag, der Ursache des Bruchs und deinem Unterstützungsbedarf ab.
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Eine private Unfallversicherung kann je nach Vertrag beispielsweise bei einem versicherten Unfall Invaliditätsleistungen oder Tagegeld vorsehen. Ob ein Sturz als Unfall gilt und welche Leistungen bestehen, musst du in den Vertragsbedingungen prüfen.
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Die gesetzliche oder private Krankenversicherung übernimmt medizinisch notwendige Leistungen im Rahmen des jeweiligen Versicherungsschutzes.
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Wenn du nach dem Bruch dauerhaft oder für längere Zeit Unterstützung brauchst, können Leistungen der Pflegeversicherung und Hilfsmittel relevant sein. Dafür ist eine individuelle Prüfung des Unterstützungsbedarfs erforderlich.
Bewahre Arztberichte, Rechnungen und Nachweise zur Behandlung auf und melde den Schaden deiner Versicherung zeitnah. Prüfe außerdem, ob Ansprüche aus weiteren Versicherungen bestehen. Der konkrete Leistungsumfang ergibt sich immer aus deinem Vertrag und den geltenden Voraussetzungen.
Ein Oberschenkelhalsbruch gehört ärztlich abgeklärt und behandelt. Schnelle medizinische Versorgung, eine passende Rehabilitation und Maßnahmen zur Sturzprävention können dir helfen, Mobilität und Selbstständigkeit möglichst gut zu erhalten.

